Ein Paradebeispiel einer
sogenannten "NGO"
Transparency International versteht sich als
"Non-Government-Organisation" und als solche nimmt sie sich des Themas
Korruption an. Als "NGO" arbeitet sie - nach eigenen Angaben - "mit vielen nationalen und
internationalen Organisationen zusammen - einschließlich der
Europäischen Union, den Vereinten Nationen, der OECD, der
Weltbank, den Regionalen Entwicklungsbanken und der Internationalen
Handelskammer (ICC) in Paris". "Im Beirat von TI Deutschland befinden
sich maßgebliche Vertreter aus Wirtschaft, Politik und
Zivilgesellschaft." "Transparency arbeitet nicht konfrontativ, sondern
sucht Koalitionen mit Regierungen, Verwaltungen und Politikern, mit der
Wirtschaft und mit Gruppen der Zivilgesellschaft, die eine
vertrauenswürdige, transparente, werteorientierte, zivile
demokratische Politikkultur vertreten." Die
Umgangsformen mit Mitarbeitern sind - wie an einem Fall jetzt
offenkundig geworden - die gesellschaftsüblichen. Ein Verein,
der sich um das Image des Kapitalismus, wie er geht und steht, sorgt:
Korruption als Sorgeobjekt der demokratisch-rechtsstaatlichen Moral.
Zum Thema Korruption
(30.03.06)
Wie man Arbeitsplätze
schafft bzw. zumindest die Voraussetzungen dafür
Premierminister Villepin hat das auf den Punkt gebracht: Der Wegfall
des Kündigungsschutzes für jugendliche
Neueingestellte in den ersten beiden Jahren diene allein der
Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Klar, je mehr
Freiheiten das Kapital genießt, desto eher kann es auch
Arbeitsplätze schaffen. Und wenn sie dann doch nicht
geschaffen werden, dann hat der Staat es an der Schaffung noch
weitergehender Freiheiten fehlen lassen!
Diese Logik erfreut sich längst auch
höchstwissenschaftlicher Unterstützung. Die
Düsseldorfer Professorin Johanna Hey (Lehrstuhl
Unternehmenssteuerrecht - was heutzutage alles als Wissenschaft gilt!)
schlägt (in der heutigen taz) vor,
Aktiengesellschaften für den einbehaltenen Gewinn, der
allenthalben für Investitionen vorgesehen ist,
überhaupt nicht mehr zu besteuern, sondern nur noch die
ausgeschütteten Dividenden. Weil, so die Professorin, das
investierte Kapital Jobs schaffe. Sie hat sicher schon gehört,
in was investiert wird, aber das würde ja der Ideologie, die
ihr Job erfordert, widersprechen. Also sieht sie einfach
darüber hinweg, daß mit Investitionen vornehmlich v
durch c ersetzt wird (Rationalisierung nennt man das
üblicherweise). Was sie freilich ebensowenig zu interessieren
braucht, ist, daß es dafür eine ökonomische
Notwendigkeit gibt, die übrigens Marx erklärt hat,
aber das braucht ja auch sonst niemand zu interessieren, der den
Kapitalismus für die beste aller Welten hält: Dann
soll man allerdings nicht über die Kosten jammern, die man als
Manövriermasse immerzu hinzunehmen hat.
(29.03.06)
EU-Schuh-Protektionismus:
Freihandel nur, wenn er "uns" nützt
Am 7.4. treten die sogenannten
"Antidumping-Zölle" der EU auf Schuhimporte aus China und
Vietnam in Kraft. Wie oft mußte sich gerade China den Vorwurf
gefallen lassen, seine Märkte nicht genügend zu
öffnen! Jetzt rechnet China der EU souverän vor,
daß mit den Zöllen die Preise für Schuhe in
der EU um 3 % steigen und 10.000 Arbeitsplätze
gefährdet werden.
Ob dieser Einwand verfängt? Wo die deutsche Bundesregierung
überhaupt keine Probleme damit hat, den Ausschluß
ihrer Lohnarbeiterklasse vom kapitalistisch produzierten Reichtum auf
jeder Ebene mehr denn je voranzutreiben... Eben hat sie in drei Bundesländern
wieder ein Mandat erhalten, neue Härten gegen jene Klasse
durchzusetzen. (27.03.06)
Das Leiden einer
27jährigen Tageszeitung
Für die taz
hat sich die politische Perspektive Rot-Grün allenthalben
zerschlagen. Die SPD präsentiert sich mehr denn je als ein
vorsätzlich reaktionärer Verein, zwecks Machterhalt
gekettet an die Christen-Union; ihr Personal scheint, gemessen an der
fast täglich in Interviews und Berichten vorstellig gemachten
Trottelhaftigkeit, ihr letztes Aufgebot zu sein. Die Grünen
blasen in ihrer Nach-Fischer-Ära ohnehin aus dem letzten Loch,
nirgendwo mehr sind sie regierungsbeteiligt, nirgendwo gibt es die
Chance, wieder "dranzukommen". Die pure Kapitalistenpartei FDP
verabscheut die taz ohnehin ebenso wie die Moralisten von der PDS mit
ihren ML-Relikten. Wofür will und soll die taz
also plädieren? Verdammt blöd eben, wenn man als freie
Presse unbedingt Anhänger garantiert national
höchst verantwortlicher Politik sein will! (26.03.06)
BRD: Immer Ärger mit der fehlenden
Manövriermasse
Schon seit längerem ist
politischerseits die laute Klage zu hören, daß die
Deutschen ausstürben. Auch daß die
Bevölkerung in der Ex-DDR den dort aufblühenden
Landschaften scharenweise den Rücken kehrt. Zwar gibt es
genügend Ausländer, die einwandern und gar die
deutsche Staatsbürgerschaft beantragen wollen, aber das ist
für den deutschen Staat kein Ersatz - im Gegenteil:
Ausländer will man partout nicht, deshalb wird jetzt ein
Einbürgerung(verhinderung)stest in die Diskussion gebracht:
Dem Nationalismus eines CDU-Ministers kann selbstverständlich
kein Ausländer entsprechen und soll es auch nicht wirklich.
Vielleicht wird die CDU ja doch irgendwann einmal den Vorschlag des
iranischen Präsidenten bezüglich der
Auflösung Israels erwägen und die dort siedelnden
Juden - die ja ganz hervorragend zur deutschen Staatsräson
passen - in der immer freier werdenden Ostzone ansiedeln... Die
würden dann dort mit ihrem Pioniergeist sicherlich das Land
noch blühender machen und somit gleichzeitig den Nazis den
Boden entziehen ... und im Nahen Osten wäre gar der Weltfriede
gerettet! (23.03.06)
Hallo Faschismusfetischisten der
Zeitschrift konkret,
ihr wolltet es ja nie
öffentlich einräumen, daß ihr eure
Finanzprobleme mit Hilfe des israelischen Geheimdienstes probat
gelöst habt. Die Fahndung nach arabischen Karikaturen, die ihr
in der neuen Ausgabe veröffentlicht habt, ist jedenfalls nicht
auf eurem Mist gewachsen: Ihr gebt es also nunmehr offen zu, wer auch
eingespannt hat: Der Kettenhund des - nicht nur us-amerikanischen, auch
des deutschen - Imperialismus im Nahen Osten. - So geht es, wenn man
vor lauter Faschismus und faschistischer Weltverschwörung den
Blick auf und den Bezug zur demokratisch-imperialistischen
Realität, die allenthalben der Grund für die
herrschenden Zustände ist, verloren hat. (Dabei könnt ihr natürlich
jämmerlicherweise noch nicht mal den Faschismus als Produkt
demokratischer Herrschaft richtig kritisieren.) (23.03.06)
Die Weißrussen
wählen ihre Führung: Na und?
Neulich gab es in Kolumbien
(Teil-)Wahlen zum Parlament: Unter massiver Einschüchterung
mittels großen Polizei- und Militäreinsatzes gelang
es dem "Hitler Kolumbiens" (El Pais), dem US-Vasall Uribe, für
seine Partei eine Mehrheit zu erzielen (die Wahlbeteiligung lag bei
40%). Das wurde im freien Westen so selbstverständlich wie
wohlwollend zur Kenntnis genommen, schließlich ist Uribe sein
Erfüllungsgehilfe vor Ort. Ganz anders dagegen die Wahlen in
Weißrußland: Dort herrscht einer, der sich seine
Direktiven nicht in Washington, Berlin und London abholt - und deshalb
gilt er als Diktator: Als Unterdrücker der vom Westen in Form
mehrerer Propagandasender exportierten "freien Meinung" habe der
keinen guten Grund, sich auf die Mehrheit seines Volkes berufen zu
können! Bloß: Warum sollten die Weißrussen
genau so blöd sein, wie der Imperialismus es von ihnen
erwartet? Werden sie andernfalls bombardiert?
(19.03.06)
Neue EU-Option für
Kandidaten: Freihandelszone statt Mitgliedschaft
Mit diesem Beschluß des
EU-Parlaments soll der us-amerikanische Traum für
Lateinamerika in seiner europäischen Version für ost-
und südosteuropäische Staaten Wirklichkeit werden:
Freiheit für das überlegene westeuropäische
Kapital und so gut wie keine "Entwicklungsgelder" aus der EU-Kasse.
Natürlich soll die marktwirtschaftliche Entwicklung in den
nicht zur EU gehörenden Staaten nichtsdestotrotz "unumkehrbar"
gemacht werden - ein dauerhaftes Abverlangen von Wohlverhalten ist also
nach wie vor vorgesehen, erpreßt wird es mit der immer
höher gelegten Latte eines EU-Beitritts. Damit ergibt sich
eine neue Option für Europa, das auch innerhalb der
EU-Grenzen, längst ein Mehrklassen-Europa ist. An der
Euro-Zugehörigkeit scheiden sich diese Klassen ebenso wie
innerhalb der Euro-Zone hinsichtlich ökonomischer Erfolge und
Mißerfolge. - Die litauische Regierung will jetzt den Euro
einführen, ohne zu begreifen, daß ihre
Ökonomie zur Stärkung Europas überhaupt
nichts beizutragen hat, also den Euro überhaupt nicht verdient. Kein allzu angenehmes Unterfangen
für die EU, derartige Arschkriecher wieder aus dem Darmausgang
zu entfernen! (16.03.06)
US-Konzern in Indonesien sorgt
für eine Kurzmeldung
Der US-Konzern Freeport McMoRan, der mit
seiner Tochterfirma Freeport Indonesia in West-Papua die
weltgrößte Tagebau-Gold- und Kupfermine seit 1969
ausbeutet, hat die Meldung an die Nachrichtenagentur AP
weitergegeben, daß 4 seiner Sicherheitsbediensteten bei
Protesten gegen die Goldmine (- sie schädigt Leben und Umwelt
der Einheimischen extrem, was noch nie eine Meldung wert gewesen war -)
getötet und weitere verletzt worden sind. Dem Konzern ist also
bitter Unrecht getan worden und darauf wollte er die
Weltöffentlichkeit hinweisen. Die Firma bezahlt,
weiß die New York Times vom 27.12.2005 zu
berichten, jährlich 20 Millionen Dollar für ca. 2300
Mann Bewachung ans indonesische Militär, um sich gegen die
Guerillaorganisation OPM (Organisation freies Papua) und andere Gruppen
zu schützen. 1969 kam der Inselteil gewaltsam unter
indonesische Besatzung, die seitdem die Freiheiten der Einwohner ebenso
unterdrückt, wie sie die des US-Konzerns bewahrt, an dem der
indonesische Staat über einen 20%-Konzerntochter-Anteil und
erhebliche Steuereinnahmen partizipiert. (16.03.06)
Miloševićs Leiche - eine
Genugtuung für den Imperialismus
Dermaßen schweinische Gesinnung
war den Äußerungen des deutschen
Außenministers Steinmeier zu entnehmen. Außerdem
spricht aus ihnen die anhaltende Unzufriedenheit mit der von den
imperialistischen Staaten selbst hergestellten Lage im
früheren Jugoslawien. Zur Erinnerung: Die Zerschlagung
Jugoslawiens war imperialistisches Programm zur Zerschlagung des
letzten sich als sozialistisch bezeichnenden (mehr als dieses Wort war
am Sozialismus längst nicht mehr dran) Staatswesens Europas,
dafür wurde separatistischer Nationalismus aufgewühlt
und ins Recht gesetzt. Dem hat sich Milošević mit
für einen Staatsmann ebenso
verständlichen wie gegen die Mittel seines
übermächtigen Gegners untauglichen Mitteln
widersetzt. Sein schrittweises Eingehen auf die Forderungen bei
gleichzeitigem Versuch, für Serbien noch ein klein wenig
Anerkennnung und Verständnis zu erlangen, stieß auf
taube Ohren und wurde mit einem NATO-Krieg
beantwortet: Milošević war für den Westen
der Teufel schlechthin, da konnte er tun & lassen, was er
wollte.
