Wieder aufgetaucht: Eine Notiz zu unserem Ex-Außenminister Joschka Fischer, dem leider immer noch das Gerücht anhaftet, früher, d.h. in frühester Jugend noch nicht
rechts gewesen zu sein - es ist in der Tat nur ein Gerücht von
Teilen der politischen Konkurrenz, die ihm seine Lorbeeren für
nationale Verantwortungsleistungen (u.a. Kriege!) mit Verweis auf jene
depperte 'Putztruppe', der er einstmals angehörte,
mißgönnt:
Die taz schrieb in der Rubrik "Archiv" am 23.02.2001 unter dem Titel "Fischer und Palästina" folgendes:
"In SDS-Arbeitspapieren aus der alten
Zeit wurden die Theorien zu Antiimperialismus und Internationalismus
meist in gestelzter, schwerfälliger Sprache zur Diskussion
gestellt. Über Palästina war 1969 in Deutschland noch wenig
bekannt. Fischer selbst hat gesagt, er habe seine Haltung zu Israel und
Palästina 1976 nach der Flugzeugentführung von Entebbe
gründlich revidiert, als israelische Fluggäste von den
deutschen und palästinensischen Entführern zur möglichen
Exekution aussortiert worden waren. Aber schon in den alten
SDS-Arbeitspapieren von 1969 findet sich sowohl Kritik an der Al-Fatah
wie auch eine 'Erklärung zum Bombenattentat auf das Jüdische Gemeindehaus in Berlin'.
Sie ist unter anderen von Fischers Freund Daniel Cohn-Bendit
unterzeichnet, richtet sich gegen Imperialismus, Kolonialismus,
Rassismus wie Zionismus und verurteilt den Anschlag als 'Terroraktion':
'Das Bombenattentat, die Parolen an Mahnmalen der Opfer des Faschismus
und deren Begründung stellen objektiv eine Provokation dar.
Innerhalb der Bewegung müssen wir solche Aktionen bekämpfen,
wenn bei uns der Internationalismus nicht in einem geschichtslosen
Moralismus enden soll.' Von Fischer
selbst stammt nur ein einziges Papier. Er setzte sich damals kritisch
mit dem Schulungsprogramm der orthodox marxistisch-leninistischen
'Marxistischen Gruppe' auseinander [Hervorhebung KoKa] und warf ihr 'Organisationsfetischismus' und 'bornierten Dogmatismus' vor."
Der Anfrage nach jenem genannten Papier entsprach die taz damals
nicht, sie verwies lediglich auf ihren kostenpflichtigen
Recherchedienst. So groß war dann das Interesse doch nicht,
für ein Fischer-Papier auch noch blechen zu müssen.
Ärgerlicher war schon, daß ein zum Thema selber der
Klarstellung halber eingereichter Leserbrief nicht abgedruckt wurde.
Wenn es um einen offenen Schlagabtausch mit Marxisten geht, zieht die taz es generell vor, den Schwanz einzuziehen. Hier der Leserbrief nachgereicht:
"In dem Artikel wird behauptet, die
Marxistische Gruppe wäre "orthodox marxistisch-leninistisch"
gewesen. Fakt ist jedoch, daß diese Gruppe sich zeit ihres
Bestehens nicht nur der Kritik des Kapitalismus gewidmet hat, sondern
kaum minder der Kritik derjenigen, die aus der Marxschen Kritik der
politischen Ökonomie eine Ideologie gezimmert hatten. Die
Marxistische Gruppe ist eine der wenigen Organisationen gewesen, die
sich um eine wissenschaftliche Kritik des realen Sozialismus samt
seinen Protagonisten im Westen bemüht haben: Sie hat auf den
Widersprüchen Glauben - Wissen, Ideologie - kommunistische Kritik bestanden.
Nur deshalb schien sie Köpfen
wie Fischer, die mit ihrem Urteil meist schon fertig waren, bevor sie
etwas studiert hatten, 'dogmatisch'. Widerlegt hat jener so die
Argumente freilich nicht. Er wollte sich ja nur dagegen verwahren - und
seinen Opportunismus, bestehend in der Anerkennung der prinzipiellen
Güte von Freiheit & Demokratie (an der sich seiner Meinung
nach die Machthaber selbst versündigt hatten), rechtfertigen. Wenn
das kein Meilenstein am Beginn (s)einer demokratischen
Politikerkarriere war! -
Die marxistischen Argumente gegen die ML-Ideologie sind u.a. unter den Buchtiteln 'Von der Reform des 'realen Sozialismus' zur Zerstörung der Sowjetunion' und 'DDR kaputt - Deutschland ganz: Eine Abrechnung mit dem 'Realen Sozialismus' und dem Imperialismus deutscher Nation' erhältlich und stehen somit jederzeit zur Debatte."
(22.12.07)
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Kurt Beck - ein wirklich heller Demokratentropf!
Nationalradikal wie BLÖD nun einmal ist, will es das Blatt nicht verstehen, wie sich noch heutzutage eine Partei positiv auf den Sozialismus
beziehen kann, und sei es mit dem Adjektiv "demokratisch" ver(un)ziert.
Es frägt deshalb beim Chef der SPD nach, weil es sich in der
Offensive weiß. Beck weiß, was ihm abverlangt wird, er
ist mit BLÖD ja eh auf
Du & Du und um eine Antwort natürlich auch nicht verlegen. Bei
der Gelegenheit sich zum 1000sten Male von der DDR zu distanzieren, das
wärmt ja jedem anständigen Deutschen - das Zielpublikum
alldieweil - das Herz. Und wenn er sich dann auch gleich noch von den
Faschisten distanziert, die bekanntlich gute deutsch-national gesonnene
Sozialdemokraten so behandelt haben, als wären sie Kommunisten (-
obschon sie in Wirklichkeit noch viel, viel bessere Nationalisten als
die Nationalsozialisten waren & sind, wie man heute ja wohl sieht!
-), dann weiß er sich unschlagbar souverän und so
möchte er der christlichen Parteikonkurrenz Mores & Geschichte
lehren. Und weil er alles Gute & Schöne für sich
gepachtet haben möchte, meint er, neben J.C.'s Bergpredigt auch an Karl Marx nicht ganz vorbeikommen zu können: Er hat sich nämlich sagen lassen, daß Marx Analysen
erstellt habe! Wow! Wer hat das schon, wer kann das schon! Aus denen
sich irgendwie dann der von Beck & Co. propagierte "demokratische
Sozialismus" ab- oder zumindest herleiten würde. Daß Marx so
ziemlich das Gegenteil von dem beabsichtigt hatte, was die deutsche
Sozialdemokratie bewegt, völlig unerheblich!
Könnte
sich Marx deren heutiges Programm zu Gemüte führen,
würde er sich wohl überlegen, ob sich die Mühe
überhaupt lohne, diesen erbarmungslosen Schwulst einer Kritik zu
unterziehen, wie seinerzeit noch das Gothaer Programm - in der
Intention, etwaige Leser auf die Widersinnigkeiten desselben aufmerksam
zu machen.
Um ein Bekenntnis zu Marx in abstractum anstelle auch nur eines Erkenntnisses über die Gegenstände der kapitalistischen Welt, mit denen der sich befaßt hat, geht es Beck & Co.: Sie pinkeln also auf den Toten. Im Pinkelblatt BLÖD,
wo sonst... Den Menschen von seinem Werk zu trennen, diese
Infamie kann eigentlich nur den abgefeimten Sozialdemokraten einfallen! (08.12.07)