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Glaubt
man leichtfertig den Gerüchten, dann nagen die Hinterbliebenen
der
Raffer heutzutage am Hungertuch. Zwar besitzen sie noch eine
Klohaussiedlung, die Rafferei, doch deren Mietzins beläuft
sich,
ein für allemal festgelegt, auf 85 Zents pro Wohnklo
jährlich - davon kann kein Ganove leben. Kürzlich
kamen die Raffer jedoch auf die
fänomenale Idee, wenigstens die rund 1 Million
jährlich
zählende Touristenschar zu berappen; jene dürfen
jetzt 2
Dukaten für die einmalige Besichtigung der fast 400 Jahre
alten
Steinhütten hinlegen. Da jedoch nur eine Kasse angelegt wurde,
bleiben die Hintereingänge geschlossen. Dort prangen
dafür
jetzt in 8 Sprachen abgefaßte Inschriften, damit selbst
Japaner und Chinesen einen Eindruck von der ersten wegweisenden
Obdachlosensiedlung des Kapitalismus bekommen können. Die
beiden
größten in Augsburg lebenden Migrantengruppen, die
Türken und die Russen, wurden freilich nicht
berücksichtigt;
sicher kennen die solche Siedlungen aus eigener Anschauung wohl zur
Genüge. Einzugsberechtigt sind sie ohnehin nicht, weil sie des
römisch-katholischen Glaubens entbehren. (17.06.06)