Die serbische Regierung hat sich letzte Woche in einem auch vom
Parlament gebilligten 18-Punkte-Plan für den unbedingten
Verbleib des Kosovo im serbischen Staatsverbund ausgesprochen. Alles
will und kann sich auch die an sich dem Westen geneigte Regierung Tadić
nicht erlauben. Wie sich auch die deutschen (und
österreichischen Mini-) Imperialisten drehen und wenden, vom
Ideal westlicher Herrschaft mittels willfähriger Statthalter
ist Ex-Jugoslawien weit entfernt. Und wird es auch bleiben: Denn eines
ist gerade den Serben, mittlerweile zunehmend auch den Kroaten - und
bald auch den Albanern - mehr als klar: Vom Westen hat man einen
Scheißdreck zu erwarten. (12.03.06)
Die Filippinen: Eine Demokratie,
die "unsere" Sympathie verdient!
Ferdinand Marcos und seine
legendäre Frau -
1998 wurde ihre Verurteilung wegen Korruption vom Obersten Gerichtshof
aufgehoben - sind zwar schon seit 20 Jahren weg von der Macht, aber
viel geändert hat sich nicht im pazifischen Inselstaat. Mit
der endgültigen Etablierung der Nach-Marcos-Demokratie (nach
dem Putsch von 1989) schien dem (US-)Imperialismus Manila auf dem
rechten Weg. Und jetzt auf einmal ein Ausnahmezustand - Staatsgewalt
allenthalben, um den zerfallenden Staat vor dem Zerfall zu retten. Was
ist passiert? Das Inselreich ist eine Investitionsruine des
internationalen Kapitals geworden, das weitergezogen ist in lukrativere
und obendrein stabilere Gefilde, nach China, nach Vietnam. Und mit ihm
all die Filipinos, die es irgendwie geschafft haben, im Ausland einen
Job zu ergattern. Deren Geld ist nun der größte
Posten, der auf die Filippinen fließt. Viel zu wenig allemal,
um die Staatsökonomie (mit ihrer immensen
zinsträchtigen Verschuldung) geschmiert zu halten. Der Staat
muß daneben viel Geld für Energieeinfuhren ausgeben
und partizipiert nicht von den Goldvorkommen auf Mindanao, die erst
seit jüngerer Zeit ausgebeutet werden und in
ausländischen Händen sind. Kapitalismus also, wie wir
ihn von anderen öllosen Drittweltstaaten kennen. So
erwünscht dort imperialistischerseits (vor allem aus
strategischen Gründen) stabile Verhältnisse sind, so
sehr erheischen sie unmittelbar militärische Gewalt. Ob Gloria
Macapagal Arroyos Kopf dem von Marcos, Aquino, Ramos und Estrada
hinterherrollt, ist dabei wirklich perifer. (11.03.06)
"Menschenrechte": China beschuldigt
die USA der Heuchelei
Den jährlichen
Menschenrechtsberichten der USA kann man unschwer das imperialistische
Interesse nach Weltherrschaft und Unterwerfung aller anderen Nationen
unter den US-Oberbefehl entnehmen. Anders ist ein solcher Bericht
überhaupt gar nicht zu begreifen. Die Volksrepublik China
spürt den Angriff, durchschaut die Heuchelei desselben und tut
doch so, als wäre an dem Maßstab etwas anderes dran,
ein Ideal, an dem die USA sich selber messen lassen
müßten.
Wer die Schönheiten us-amerikanischer Freiheit und
Zivilisation 2005 nicht eh schon anderweitig zur Genüge kennt,
kann den Bericht ja einmal zur Kenntnis nehmen. Bericht
(10.03.06)
USA/Iran: Christen &
Muslime vereinigt euch!
South Dakota liegt nicht im Iran. Dort, in South Dakota,
wurde jetzt ein Abtreibungsgesetz - wegweisend für weitere
US-Bundesstaaten - beschlossen, das jedwede Abtreibung verbietet;
wirklich einzige Ausnahme ist, wenn das Leben der Mutter unmittelbar in
Gefahr ist. Irans Parlament hatte im April letzten Jahres einem leicht
liberalisierten Abtreibungsrecht zugestimmt. Demnach sollte eine
Abtreibung nicht nur bei Lebensgefahr für die Mutter statthaft
sein, sondern auch dann innerhalb der ersten vier Monate, wenn der
Fötus geistig oder körperlich geschädigt ist
und beide Elternteile eine Abtreibung deshalb wünschen. Das
oberste iranische Gericht versagte dann dem neuen Gesetz die
Gültigkeit mit der Begründung, die Scharia, das
heilige Gesetz des Islams, verbiete dies. (08.03.06)
Die SPD kämpft
für die nationale und gegen die internationale Gesinnung des
deutschen Kapitals
Man mag die SPD ja mittlerweile für so blöd halten,
daß sie nicht (mehr) zur Kenntnis nehmen möchte,
wovon der Erfolg auch des deutschen Kapitals abhängt: Nicht
zuletzt eben von der internationalen Ausrichtung des Kapitals; fast
täglich liest man ja solche Meldungen vom Exportweltmeister
Deutschland etwa oder davon, daß die Erfolge deutscher
Unternehmen im Ausland die schwächelnde heimische Konjunktur
stützen usw. Wenn die SPD jetzt zusehens in die Offensive mit
ihrer Kritik am Kapital geht, dann ist sie allerdings auf dem besten
Weg, das Kapital für den nationalen
Erfolg per Staatsgewalt in die Pflicht zu nehmen, ihm also den Erfolgsweg vorzuschreiben.
Ja, das kennt man doch von irgendwoher! Richtig, vom Pionier des
Autobahnbaus in Deutschland höchstpersönlich!
Gabriel (SPD) sagt in der Braunschweiger
Zeitung, die französische Politik betreibe (im
Unterschied zur BRD) gemeinsam mit den Unternehmen eine nationale
Energie- und Industriepolitik zum Wohle der Arbeitsplätze.
Struck (SPD) in der Neuen
Presse (Hannover): «Bei den deutschen
Unternehmen fehlt es mir an nationalem
Verantwortungsbewußtsein.» Parteichef Platzeck
fügt hinzu: «Unsere deutsche Wirtschaft
ist kein
Spielcasino.» Und ein namentlich nicht genannter, besonders
konsequenter Sozialdemokrat h.c.: «Der Kampf gegen das
internationale Finanz- und Leihkapital ist zum wichtigsten
Programmpunkt des Kampfes der deutschen Nation um ihre wirtschaftliche
Unabhängigkeit und Freiheit geworden.» (06.03.06)
Imperialistisches Gesamturteil:
"keine spezifisch nationalsozialistischen Opfer"
Mit dieser Begründung hat das Bundesverfassungsgericht die
Klagen von Nachkommen für das NS-Wehrmacht-Massaker an
Zivilisten in Distomo/Griechenland auf Entschädigung
zurückgewiesen. Spezifisch nationalsozialistische Opfer sind,
so muß man wohl daraus folgern, allein Juden. Alle anderen
Opfer gehen in Ordnung, sie werden mit den Opfern, die die Bundeswehr
beispielsweise in Afghanistan schafft, auf eine Höhe gestellt.
Faschismus ist ja auch eine Art konsequenter Form von Demokratie und
ihres missionarisch-imperialistischen Auftrags, wofür die
deutsche Justiz allenthalben viel Verständnis hatte und hat. -
Die USA werden von der BRD schon mal angesichts ihrer
Kriegs- und Foltermethoden auf
Menschenrechtsverstöße hingewiesen. Deutsche
Soldaten jedoch morden allein für die Menschenrechte!
(05.03.06)
Kolumbien: Freihandel mit
erwünschten Nebenwirkungen
Der abgebrühte Präsident und US-Vasall Uribe sieht im
eben beschlossenen Freihandelsabkommen seines Landes mit den USA "die
Chance zur Beseitigung der Armut". Dabei ist völlig klar,
daß Freihandel immer den kapitalmäßig
überlegenen Firmen zugute kommt, also den us-amerikanischen.
Gerade die (kleineren) Bauern, die als Alternative zu Koka-Plantagen
andere Nutzpflanzen anbauen, werden somit wieder auf den einzig
lukrativen Kokaanbau zurückgeworfen. Dieser wiederum dient dem
Uribe-Regime und seinen US-Geld- & Waffengebern als Vorwand,
hauptsächlich die linken Guerillas zu bekämpfen.
Uribe und seine US-Auftraggeber schrecken also offenkundig nicht
dafür zurück, den Krieg vorsätzlich zu
eskalieren. Die Bewohner Kolumbiens haben einen hohen Preis
für diese Politik zu zahlen und viele sehnen sich danach, das
Land zu verlassen. Freilich, nur für einen geringen Teil davon
haben die USA ein echtes Angebot: Junge Kolumbianerinnen werden zuhauf
auf dem US-Heiratsmarkt vermittelt. So bekämpfen die USA nicht
nur die Armut, sondern bringen gar die Völkerfreundschaft noch
voran... (02.03.06)
AEG in Nürnberg: Echt
super, die schwarz-rot-goldene Welt der IG Metall ist wieder in Ordnung!
