Anmerkungen zu Kambodscha

Die USA bombardieren im Rahmen des Vietnamkriegs ab 1966 angebliche Vietkong-Basen im neutralen Kambodscha: Operationen "Breakfast", "Lunch", "Snack", "Dinner" und "Dessert", 17. März 1969 bis 14. August 1973: Massive Flächenbombardements in Kambodscha. Die schweren Bombenangriffe der US-Air-Force werden erst beendet, als der Kongreß das definitive Ende der von der Regierung Nixon/Kissinger teilweise geheim durchgeführten Bombardierungen beschließt. Vom 30. April 1970 bis zum 30. Juni 1970 intervenieren zusätzlich 31.000 US-Bodentruppen (zusammen mit über 40.000 südvietnamesischen Soldaten) gegen Vietkong-Basen; mindestens bis September 1970 unterstützen US-Soldaten in Kambodscha die südvietnamesischen Armee logistisch; insgesamt verursachen diese Operationen, insbesondere die Bombardierungen, mindestens 150.000, nach anderen Angaben sogar 600.000 Tote.
1970 putschte Lon Nol - seit 1966 Regierungschef - mit maßgeblicher Hilfe der USA, deren Vasall er war, König Sihanouk von der Staatsspitze. Unter seinem Schreckensregime starben bis 1975 unzählige Menschen - wieviele davon dem Bürgerkrieg gegen die Roten Khmer geschuldet waren, ist kaum mehr nachvollziehbar. Gegen ihn führten die Roten Khmer ihren "gerechten" Krieg.
In der Operation "Eagle Pull" erfolgte vom 11. April 1975 bis 13. April 1975 die Evakuierung der USA. Am 17. April übernahmen die Roten Khmer die Macht in Phnom Penh.
[Operation "Mayaguez", 14. Mai 1975 bis 20. Mai 1975: Nach der Beschlagnahmung eines US-Handelsschiffes durch Kambodscha landen US-Marines an der thailändischen Küste in der Nähe der kambodschanischen Grenze und beginnen Kambodscha zu bombardieren, 50 Tote.]

Soviel Tote auch unter Pol Pot angefallen sind, so sind es wohl kaum mehr als die, die den USA und ihrem Lon Nol-Regime zuzuschreiben sind. Wie bei diesem ist es schwierig, die Toten der Roten Khmer in welche, die den Kriegshandlungen, und in die, die politischen Maßnahmen geschuldet waren, zu sortieren. Allein an diesen Überlegungen sieht man schon, wie die imperialistische Propaganda überhaupt nicht an der Wahrheit interessiert ist. Vor allem, wie sehr die eigenen Taten aus dem Fokus der Beleuchtung ausgeblendet werden sollen.

Ohne die Verhältnisse gegen die sie kämpften, sind die Roten Khmer keinesfalls verständlich, und die Kritik an ihnen ist reine Heuchelei.

Auch der vietnamesische Vasall Hun Sen wäre übrigens ehrlicher, wenn er bezüglich seiner Humanität seine große Klappe hielte.

(Wer zu diesem Thema eine Ausarbeitung machen will, willkommen!)