Während die längst zum biederen Provinzblatt
heruntergekommene Frankfurter Rundschau den
Maßstab "immer höherer Profite" beklagt, ist einer
anderen Provinzzeitung, der Augsburger Allgemeinen,
immerhin aufgefallen, daß die Gewerkschaft den Fall AEG dazu
benutzte, aus dem Konflikt eine nationale Frage zu zimmern: Einen
allein vom Kapitalinteresse getriebener ausländischer Konzern (wie wenig kapitalgetrieben sind dagegen doch die
deutschen Konzerne!) tangiere das Schicksal seiner
deutschen Beschäftigten nicht! Wer so offensiv den
Klassengegensatz dementiert wie die deutschen Gewerkschaften, dem ist
ein mehrwöchiger Streik natürlich mehr als
lästig, der ist wirklich froh, wenn ihm wie IGM-Blödl
Neugebauer endlich der "Schmied" (Kapitalist) und nicht der "Schmiedl"
(Arbeiter) gegenübersitzt, damit er mit jenem die Sache
endlich sozial verträglich abwickeln kann, so als ob nichts
gewesen wäre: "Shakehands" unter Krawattenträgern,
das läßt sich sehen! Die Gewerkschaft setzt darauf,
daß die Belegschaft sich davon wesentlich mehr beeindrucken
läßt als von den paar Kröten, die sie jetzt
als Abfindung erhält und die im übrigen nur
geringfügig über dem vom Kapital ohnehin angebotenen
Betrag liegen. Und was das Allerschönste dabei ist: Die Leute
dürfen jetzt bis zum Ende für's Made in
Germany noch ranklotzen: Danke IG Metall! -
Es ist übrigens eine ganz, ganz dicke Lüge der
IG Metall, wenn sie behauptet, mehr sei einfach nicht drin gewesen:
Schließlich wollte sie ja gar nicht ein Parteigänger
der Arbeiterschaft sein, sondern ihr den Anschlag des Kapitals vermitteln, d.h.
mit einem möglichst bescheidenen Ergebnis (die Gewerkschaft
war schon immer Gegner von sogenannten "Maximalforderungen"!) die Abwicklung so gestalten,
daß die Arbeiter sich in ihr Schicksal fügen!
Und es ist keine Frage, daß sie die erforderlichen
25% unter ihren Schäfchen finden wird, denen die Gewerkschaft
mehr am Herzen liegt als ihr eigener Geldbeutel und ihre eigene
Gesundheit. (01.03.06)
Afrika: Goldgrube für imperialistische Waffenlieferanten
Heute finden in Uganda Wahlen statt. Niemand mag fragen, was die
Bewohner des Landes davon haben, wenn Musevenis Macht, die auf
US-Kampfhubschrauber gründet, auch noch demokratisch
legitimiert ist. In Somalias Hauptstadt Mogadischu kommt es unterdessen
zu den heftigsten Gefechten seit Jahren. Im Kongo sind Wahlen
anberaumt, aber deren militärische Absicherung ist
ungeklärt, weil die imperialistischen Staaten wenig
Notwendigkeit sehen, eigenes Personal zu schicken - der Wahlausgang
wird allenthalben als neuer Kriegsgrund angesehen. Über
Nigeria dagegen zeigt man sich in den westlichen Hauptstädten
wegen des dortigen Erdöls sehr besorgt. Kaum war dort Obasanjo
1999 mittels demokratischer Wahlen installiert, schlug er auch schon
gegen die Rebellen in der Erdölprovinz zu und machte die Stadt
Warri dem Erdboden gleich. Für den demokratischen Geschmack
ein guter Auftakt seiner Regierungszeit! Seitdem schwelt der Konflikt
weiter; die Aufständischen haben sich notgedrungen besser
ausgerüstet, um dem imperialistisch gesponserten Regime Paroli
bieten zu können.
Die Moral-Heuchler von den deutschen Grünen,
die sich im Falle Sudan sehr weit aus dem Fenster gelehnt haben, indem
sie unter Tränen für einen deutschen
Militäreinsatz geworben haben, sind nun auf Tauchstation:
Menschenrechte taugen eben nur als Titel für imperialistische
Interessen und ansonsten überhaupt nichts. (23.02.06)
Die imperialistische Neuordnung
Südost-Europas: Unterwerfung ohne Bonbon
So erwünscht die Erweiterung der EU um die Staaten des
früheren Jugoslawiens, um Rumänien und um Bulgarien
aus strategischen Gründen ist, so wenig will die EU den
ökonomischen Preis für die dank eingeführter
Marktwirtschaft am Boden liegenden Staaten zahlen. Und es ist leicht,
Vorwände zu finden, die Beitritte auf die lange Bank zu
schieben, ohne sie gleichzeitig negativ beschieden haben zu wollen. Man
kann der Meinung sein, daß die genannten Staaten ihre
"Hausaufgaben" nicht gemacht haben, also die Korruption nicht richtig
bekämpfen, CIA-Foltergefängnisse zulassen usw. Aber
auch wenn - wie z.B. Kroatien mit der Auslieferung von Gotovina - eine
essentielle Forderung der EU erfüllt wird, heißt das
noch gar nichts: Notfalls beruft man sich auf's Volk, das in Frankreich
und den Niederlanden exemplarisch die Verfassung abgelehnt hat, was die
EU-Verantwortlichen leicht in eine Ablehnung schneller Erweiterung
übersetzen können. Und je länger der
Prozeß der Erweiterung auf dem Balkan hinausgezögert
werden kann, desto weniger braucht man der Türkei oder gar der
Ukraine den Beitritt ernsthaft anzubieten, d.h. desto besser scheint
die Erpressung mit den (Vor)Leistungen zu verfangen, die jene Staaten
erst einmal erbringen müssen. (21.02.06)
Frankreich/BRD: Krieg gegen junge
Leute
Nachdem die deutsche Regierung mit der Kürzung der
Bezüge um 276 Euro für junge Leute bis 25 Jahre im
Rahmen von Harz IV unter Beweis gestellt hat, daß sie in der
Lage ist, jeder Unverschämtheit noch eine weitere
hinzuzufügen, beweist Frankreich Ähnliches: Die neue
Regelung zum Arbeitsvertrag bei erstmaligen Einstellungen, CPE
(Contract de première embauche), läßt
junge Arbeitnehmer bis 26 Jahren in den ersten beiden
Beschäftigungsjahren ohne jeglichen Kündigungsschutz
und ihre Arbeitgeber werden von Zahlungen für die
Sozialversicherung freigestellt. Das ist sie also die "soziale Antwort"
auf die Unruhen in den französischen Vorstädten vor
einigen Monaten. (19.02.06)
Abu Ghraib: Folter als
bewährte demokratische Methode
Es ist den USA nicht gelungen, die neuen Bilder aus ihrem
Militärgefängnis zu unterdrücken. Die Frankfurter
Allgemeine Zeitung versucht dennoch krampfhaft, ihrer
bourgeoisen Leserschaft die Folter als Ausnahme und anhand des
türkischen Kinohits "Tal der Wölfe" (Kurtlar Vadisi)
als Propaganda vorstellig zu machen. Die allzu klugen Köpfe,
die sich hinter dem Blatt verstecken, könnten ja glatt
verwirrt werden! Die demokratische Öffentlichkeit scheut die
Wahrheit, weil sie ihrem System und ihrem Krieg nicht nützt.
(16.02.06)
Luftsicherheitsgesetz
verfassungswidrig: Grund zum Aufatmen oder zur Besorgnis?
Daß der Politik die Sicherheit ihres Gewaltmonopols
über alles geht, daß ihr dafür jedes Mittel
recht ist, sofern es erst einmal gesetzlich niedergelegt ist, dieser
Tatbestand ist durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts
natürlich überhaupt nicht aus der Welt (siehe
GegenStandpunkt 1/2005). Daß es dabei darum gehen
muß, das Ideal der Gewalt, ihre
Durchsetzung ohne die Produktion von Leichen, im Auge zu behalten,
daß es also geboten ist, nicht willkürlich
einzugreifen - und genau das hat jene Art fiktiver Inszenierung einer
Flugzeugentführung und ihre Bewältigung durch
Abschuß nahegelegt -, gilt es zu beachten. Leichen
müssen genau kalkuliert, dürfen aber gerade deswegen
nicht präventiv unterstellt werden. Wofür die
"Würde des Menschen" alles gut sein kann! Ob die Chinesen u.a.
deshalb ein neues Goethe-Institut in Chengdu genehmigen, um solche
Fein- und Freiheiten "von der deutschen Kultur zu lernen"? (15.02.06)
Die BRD und der Irak-Krieg: Von
wegen: NEIN zum Krieg
Es ist, wie es die Zeitschrift GegenStandpunkt
(Ausgabe 2/2003 und 3/2003) schon immer aus der Logik des nationalen
Standpunkts abgeleitet hat: Einen prinzipiellen Einwand gegen den
Irak-Krieg hat die BRD nie gehabt. Was Schröder propagiert
hat, ist ein Vorbehalt gegen die USA, weil die im Alleingang
zugeschlagen haben, also ohne die BRD gemäß deren
Machtstellung und -ambition adäquat einzubinden. Jetzt beweist
auch die ans Licht gekommene BND-Affäre diese Tatsache. Neben
dem Vorbehalt hat sich die damalige Regierung Schröder/Fischer
gleichzeitig darum bemüht, den USA die deutsche Unentbehrlichkeit
in Sachen Kriegsführung unter Beweis zu stellen. Nicht nur die
Überflug- und Flughäfenbenutzungsrechte sind ohne
Aufhebens gewährt worden, mit ihren glänzenden
Geheimdienstverbindungen hat die BRD selbst Mittel im Irak in der Hand
gehabt. Wie die Informationen dann an die USA gelangt sind, tut dabei
wirklich nicht viel zur Sache. Fakt ist, daß die
Bundesregierung und insbesondere Steinmeier nicht nur davon
gewußt hat, sondern dies auch für in Ordnung
gehalten hat, weil es der Linie der Regierung entsprochen hat und wohl
heute noch entspricht. Fragt sich nur, warum die Verantwortlichen sich
nicht hinstellen und sich frei & offen zum Krieg bekennen: Ja
zum Krieg (- und das hat ja bekanntlich gerade in der SPD beste
Tradition!) ! Aber nur im garantiert deutschen
Interesse! (13.02.06)
EU-Imperialismus und die sauberen
Freunde Kubas
Menschenrechte heißen die staatlichen Gewaltakte, die sich
unmittelbar auf die Individuen beziehen. Mit ihnen erlaubt der Staat
seinen Untertanen Dinge, die ihm nützlich - aber auch nur
soweit, wie sie ihm nützlich sind. Es ist also nichts
irgendwie Erfreuliches, vom Staat zugestanden zu bekommen, die Klappe
aufreißen zu dürfen. Damit ist ein prinzipielles
Kritikverbot an ihm und seiner Gesellschaft erlassen, insofern sich
diese Kritik nicht auf das bloße Meinen
beschränkt.
Es gibt Linke in Europa, die davon keinen Dunst haben; ebenso vom
probaten imperialistischen Einsatz der Menschenrechtswaffe. So
beschloß das EU-Parlament eine Resolution gegen Kuba, in der
es sich für ein paar bescheuerte proimperialistische
Agitatoren starkmacht. Für diese Resolution stimmten auch die
GRÜNEN und die deutsche PDS (mit einer Gegenstimme), die
französische KP enthielt sich (ebenfalls mit einer
Gegenstimme). Aber jenen Parteien traut man ja ohnehin längst
wirklich alles zu. (12.02.06)
Warum lockert die KP Chinas die
Zensur nicht?
Nun kann man mit Recht die Frage aufwerfen, wie sich Chinas KP den
Übergang zum Kommunismus vorstellt, wenn sie denn diesen
Anspruch nicht mehr nur pro forma aufrechterhalten wollte.
Völlig außer Frage steht freilich, daß
Chinas Führung eine Ahnung davon hat, wenn und warum sie nicht
dem westlichen Heiligtum der Meinungs- und Pressefreiheit huldigt. Eine
auf diese Art freie Öffentlichkeit scheint ihr keinerlei
Gewähr für den weiteren Machtgewinn Chinas,
geknüpft an den ökonomischen Erfolg des Landes, zu
bieten. Eine Öffentlichkeit, die sich wie im Westen freiwillig
auf die Staatsräson verpflichtet, ist eben das Produkt eines
kapitalistisch erfolgreichen Staates, keineswegs jedoch dessen
Voraussetzung (und China ist nach eigenem Gseschmack wie nach
imperialistischer Meßlatte noch lange nicht erfolgreich
genug). Andersherum: Die Herrschaft der KP Chinas und ihr
Meinungsmonopol ist die Voraussetzung für die kapitalistische
Entwicklung Chinas - die der Imperialismus gleichwohl nicht missen
möchte, da er davon eben auch seinerseits gehörig
profitiert.
An dieser Frage zeigt sich, daß der Imperialismus nicht nur
in Bezug auf unmittelbaren ökonomischen Profit maßlos
ist, sondern gleichzeitig bezüglich seiner
Herrschaftsansprüche. Wenn staatliche Ansprüche den
Begriff totalitär rechtfertigen, dann
einzig die der USA und ihrer westeuropäischen wie japanischen
Verbündeten. (11.02.06)
Bundeswehreinsatz bei
Fußball-WM: Auch in Sachen Gewalt endlich ideologiefrei!
Daß der Einsatz des militärischen Gewalteinsatzes
von der zivilen (Polizei)gewalt im Innern zu trennen ist, das hatten
Demokraten aus der unseligen deutschen Vergangenheit abgeleitet, weil
für zweckmäßig erachtet. Damit sollte der
demokratischen Gewalt ein kritikmäßig unangreifbarer
moralischer Status verliehen werden. Daß die Trennung schon
immer Ideologie und keine Notwendigkeit war, zeigen allein die
Aufrüstung der Polizei und die schon in den 60er Jahren
eingeführten Notstandsgesetze. Nach Meinung diverser
politischer Vordenker wie der des neuen Innenministers
Schäuble gehört jene ideologische Abgrenzung
längst auf den Müll und die Weltmeisterschaft mit den
dazugehörigen nationalistisch durchgeknallten Fans
wäre dazu ein probater Anlaß, den der Staat nutzen
kann und soll, seinen Untertanen dies als Notwendigkeit zu verkaufen:
Moralische Rechtfertigung hat doch unser Staat nicht nötig!
Sein Zuschlagen geht immer & überall prinzipiell in
Ordnung, dafür reicht immer und überall allein die
Vokabel "Auschwitz" als Verkörperung der deutschen
Staatsräson. (10.02.06)
Ver.di-Streik für
anerkanntes Mitspracherecht
Streiks passen zwar nach durchgesetzter Meinung überhaupt
nicht in die Landschaft, dennoch hat sich die Gewerkschaft im
öffentlichen Dienst dazu entschlossen: Sonst würden
die staatlichen Arbeitgeber ja zunehmend allein darüber
bestimmen, wielange und für wieviel gearbeitet wird. Sobald
die Gewerkschaftsbosse also ein Papier mit-unterzeichnen
dürfen und dieses auch irgendwie als einen von ihr errungenen
Sieg, also als einen annehmbaren Kompromiß verkaufen
können, ist die Welt wieder in Ordnung und die verehrten
Arbeitnehmer dürfen wieder ran an die Maloche -
länger & billiger. Fragt sich bloß, welche
Art von Kompromiß von der Gewerkschaft eigentlich nicht
als Errungenschaft verkauft werden kann? Und wielange ihr Klientel ihr
die Erfolgslügen noch abnimmt... (09.02.06)
Die demokratische Entwicklung in
der Ukraine und ihre Ergebnisse
"In der Ukraine sind in den vergangenen drei Wochen 738 Menschen auf
Grund der eisigen Temperaturen gestorben. Die Todesfälle
ereigneten sich in der extrem kalten Winterperiode von 16.
Jänner bis 5. Februar, wie das Gesundheitsministerium in Kiew
heute mitteilte. Die meisten der Opfer seien Obdachlose oder Betrunkene
gewesen. Die Kälte und der hohe Strom- und Gasverbrauch haben
die marode Infrastruktur des Landes stark belastet. Es kam immer wieder
zu Ausfällen in der Strom- und Wärmeversorgung."
(ORF) (07.02.06) Laut ukrainischem Fernsehen ist die Zahl der
Todesopfer nach dem Ausfall von Heizkraftwerken auf über 800
gestiegen. (09.02.06)
Die USA: Gewalt als Argument macht
439 Mrd. $ locker
Soviel jedenfalls ist für den Militärhaushalt der USA
für das kommende Haushaltsjahr beantragt. Auf Nr. 1 der Agenda
steht natürlich nach wie vor der Krieg gegen den
Terrorismus - je mehr $ dafür eingesetzt werden,
desto schneller wird er nach Logik des Weißen Hauses beendet
sein; nichtsdestotrotz hat man sich auf eine längere Frist
eingestellt. Das heißt aber nicht, daß sich die USA
nicht auch anderen Herausforderungen zu stellen wissen. China wird als
aufstrebender Rivale in Ostasien betrachtet, der die Kontrolle der USA
dort allmählich gefährden kann. US-Stratege William
Cohen spricht von einem "militärischen Rivalen", das
US-Verteidigungsministerium von einem "Anwachsen des
Mißtrauens". Die US-Basen in Japan und Süd-Korea
werden ihre Angriffsfähigkeit mit weitreichenden Raketen
verbessern; Verteidigungsminister Rumsfeld möchte Japan und
Australien in die NATO einbeziehen. Grund und Folge des
Mißtrauens stehen so einmal mehr auf dem Kopf. (06.02.06)
Westliche Meinungsfreiheit: Nichts
als Feindbildhetze
Stimmung will gemacht sein, und wenn der Feind erstmal dingfest gemacht
ist, will auch ein Karikaturist nicht zurückstehen und legt
sein mehr oder weniger vorhandenes Können in den Dienst
imperialistischer Meinungsmache. Dementsprechend witzlos und blutig
ernst sind die Zeichnungen dann auch gemeint. Die konservative
Jyllands-Posten jedenfalls hat das gemacht, was hierzulande
so ziemlich alle Zeitungen machen und allenthalben als "Karikatur"
billigen. Die christlichen Figuren samt Papst, Bush und Konsorten
lassen sie dagegen respektvoll in Ruhe.
Jenseits davon ist im übrigen dem taz-Kolumnisten
Maußhardt zuzustimmen, der folgendes zu bedenken gibt: "Wenn
also der menschliche Verstand in Form einer Karikatur die
religiösen Gefühle verletzen kann, ist dann nicht im
Umkehrschluß jede Religion schon eine Verletzung des
menschlichen Verstandes? Darüber spricht nie jemand."
Fußnote:
Zufällig erfährt man, daß es in Gaza ein
"deutsches Kulturinstitut" gibt. Die Frage, ob die
Bevölkerungen in der BRD und in Palästina das
bestellt haben, stellt sich natürlich nicht. Wo der deutsche
Imperialismus ökonomisch und/oder militärisch nicht
präsent ist, meint er offensichtlich, ungefragt zumindest
seine "Kultur" aufdrängen zu müssen! Doch worin
besteht die? In einer aufgebrezelten Bundeskanzlerin, die nicht
müde wird, in Sachen Erpressung und Kriegsdrohung den USA
nachzueifern? In einem dummdußligen Außenminister,
der angesichts dessen - gefühllos wie er ist - meint, anderen
vorschreiben zu müssen, was
gefühlsmäßig in Ordnung geht und was nicht?
(03/04.02.06)
Das
21. Jahrhundert: Die Renaissance des religiösen Fundamentalismus
Der US-Präsident gibt sich gern christlich-religiös schwer überzeugt.
Sein Freund, der Papst in Rom, hetzt vorzugsweise für christlichen Absolutismus
und gegen den Relativismus materieller Dinge. Auch Frau Merkel hat mit Gott
ihr Amt beschworen und die neue Hoffnung der Franzosen fürs Präsidentenamt,
Segolene Royal, paßt mit ihren Vorstellungen (z.B. sollen sich Mädchen
in der Schule dezent kleiden, anstatt mit String-Tangas und engen Jeans im Unterricht
zu erscheinen (Kopftuchdebatte einmal anders...)) in die Orthodoxie des Mittelalters.
Man müßte daher fast annehmen, daß die Vertreter westlicher
Missionsvorstellungen ein gewisses Maß an Verständnis für die
Rückbesinnung auf die Religion im Vorderen Orient haben müßten.
Dem ist freilich nicht so. Zwar genießt das Judentum ihre Hochachtung,
weil das sich dort für christlich-geheiligte Zwecke ins Zeug legt. Aber
die anderen, ob al Qaida, ob der Iran oder die Hamas, denen muß man unterstellen,
daß sie ihre Religion nur als Mittel zum verwerflichen Zweck mißbrauchen,
als einen Vorwand, den Westen zu bekämpfen. Das - Religion als Mittel zum
Zweck - käme den abendländischen Kultur- und Zivilisationsführern
natürlich nie in den Sinn!
Eines muß man den fundamental denkenden Moslems also lassen: Sie haben
von ihren Feinden gut gelernsst! (31.01.06)
Kapitalistische
Errungenschaft: Kältetote trotz hochwertigster Heizsysteme
Der österreichische Rundfunk meldet heute folgendes: "In Polen erfroren
in der Nacht auf Freitag sechs Menschen. Damit stieg die Zahl der Kältetoten
auf 191. In Deutschland wurde der neunte Kältetote in einer Woche gemeldet.
In Ungarn erfror bei minus 22 Grad in einem Dorf eine 68 Jahre alte Frau. Nach
Angaben der Polizei ist sie das sechste Todesopfer der Kältewelle.
Horrorzahlen aus Ukraine
In der Ukraine sind erneut sogar Dutzende Menschen erfroren. Seit Donnerstag
kamen 39 Menschen bei eisigen Temperaturen ums Leben, teilte das Gesundheitsministerium
mit. Weitere 292 seien wegen Erfrierungen und Unterkühlung in Spitäler
eingeliefert worden." (29.01.06)
Palästina:
Hamas-Wahlsieg ruft imperialistische Heuchelei auf den Plan
US-Präsident Bush beharrt auf der Entwaffnung der Hamas. An eine (gleichzeitige)
Entwaffnung Israels denkt er dabei natürlich nicht. Daß der palästinensische
Radikalismus nichts als eine Frucht permanenten israelischen Zuschlagens ist,
kommt einem nicht in den Sinn, der bei Frieden an nichts anderes als Unterwerfung
unter und Einordnung in seine Weltordnung denkt. Angesichts der Unversöhnlichkeit
des Staates Israel und dessen Unterstützung durch die imperialistische
Welt wird der vielbeschworene Friedensprozeß genau die Fortschritte machen,
die er seit über 50 Jahren macht. -
Da wollte man den Abbas zu seinem Handlanger aufbauen und dann kann man noch
nicht mal der Hamas Wahlbetrug vorwerfen, wirklich ärgerlich!
Auch die deutsche Frau Merkel klinkt sich jetzt ein, demnächst will sie
Israel und den Abbas besuchen, Hamas-Vertretern will sie nicht die Hand reichen
- da werden die aber froh sein! (27. und 28.01.06)
Deutsche
Dichter & Denker: Kapitalismus wie er nicht sein dürfte!
Die Gewerkschaft tut so, als könne sie es nicht fassen, daß, wenn
Unternehmen schwarze Zahlen schreiben, sie so ohne weiteres ihre Produktion
ins Ausland verlagern (Beispiel AEG). Ein SPD-Finanzexperte namens Runde tut
so, als sei es völlig hirnrissig - nur weil ein paar Kleinanleger auf die
Nase fallen -, daß, wenn Immobilienfonds in Schieflage geraten, deren
Muttergesellschaften wie die Deutsche Bank einfach kein Kapital nachschießen.
Offenbar glauben die Verrückten aus Gewerkschaften und SPD tatsächlich,
der Kapitalismus sei für den "kleinen Mann" eingerichtet und die Schädigung
der kleinen Leute wäre auch gleichzeitig eine Schädigung Deutschlands.
So geht's, wenn man borniert nationalistisch denkt. Und wenn man seinen eigenen
ideologischen Bankrott partout nicht eingestehen will. (26.01.06)
Iran,
Indien: Die imperialistische Weltordnung und ihr Atomwaffenvorbehalt
Einmal auf die Abschußliste des freien Westens gesetzt kann der Iran noch
so oft beteuern, dem imperialistischen Verbot, Atomwaffen zu entwickeln, zu
entsprechen, also explizit kein Interesse an deren Besitz zu haben, um sich
die Feindschaft der USA samt Verbündeten zu ersparen, es nützt ihm
nichts! Es nützt dem Iran auch wenig, daß er seine Erdöleinnahmen
brav bei westlichen Firmen recycelt, wenn die westlichen Staaten auf dem Standpunkt
stehen, daß dieser dabei nichts anderes als den Aufbau eigener, mit den
imperialistischen Interessen im Nahen Osten inkompatibler Macht anstrebt.
Nicht nur in Sachen Iran gibt es atomar einiges zu regeln. Mit Indien wollen
die USA einen Atompakt schließen, um so mittels einer internationalen
Kontrolle indischer Atomanlagen ihren Einfluß geltend zu machen; die USA
können den atomaren Status Indiens nicht bestreiten und erachten es daher
für umso wichtiger, Indien nach US-Interesse zu kontrollieren und zu lenken,
als wäre das ganz im Sinne indischer Ambitionen. Auch in diesem Falle handelt
es sich um eine us-amerikanische Mission größten Kalibers (siehe
taz 19.01.06).
Das, was im Falle Iran als Erpressung offensichtlich ist, wird im Falle Indien
als Deal inszeniert. (20.01.06)
Irak:
US-Verluste steigen dramatisch
Innerhalb von ca. 2 Wochen haben die USA 3 ihrer Hubschrauber verloren, über
die Verluste an Soldaten und Soldaten ihrer Bagdader Marionetten gibt es keine
genauen Angaben, aber sie sind im neuen Jahr bereits erheblich. Umso willkommener
war die deutsche Politpuppe - die sorgte nicht nur für Ablenkung, sondern
sah nach einer neuen politischen Perspektive auch im Falle Irak aus. Die beiderseitigen
Geheimdienste haben jedenfalls das ihre dazu beigetragen. Frau Merkel hat zu
verstehen gegeben, daß sie an der Seite der USA noch über ganz andere
Leichenberge zu gehen bereit ist als über die, über die ihre Vorgängerregierung
mit den Kriegen in Jugoslawien und Afghanistan gegangen ist. (17.01.06)
Süd-
und Südost-Asien: Zerfallende Staaten, ganz viel Staatsgewalt dagegen und
absolute Billiglöhne für die Weltmarktproduktion
Wirft man einen Blick auf die Landkarte außerhalb der Brennpunkte imperialistischer
Politik, so läßt sich in Bezug auf Süd- und Südostasien
folgendes festhalten: Die Inselstaaten Indonesien und der Filippinen werden
allein durch das Militär zusammengehalten, dessen Kosten aus (us-)imperialistischer
Sicht die ökonomische Entwicklung behindert, aber gleichwohl notwendig
ist, sie überhaupt zu ermöglichen. Sri Lanka und Nepal zerfallen in
andauernden Bürgerkriegen, in denen die Staatsgewalt kaum mehr Herr der
Lage ist. Von imperialistischen Staaten wird die Lage dort mit Sorge und einer
großen Portion Unverständnis betrachtet. Viel Verständnis und
Sympathie hingegen genießen Staaten mit weltoffener Wirtschaftsausrichtung
wie Bangla Desh, Thailand, Malaysia und nicht zuletzt Vietnam, das bei seinem
Wunsch, der WTO beizutreten, auf offene Ohren gestoßen ist, freilich dafür
noch einige "Hindernisse aus dem Weg räumen muß", wie es so schön
heißt. Wirklich störend sind da eigentlich nur (noch) die autokratischen(!)
Regierungen in Myanmar - mit der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu
Kyi hat der Imperialismus einen immerwährenden Einspruchtitel in der Hand
- und Kambodscha, wo Regierungschef Hun Sen erst kürzlich wieder auf internationale
Kritik stieß, als er Kritiker seiner Politik (sie werfen ihm vor, mit
dem Grenzabkommen mit Vietnam den Ausverkauf Kambodschas zu betreiben) verhaften
ließ: Der wohl opportunistischste Politiker Asiens ist wegen seines prinzipienlosen
Machtanspruchs im Westen nicht gerade beliebt, als solcher gilt er als unzuverlässiger
Kantonist. (17.01.06)
Chile:
Neue Präsidentin — Alte Polit-Scheiße
Weder die Tatsache, daß die neu gewählte Präsidentin eine Frau
ist, noch die, daß sie der Sozialistischen Partei angehört, lassen
den Schluß zu, daß sich in Chile in Sachen imperialismuskompatibler
Ausrichtung der Politik etwas ändert - von wegen also Linksruck! Die Sozialisten
dort sind - wie die Sozialdemokraten sonst auch überall - längst auf
der Linie einer stinkreaktionären Politik; ihnen liegt nichts mehr am Herzen
als die Anerkennung seitens der USA. Daß sich auch die Kommunistische
Partei im Wahlkampf für jene, jetzt gewählte Charaktermaske der chilenischen
Klassengesellschaft stark gemacht hat, zeugt von ihrem Bankrott. (17.01.06)
Deutschland
sagt Rußland, wo es langzugehen hat
Die imperialistische Einmischung Deutschlands zeigt, daß das Interesse
an Rußland sich überhaupt nicht darauf beschränkt, daß
Rußland sein Erdgas sicher nach Deutschland liefert. Ärgerlich ist
vielmehr, daß in Moskau kein Statthalter des Westens regiert und man sich
mit einer nach eigenem Geschmack viel zu starken Souveränität arrangieren
muß. Dabei verzichtet Moskau allenthalben darauf, die Einmischung in seine
Angelegenheiten mit gleicher oder ähnlicher Münze zur vergelten. Nicht
einmal die imperialistischen 5. Kolonnen im eigenen Land in Form von NGOs werden
samt & sonders des Landes verwiesen. Zur Kalkulation mit & zum Anspruch
des Westens gegen Rußland siehe die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Gegenstandpunkt
(04/2005). (16.01.06)
Pakistan: Affront des US-Imperialismus
Ohne vorherige Konsultationen haben die USA das pakistanische Dorf Damadola
bombardiert, angeblich galten die Bomben al Zawahiri, dem 2. Mann von al Qaida,
hinterließen allerdings "nur" 18 Tote unter der Zivilbevölkerung.
Die CIA hüllt sich in verlegenem Schweigen. Aber vielleicht bekennen die
USA auch einmal mehr die Wahrheit ihres Terrors, an dem gemessen der
Terror al Qaidas nur ein schwacher Abglanz ist: Für die Bekämpfung
des Terrorismus, für die Mission us-amerikanischer Freiheit, sind noch
viel mehr Tote notwendig, die Welt-Öffentlichkeit solle sich also nicht
so anstellen, sondern endlich (auf der richtigen Seite) mitbomben! (14.01.06)
Vom
Irak- zum Iran-Krieg: USA und BRD stimmen sich ab
Anders als beim Irak-Krieg wollen sich die USA und BRD beim Vorgehen gegen den
Iran diesmal besser abstimmen. Einen deutschen Vorbehalt wie damals, von den
USA nicht gefragt und adäquat einbezogen worden zu sein, wird es diesmal
nicht geben. Und bezüglich des Irak-Krieges klingen die deutschen Hilfszusagen
bei der Etablierung einer neuen imperialistischen Lakaienregierung in Bagdad
ebenso wie ein Dementi des Neins zum Krieg wie die gerade jetzt zur Affäre
gemachten Informationen, nach denen der Geheimdienst BND sich gar aktiv am Krieg
auf Seiten der USA beteiligt hat. Die USA müssen die BRD doch verstehen,
wenn sie sich auf sachgerechte Gewaltenteilung versteht - und auf strenge Rechtsstaatlichkeit,
die Frau Merkel schon im Vorfeld ihres Washington-Besuchs zum Thema (Guantánamo)
gemacht hatte. Ihr obliegt die Aufgabe, jetzt Rußland von der harten Haltung
des Westens gegenüber Teheran zu überzeugen. Auf diplomatischer Ebene
ist Deutschland also schon mal in vorderster Front dabei. Etwas Schöneres
kann dem deutschen Imperialismus im Moment nicht passieren. (13.01.06)
Kongo:
Wahlen ohne Gewaltmonopol
In der kapitalistischen Welt steht ja so einiges auf dem Kopf. Offenbar sollen
Wahlen, wie die Beispiele im Irak und in Afghanistan erst neulich zeigten, Voraussetzungen
sein für ein funktionierendes nationales Gewaltmonopol. Im Kongo, wo demnächst
Wahlen stattfinden sollen, hat die UNO jetzt festgestellt, daß für
einen Wahlgang nach imperialistischen Maßstäben schlicht & einfach
die Gewaltfrage nicht geregelt ist, ja daß aufgrund dieser Tatsache die
Wahlen in einen neuen Bürgerkrieg führen könnten. Deshalb beantragte
die UNO jetzt die militärische Hilfe der EU. (12.01.06)
Bolivien: Morales tastet Privateigentum nicht an
So sieht er also in Wirklichkeit aus, der neue Liebling der internationalen
Linken. Zufrieden zeigten sich die nach seinem Wahlsieg zunächst besorgten
Agenturen des nationalen und internationalen Kapitals, so die führende
Rating-Agentur Fitch Ratings (Frankreich). Die Erdölkonzerne Repsol (Spanien),
Total (Frankreich), British Gas und die staatliche brasilianische Petrobras
(Lula hat den Sieg Morales' vor allem aus berechnenden wirtschaftlichen Gründen
begrüßt) versprechen sich erfolgreiche Verhandlungen über ihr
Interesse am bolivianischen Erdgas. Auch China zeigt mittels der Beteiligung
an einer argentinischen Firma Interesse. Darüber hinaus hat China am ergiebigen
Eisen-und Magnesium-Bergwerk Mutun sein Interesse bekundet.
Am Tag nach seiner Wahl erklärte Morales, seine Regierung werde das Eigentum
im Lande operierender ausländischer Firmen "nicht konfiszieren oder enteignen".
"Wir werden Respekt vor dem Eigentum durchsetzen", sagte er und weiter: "Unsere
Regierung wird die Gesetze achten, aber auch die Ölgesellschaften sollten
sie achten." Er traf sich als erstes mit bolivianischen Bankiers, denen er versprach,
für ökonomische und politische Stabilität zu sorgen. Unter stehenden
Ovationen seiner ehemaligen politischen Feinde sagte Morales vor dem rechten
Bürgerkomitee Pro-Santa Cruz: "Ich möchte gegen niemanden Vorurteile
hegen. Ich will keinen Reichtum enteignen oder konfiszieren. Ich will von den
Geschäftsleuten lernen." "Wir sind zufrieden, weil ... er versichert hat,
die Regeln nicht zu ändern, d.h. das System beizubehalten", sagte Perce
Anes, der Präsident des Bankenverbandes. (12.01.06)
Süd-Amerika:
SPD wird imperialistisch tätig
Die zunehmende Ausmischung der USA aus den Angelegenheiten südamerikanischer
Staaten nimmt die SPD mithilfe ihrer Nebenorganisation, der Friedrich-Ebert-Stiftung,
zum willkommenen Ansatzpunkt, sich verstärkt im Namen Deutschlands einzumischen
(siehe german-foreign-policy).
(12.01.06)
Massenentlassungen
Telekom 32000 VW 8000 Daimler 8000 Siemens 8000 Karstadt-Quelle 5700 HypoVereinsbank
2400 Generali 2000 AEG 1750 Agfa 1700 IBM 1600 Ford 1300 Miele 1100 usw.
1 Je mehr die Wirtschaft gefördert wird und wachsen kann, desto mehr Arbeitsplätze
werden bekanntlich nach übereinstimmender Meinung der Verantwortlichen
in Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Wissenschaften geschaffen. Fragt
sich eigentlich nur, womit die Firmen die Kohle verdienen, die es ihnen erlaubt,
ihr Geschäft auf eine neue Grundlage zu stellen, überflüssiges
Personal also abzubauen. Vielleicht ist ja Lohnarbeit doch ein Fehler, der den
Verlust selbiger einschließt? Sollen die Löhne noch weiter sinken,
um diese Verlustoption sicherer zu machen? -
2 Zusätzliche Profitquellen werden erschlossen, indem staatliche Aufgaben
privatisiert werden, als hätte der Staat nie eine Notwendigkeit gesehen,
diese in seiner Obhut abzuwickeln. Nach international niedergelegten Richtlinien
(WTO/GATS) sollen nur noch staatliche Hoheitsaufgaben wie Militär, Polizei,
Justiz und Geldemission in staatlichen Händen verbleiben.
Kapitalistische Erfolgsrezepte allenthalben, die einleuchten. (12.01.06)
Venezuela:
Chávez kennt den US-Imperialismus nicht
Für sein neues Staatsprogramm eines auf Erdölbasis "eigenständigen"
Kapitalismus läßt Chávez seinerseits keine Provokation aus:
Jetzt will er die Flotte der über 20 Jahre alten US-Kampfflugzeuge vom
Typ F-16 durch neue russische MIGs ersetzen. Außerdem hat er in Brasilien
schon Militärjets vom Typ Super Tucano bestellt, deren Lieferung er die
USA beschuldigt zu blockieren, weil sie mit US-Technologie gebaut sind. Es sei,
so Chávez, jetzt Sache Brasiliens, die Sache zu klären. (12.01.06)
Süd-Amerika
und Ost-Europa: Verschiedene Wege zum kapitalistischen Ziel...
Staaten Lateinamerikas wie Argentinien und Brasilien, die jahrzehntelang unter
der Knute der Weltbank und des IWF litten, haben den Schluß daraus gezogen,
daß von staatlicher Souveränität keine Rede sein kann, solange
man sich mit Krediten erpressen lassen kann, daß auch eine Entwicklung
nationaler Wirtschaftspotentiale so nicht möglich ist. Die Staaten Ost-Europas
hatten zwar ebenfalls schon - zu ihrer realsozialistischen Zeit - keine guten
Erfahrungen mit den sog. West-Krediten gemacht, dies allerdings damals (bis
auf Rumänien) zweckfremd betrachtet (Wirtschaftsbeziehungen schaffen Frieden)
und ihnen so eine Notwendigkeit beigemessen, die sie an sich nicht hatten. Heute
halten sie alle (inklusive Rumänien und allen voran die Ukraine) West-Kredite
für das Non-Plus-Ultra staatlicher und kapitalistischer Entwicklung.
Dem IWF und der Weltbank gelten daher Argentinien und Brasilien als "Sorgenkinder",
weil sie sich ihrem Einfluß entziehen: Ein geradezu schon kommunistisches
Verbrechen! Ost-Europa dagegen stellt ein riesiges Potential (an Menschenmaterial
und sonstigen Rohstoffen) für westliche Bereicherung dar, und die Freiheit,
darauf mit Kredit zugreifen zu wollen und zu dürfen, wird ihm als Erfolgsmodell
für Entwicklung vorbuchstabiert. Die dafür nötigen Statthalter
hat man bereits (mit wenigen Ausnahmen, die aber in Arbeit sind) erfolgreich
installiert.
Fragt sich, mit welchem Modell die Bevölkerung besser fahren wird, mit
dem Modell eigener Entwicklung (Vorbild China), bei dem die westliche Öffentlichkeit
garantiert die "Schattenseiten" (Armut und Umweltzerstörung) - und die
Ursache in den nicht im Westen gesuchten Ratschlägen - entdeckt oder bei
dem Modell westlicher Entwicklung durch den Ausverkauf nationaler Ressourcen,
bei dem dieselbe Öffentlichkeit soweit sie dort Armut und Umweltzerstörung
überhaupt in Augenschein nimmt, diese als einzig den alten Verhältnissen
geschuldet betrachtet, die man ja gerade zu überwinden trachtet.
Fazit: Zwei Wege und garantiert nur eine Sorte Armut - die kapitalistischen
Grundes. (09.01.06)
Imperialistischer
Erfolg Nr. 97483: Markt frei von Blutdiamanten!
Die Bourgeoisie kann aufatmen, endlich wieder mit gutem Gewissen Klunker kaufen!
Die Verkäufer können aufatmen, kein unerlaubtes Preisdumping mehr!
Und die weiterverarbeitende Industrie braucht sich auch keine Sorgen zu machen,
keine Schnäppchen auf dem Diamantenmarkt mehr machen zu können: Denn
der dunklen Kanäle sind trotzdem noch viele und ein ernstzunehmendes Interesse
an sozialen und ökologischen "Mindeststandards" bei der Schürfung
weit und breit nicht zu sehen. Der Kimberley-Prozeß, der Selbstregulierungsprozeß
der Diamantenindustrie, der nur noch Diamanten mit Herkunftszertifikat einer
staatlichen Behörde anerkennt, war ein voller Erfolg: Siehe Hintergrundbericht
in der taz vom 05.01.06. Zum seinerzeitigen Skandal siehe GegenStandpunkt
3/2000. (06.01.06)
EU:
Konzentrationslager für Neger und Asiaten
Die heißen natürlich nicht so und kommen auch ganz ohne Gas aus:
Noch unter österreichischem EU-Ratsvorsitz wird die EU in Afrika und vermutlich
auch der Ukraine "Schutzzentren" für Flüchtlinge einrichten. Das kündigte
Österreichs Innenministerin Liese Prokop (ÖVP) an. Außerdem
forderte sie die Türkei auf, mit der EU ein Rückübernahme-Abkommen
für illegale Einwanderer abzuschließen. Kapitalistisch unbrauchbares
Menschenmaterial kann die EU nicht brauchen: Ökonomisch begründeter
Rassismus geht voll in Ordnung. (Im Gegensatz dazu hingen die Nazis einem falschen,
weil total unökonomischen Rassismus an - also geht es offenbar nicht darum,
an ihnen den Rassismus zu kritisieren, sondern ihre Art von Rassismus
- die bessere Art hat unter der marktwirtschaftlichen Demokratie ihre Heimat
weltweit.) Siehe auch GegenStandpunkt
4/2004 (04.01.06)
Susanne
Osthoff: Ein bürgerliches Individuum auf der Abschußliste der bürgerlichen
Journaille
Daß Susanne Osthoff ihr Steckenpferd Archäologie ungeachtet einer
imperialistisch eingerichteten Welt (zu der auch gegen sie sich ohnmächtig
wehrende Opfer gehören) weiterhin zu reiten gedenkt, ist einerseits - für
ihr eigenes Interesse - wohl ein zumindest bedenkliches Unterfangen. Andrerseits
ist zu würdigen, daß sie sich als Individuum überhaupt nicht
von den Empfehlungen der deutschen Staatsgewalt beeindrucken läßt.
Denn die hat nie und nimmer Susanne Osthoffs Gesundheit im Blick, sondern Deutschlands
Verwicklung in eine Staatsaffäre, denn schließlich betrachtet sie
ihre Staatsbürger im Ausland ja immerzu als ihren Anspruch gegen andere
(Staats-)Gewalten. Dem entnimmt die staatstreue Presse inklusive ZDF ihren "kritischen"
Auftrag: Susanne als Individuum abzuschießen. Schließlich kennt
sie keine bedingungslose Unterordnung unter den Staat, mit dessen Paß
sie gesegnet ist. Denn nur als vertrottelter, pardon: mündiger Staatsbürger
zählt das allenthalben hochgelobte Individuum in der Demokratie. Die Springergazette
Bild setzte mit ihrer Hetze in bewährt-faschistischer Stürmer-Manier
einmal mehr die Maßstäbe: So widerwärtig geht Meinungsfreiheit!
(03.01.06)
Opel:
Kapital kann sich auf Gewerkschaften & die Staatsgewalt verlassen
In einem exemplarischen Vorgehen gegen den entlassenen Opel-Arbeiter R. K. setzte
die Firma OPEL dessen entschädigungslose Kündigung durch alle Gerichtsinstanzen
hindurch durch (woran sich auch nichts Wesentliches ändert, daß die
fristlose in eine fristgemäße Kündigung aus betrieblichen Gründen
umgewandelt wurde). Grund war der Versuch des Angeklagten, bei Kollegen im Betrieb
für eine Beteiligung an den Aktionen gegen die geplanten Massenentlassungen
zu werben. Für den Rechtsstreit scheute Opel keine Ausgaben, um mit Baker
& McKenzie eine der teuersten internationalen Anwaltskanzleien zu beauftragen.
Der Vorsitzende Richter am Landesarbeitsgericht Hamm stellte klar, daß
es sich um wilde, rechtlose Aktionen, nicht aber um Streiks gehandelt habe:
Streiks könnten in Deutschland nur von den Gewerkschaften und auch nur
unter ganz bestimmten Bedingungen und Richtlinien ausgerufen werden. Die fristlose
Kündigung wurde freilich erst dadurch möglich, daß Betriebsrat
und Gewerkschaft den Arbeitskampf im Jahr 2004 (siehe GegenStandpunkt 4-2004)
gegen den Willen vieler Beschäftigter und ohne irgendein greifbares Ergebnis
beendeten. Dabei unterließen sie es auch, mit der Geschäftsleitung
den Ausschluß von Maßregelungen zu vereinbaren, wie es sonst bei
ähnlichen betrieblichen Kämpfen seit Jahrzehnten üblich war.
(02.01.06)
Vietnam:
Heimholung in das Reich der Freiheit
Das Projekt läuft - weil die USA ein Interesse haben und Vietnam als Staat,
der über kaum Mittel für sich und seine Bevölkerung verfügt,
ebenfalls. Deshalb bietet Hanoi sein Menschenmaterial billigst auf dem Weltmarkt
an und die USA schrauben den Preis für den Eintritt in die WTO, die Lage
ausnützend, entsprechend hoch. Die Öffnung der Märkte und damit
der Ruin weiter Teile vietnamesischer Wirtschaft stehen weiterhin auf der Tagesordnung
im Jahre 2006, nachdem in den 2005er Verhandlungen Vietnam noch zögerte,
die harten Bedingungen zu unterschreiben. Fragt sich nur, wofür die Vietnamesen
mal eine Revolution gemacht und unter größten Opfern die US-Imperialisten
bekämpft haben? Aber leider gibt es in den Zentren des Imperialismus keine
Leute, die - allen seinerzeitigen Ho Ho Ho Chi Minh Rufen zum Trotz - begriffen
hätten, worauf es hier ankommt. (01.01.06)
Marktwirtschaftliche
Lektion für die Ukraine
Wenn man einen Preis nicht zahlen kann und/oder will, dann muß man sich
des Kaufs enthalten. So gebietet es der Respekt vor dem Eigentum in der kapitalistischen
Welt. Es ist also jetzt die Frage, ob die Ukraine die Ware Erdgas unentgeltlich
sich aneignen will, also einen Diebstahl in aller Öffentlichkeit zu begehen
bereit ist. Nicht daß Politik & Öffentlichkeit im freien Westen
mitunter kein Verständnis für Diebstahl auf internationaler Ebene
hätten, aber wenn damit unmittelbar, wie im vorliegenden Fall, eigene Interessen
tangiert sind, dann sieht man sich schon zu anders gelagerten Klarstellungen
herausgefordert. Da läuft also ein wesentliches Element deutscher Energieversorgung
so total ohne eigene Kontrolle ab! Muß man jetzt die Bundeswehr in die
Ukraine schicken, um die Pipelines zu sichern? Hatte Hitler mit seinem Ostfeldzug
nicht doch irgendwie so unrecht nicht? Da tragen glatt zwei Staaten ihre Differenzen
womöglich auf unserem Rücken aus - so war die Befreiung Osteuropas
vom Sowjetkommunismus nicht gemeint! Auf jeden Fall reicht die deutsche Macht
bei weitem nicht weit genug! Und wie wichtig und nötig die Atomenergie
für die nationale Energieversorgung ist, wird auch schon wieder betont;
ihr Auslaufen ist also auch in 25 Jahren nicht absehbar, das werden jetzt selbst
die realitätsfernen GRÜNEN endlich einsehen müssen. (Die Kältetoten
in Osteuropa unter dem Regime kapitalistischer Freiheit sind der deutschen Politik
übrigens so schnurzpiepegal wie es nicht anders sein kann.) (01.01.06)
Polen kontrolliert Baltikum: Gegen Rußland
Polen übernimmt ab dem 31.12. im NATO-Auftrag die Kontrolle des Luftraums
über den 3 baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland, die selber
über keine Luftstreitkräfte verfügen. Zum Einsatz kommen täglich
4 MiG-29-Maschinen, die in Litauen stationiert werden. (26.12.05)
Wie die polnische Regierung mitteilt, bleiben die polnischen Truppen bis Ende
2006 im Irak.
Die CIA-Affäre - in Polen sollen CIA-Gefängnisse existieren - wurde
für endgültig erledigt erklärt.
Für die polnischen Republik ist die Anerkennung in Washington das Höchste
ihrer Politik; deshalb spielt sie gerne den unentgeltlichen Handlanger des US-Imperialismus.
Und die polnische Bevölkerung zahlt die Zeche und hält dabei schicksalsergeben
am Glauben an die Heilige Gottesmutter Maria fest (- die dem polnischen Wappen-Adler
nach Ende der realsozialistischen Ära hinzugefügte Krone ist die Krone
Marias). (27.12.05)
Sudan:
Die GRÜNEN hetzen im Bundestag für militärischen BRD-Imperialismus
Der Grüne Ströbele und vor allem seine hysterische Kollegin Uschi
Eid hetzten, humanitäre Gründe vorschützend, für die Verlängerung
des Bundeswehreinsatzes im Sudan - gegen den Sprecher der Linkspartei Paech
(die Linkspartei hat sich halbherzig für die Ablehnung des Antrags entschieden).
Dafür erhielt Eid gar Belobigung von der CDU. Ihr Argument: "Auf der Seite
der Täter steht man, wenn man sich raushält." Was die Verhältnisse
einigermaßen auf den Kopf stellt: Schließlich sind die Verhältnisse
in Afrika so unwirtlich und kriegsträchtig, wie sie von imperialistischen
Staaten wie Deutschland (Täter!) gemacht worden sind. Jetzt versucht die
sudanesische Regierung im Interesse des Westens für Ruhe zu sorgen und
schon ist es der deutschen Regierung wieder nicht recht. Daraus den Schluß
zu ziehen, daß der Sudan ein Konkurrenzobjekt unter imperialistischen
Staaten geworden ist, liegt eigentlich auf der Hand. Aber so geht eben Politik
heute: Eine strategische Position und billiges Öl haben wollen und dazu
Menschenrechte sagen. Siehe auch den Artikel "Deutschland
kümmert sich um den Sudan" (GegenStandpunkt 3-2004). (25.12.05)
Ukraine:
Abhängigkeit vom Westen — das ist Freiheit!
Ukraines Präsident Juschtschenko stöhnt unter der Erhöhung der
Gaspreise durch Gazprom (von 50 auf 230 $/1000 m³ - unmittelbar geht es
darum, der ukrainischen Naftogaz die Gewinnmargen durch Weiterverkauf zu bestreiten,
die zu kalten Wohnungen in vielen Orten bereits heute geführt haben). Jetzt,
wo man endlich im Westen Kredit hat! Jetzt, wo man sich von Moskau nichts mehr
diktieren lassen zu müssen glaubt! Da sind doch mal eigene Drohungen angesagt:
Die Ankerrechte der russischen Flotte in Sewastopol sollen von 98 Millionen
Dollar auf 2,5 Milliarden heraufgesetzt werden oder sie wird schon vor Fristablauf
2017 hinausgeworfen! Auch die russischen Raketenfrühwarnysteme in der Ukraine
werden ins Gespräch gebracht. Sollte Gazprom ab 1. Januar den Hahn zudrehen,
wird sich Kiew aus der Transitpipeline nach West-Europa bedienen, so kündigt
man großsprecherisch an - die Wahrheit wird eher die sein, daß die
Bevölkerung in der Ukraine frieren darf, denn für die Energieversorgung
der Bevölkerung sind die West-Kredite nie & nimmer gedacht. In der
Ukraine unter einem Führer wie Juschtschenko zu leben, der sich darüber
wundert, daß jede Woche irgendetwas anderes in seinem Land aus dem Ruder
läuft, ist wahrlich kein Vergnügen. Aber das ist es ja im marktwirtschaftlich
gereiften - man versteht sich mittlerweile auf satte Preiserhöhungen! -
Rußland, allen Erdgaseinnahmen zum Trotz (die Gas-Mehreinnahmen sollen
laut Putin sozialen Projekten zugutekommen), ja wirklich auch nicht. (24.12.05)
BP
Köhler: Du bist nichts, Deutschland ist alles!
Die Weihnachtsansprache des verehrten Bundespräsidenten geht schon gut
los: In der Anrede benutzt er das Wort mit dem faschistischen Touch "Landsleute",
welches nun mal alle hier lebenden Ausländer ausschließt. Außerdem
soll bei der Fußball-WM 2006 nicht der Beste gewinnen, sondern WIR! Ansonsten
sollen die "Landsleute" an ihrer werten Persönlichkeit arbeiten und sie
in den Dienst der Nation stellen, für die endlich die Volksparteien gemeinsam
die Dinge in Angriff genommen haben. WIR wollen an die Spitze Europas (was ja
noch ein wenig untertrieben ist) und dafür hält Köhler es für
nötig, den "Landsleuten" eine starke Prise Moral zu verabreichen.
Was will man auch von einem Bundespräsidenten anderes erwarten? Manche
Blätter werden die Intellektualität vermissen, werden sich freilich
nie zu der Wahrheit durchringen, daß für das Amt und den nationalen
Anspruch das größte Arschloch noch immer ein bißchen zu klein
ist. (24.12.05)
Moskau:
Deutsch-imperialistischer Propagandasender abgeschaltet
Leider enthält die Begründung für die Abschaltung der "Deutschen
Welle" gar keine explizite inhaltliche Kritik, eine Kritik die Springers Welt
in einem postwendenden Kommentar ausgeräumt haben wollte. Daß eine
inhaltliche Kritik für die völlig abwegig ist, ist sowieso klar -
sie attestierte dem Sender "Bemühung um Objektivität" - worauf man
sich ja im Hause Springer bekanntlich bestens versteht -, aber im Falle von
Rußland?
Nun gut, die Begründung verweist bis dato lediglich auf den Bedarf einer
Klärung von "Frequenz- und Lizenzfragen". Ob Moskau also nur Geld sehen
will oder sich womöglich doch auch inhaltlich etwas vom Sender verbittet
- das wird jetzt geklärt. Also so schwer kann doch, von unserem Freund
Putin!, eine Lizenz zum Zwecke imperialistischer und antirussischer Hetze nicht
zu kriegen sein! Oder müssen wir "Gasnosse"(Bild) Schröder einschalten?
(23.12.05)
New
York City: Gewerkschaft kapituliert kampflos
Als ob es noch eines Beweises bedurft hätte, daß Gewerkschaften kein
Mittel für die Durchsetzung von Arbeiterinteressen sind: Die US-Gewerkschaft
Transport Workers Union Local 100 hat ihn geliefert: Kaum hat der Staat
mit seinem "Taylor Law", das Streiks im öffentlichen Dienst verbietet,
gewunken und Strafgebühren verhängt, schon gab sie ihren rund 34.000
streikenden Transit-Arbeitern (so heißen die U-Bahnfahrer dort) Anweisung,
wieder an die Arbeit zurückzukehren - ohne natürlich auch nur eines
ihrer Ziele (Lohnerhöhung, höhere Renten, Rücknahme der auslösenden
Arbeitgeberforderung: Erhöhung des Rentenalters von 55 auf 62 Jahre, Erhöhung
der Rentenbeiträge von 2 auf 6 %) durchgesetzt zu haben. Die Gewerkschaft
versteht sich als essentieller Bestandteil des Klassenstaats und hält sich
deshalb lieber an Recht & Gesetz. Dem ideologischen Gerede desselben vom
"wilden" Streik gibt sie natürlich recht, wenn der Streik tatsächlich
nicht dem Buchstaben des Gesetzes entsprochen hat. Da wird sie sogar mal selbstkritisch
(was bei einem Blick auf die Gewerkschaftskasse auch nicht schwerfällt).
(Im übrigen hatte der Gewerkschaftsdachverband AFL-CIO sich erst gar nicht
unterstützend eingemischt. Daß überhaupt gestreikt wurde, ist
einem "Hardliner" an der Spitze der Gewerkschaft zu verdanken.)
Die bürgerliche Presse hat natürlich gleich wieder die Untragbarkeit
des Streiks für den kapitalistischen Alltag, in dem sich Zahnrädchen
in Zahnrädchen reibungslos zu drehen hat, breitgetreten. Diesmal ist ihr
noch ein zusätzliches Argument eingefallen, weil sie immerzu danach trachtet,
den Zynismus des Systems durch einen originellen Einfall zu bereichern: Für
die Bettler wäre der Streik total übel, weil sie angesichts verschlossener
U-Bahnhöfe bei kaltem Winterwetter akut vom Erfrierungstod bedroht sind.
(23.12.05)
Bolivien
in imperialistischen Augen: Erdgas, Kokain und sonst nichts
Die USA haben betont gelassen auf den Wahlsieg von Evo Morales reagiert, der
sich als Sozialist bezeichnet und als Hoffnungsträger der armen Massen
sieht und gesehen wird. Mit ihrem Urteil eines "failed state" liegen die USA
auch gar nicht falsch, nur würden sie dafür nie ihre eigene imperialistische
Politik verantwortlich machen. -
Schlechtere Voraussetzungen dafür, die Armut im Lande zu beseitigen, gibt
es nicht, es fehlt an den Mitteln. Die wenigen Mittel, die da sind, braucht
der Staat selber, um als Staat in der kapitalistischen Welt überhaupt zu
existieren. So erwarten selbst die USA nicht, daß Morales antiimperialistische
Maßnahmen ergreift, d.h. die Interessen seiner Bevölkerung für
wichtiger hält als die Wirtschaftsbeziehungen zum Ausland. Wieviel Konzessionen
kann er den Erdgas-Multis abgewinnen, ohne Differenzen mit deren Herkunftsländern
zu riskieren (Petrobras - Brasilien); wieviel (selbstlose) Unterstützung
hat Lulas Brasilien (wichtigster Handelspartner) für Bolivien übrig?
Wie gehen die schlechten Beziehungen zu Chile (wegen Zugang zum Meer) und die
besseren mit dem peruanischen US-Vasall Toledo (gemeinsamer Freihafen Ilo in
Süd-Peru) weiter? Und wie stark sehen sich die USA genötig, unter
dem Vorwand der Bekämpfung des Koka-Anbaus ähnliche Saiten aufzuziehen
wie in Kolumbien gegen linke Bestrebungen (Anzeichen dafür gab es im Wahlkampf
2002)? Die USA würden Bolivien sicherlich gerne sofort andere Opiate verabreichen,
scheinen gegenwärtig allerdings davon auszugehen, daß der dortige
Siegesrausch ohnehin schon bald in Enttäuschung umschlagen wird. -
Bleibt die Frage - wenn sie denn nicht schon beantwortet ist -, was die Armen
Boliviens von dem neuen Mann an der Spitze zu erwarten haben: Nicht viel Neues
außer wohlklingenden Worten. Wie sollten sie auch. (20.12.05)
Australien:
Knallharte Standortpflege
Mit der Reform der Arbeitsgesetzgebung macht Australien Schluß mit den
bescheidenen Sicherheiten seiner Lohnarbeiter. Im Detail informiert darüber
ein Bericht in der aktuellen (Print-)Ausgabe der Zeitung analyse & kritik
(beziehbar unter www.akweb.de). (19.12.05)
USA:
Gesetz gegen die Folter - aber wozu eigentlich?
1. Die USA wollen der Kritik der imperialistischen Konkurrenz signalisieren,
daß sie überhaupt kein Problem damit haben, mit einem neuen Gesetz
der Kritik die Spitze zu nehmen.
2. Die USA wollen klarstellen, daß sich selbstverständlich auch die
CIA an Recht und Gesetz der Vereinigten Staaten hält und zu halten hat,
die sich den Menschenrechten und dem Völkerrecht verpflichtet haben.
3. Das Gesetz kann, soll und muß selbstredend nicht so verstanden werden,
daß sich die USA mit ihm irgendeine Option im Kampf gegen den internationalen
Terrorismus vorenthalten lassen würden. (Die "Balance zwischen menschlicher
Behandlung und aggressiver Informationsbeschaffung" - so Bushs Sicherheitsberater
Stephen Hadley -, die Eingang ins Gesetz gefunden hat, soll zeigen, daß
der offenkundige Widerspruch keiner sein muß.)
4. Die USA wollen unter Beweis stellen, daß sie ihrerseits alles tun,
daß Mißverständnisse und Unstimmigkeiten zwischen den transatlantischen
Partnern in Zukunft unterbleiben. Jetzt ist es an den Partnern, ihrerseits durch
tatkräftige Unterstützung der US-Mission Zweifel an ihrer konstruktiven
Rolle zu beseitigen. -
Wenn das kein überzeugender Punkt unter die CIA-Affäre ist! (18.12.05)
Skopje:
Endlich die richtige Perspektive!
Die Frühere Jugoslawische Republik Makedonien hat den EU-Aufnahmeverhandlungsstatus
zugebilligt bekommen. Darüber haben sich Politiker und Volk gefreut, als
wüchsen ihnen demnächst die Bananen in den Mund. Die EU hat diese
Freude allerdings gedämpft: Wohlwissend, daß auch Makedonien ein
reines Zuschußprojekt für die Kontrolle des Balkans ist und zur ökonomischen
Stärkung der EU überhaupt nichts beitragen kann, hat sie verlautbaren
lassen, daß sie an die Grenzen ihrer "Aufnahmefähigkeit" stößt!
Die Leute dort sollen also jede Menge Verständnis haben, wenn "trotz"
EU(-Perspektive) (und nicht wegen ihr) nichts für sie abfällt!
(18.12.05)
WTO-Tagung
unter unverrückbaren imperialistischen Ansprüchen
Die EU will ihre Agrarbeihilfen reduzieren, weil sie schon seit längerem
zu der Ansicht gekommen ist, daß diese viel zu groß sind im Vergleich
zu dem, was die Landwirtschaft zum Ertrag ihrer Ökonomie beisteuert (wobei
sich diesbezüglich gerade die mächtigsten EU-Staaten Frankreich und
die BRD gar nicht so einig sind). Die ohnehin anvisierte, behutsame Reduzierung
ihrer Subventionen macht die EU auf dem Gipfel im chinesischen Hongkong als
Angebot für das AOA (Agreement of Agriculture) vorstellig, für das
sie sich selbst berechtigt sieht, Gegenleistungen einzufordern. Gerade in Sachen
Dienstleistungen (GATS - General Agreement on Trade in Services) und Industriegüter
(NAMA - Non-Agricultural Market Access) pocht sie auf eine Öffnung der
Märkte vor allem der nichtimperialistischen Welt, aber auch des US-amerikanischen
Konkurrenten, der seinerseits gegenüber den übrigen Staaten im Prinzip
aus eigenem Interesse dasselbe ebenso vehement fordert, bei seinem "Angebot"
auf dem Agrarsektor jedoch weiter geht als die EU. Wirtschaftsminister Glos
und SPD-"Europa muß Weltmacht werden"-Verheugen als "EU-Wettbewerbskommissar"
schlugen harte Töne an. Letzterer zog vor allem gegen die sich in der Entwicklung
befindliche chinesische Autoindustrie und deren staatlichen Schutz vom Leder,
wobei ihn natürlich nicht beeindruckt hat, daß China die Verpflichtungen,
die es mit der Zulassung zur WTO eingegangen war, penibelst erfüllt und
auch für 2006 Zollsenkungen angekündigt hat, die auf Seiten der EU
ihresgleichen suchen. China, Indien und andere Staaten sind allerdings längst
selber ambitioniert genug, um sich nicht auf alle "Angebote" einzulassen und
einlassen zu müssen. Das Gezerre um den "consensus" geht also 2006 in die
nächste Runde und die Armen dürfen sich weiter wünschen, daß
es ihnen - wie sich Chiles Handelsminister Walker ausdrückte - wenigstens
so gut ginge wie einer EU-Kuh. (18.12.05)
Wofür
noch Ausbildung in europäischen Armutsstaaten?
EU und IWF haben Rumänien und Bulgarien unter Druck gesetzt, öffentliche
Gelder einzusparen. Die jüngsten Streiks der Lehrer in beiden Staaten richten
sich gegen die Vorgaben, denen die Regierungen in Bukarest und Sofia nachkommen
wollen, wollen sie sich doch als Musterschüler des Imperialismus erweisen.
IWF-Handlanger Hans Flickenschild stellte seine dialektische Bildung unter Beweis,
indem er die Schließung von Schulen und die Entlassung von Lehrern forderte
- bei gleichzeitiger Verbesserung der Ausbildungsqualität. (17.12.05)
Mexiko:
Fox kritisiert USA scharf
Nachdem das US-Repräsentantenhaus den Ausbau der Grenzanlagen zum Nachbarland
(ein 1100 km langer Zaun soll zusätzlich errichtet werden, um die USA vor
Einwanderern zu schützen) beschlossen hatte, griff Mexikos Präsident
zu ungewohnt scharfen Worten. Er sagte, Grenzbefestigungen gehörten ins
vergangene Jahrhundert und würden wie die Berliner Mauer in Volksaufständen
niedergerissen. Und weiter: "Diese Mauer ist schändlich, das sagt nichts
Gutes über ein Land, das sagt, demokratisch sein zu wollen." So ist sie
aber nun mal die Vorzeige-Demokratie der freien Welt. Ohne Mauern, ohne Rassismus
kommt dieses feine System von Geschäft und Gewalt nicht aus... wie sollte
es auch? Der von ihm produzierte Menschenmüll paßt einfach nicht
zur Fassade von Wohlstand & Freiheit, ist lästig und muß möglichst
ferngehalten werden. (Nachtrag zum 17.12.05)
Mega-Heuchelei
um Ahmadinedschads Äußerungen
Nun ist es ja so, daß es demokratischen Politikern in Fleisch & Blut
übergangen ist, die Geschichte so zu interpretieren, wie sie ihnen für
ihre staatlichen Interessen legitimationshalber paßt. Mit historischen
Fakten wissen also gerade sie entsprechend umzugehen. Aber gerade die diesbezügliche
Legitimation in Sachen Staat Israel wollte der iranische Präsident
in Zweifel ziehen - und hat deshalb bezüglich des Nazi-Massakers an den
Juden erst gar nicht in ein Geschichtsbuch geschaut. Wenn demokratische
Politiker also so tun, als wären sie Kenner der Geschichte und ihrer Zusammenhänge
- ihnen geht bekanntlich der Begriff "Auschwitz" immer locker von der Zunge
-, dann ist das pure Heuchelei. Demokratische Politiker wollen ja ohnehin von
dem wirklichen Zusammenhang zwischen dem sogenannten Holocaust und der Legitimation,
die der Staat Israel daraus ableitet, nichts wissen. Die rassistische Kritik
Hitlers an den Juden, daß sie, von Natur zur Staatsbildung unfähig
und deshalb als Parasiten weltweit unterwegs - andere Völker ins Verderben
stürzend, dient den Protagonisten des Staates Israel unter den Juden, dazu,
ausgerechnet diesem Schwachsinn das Gegenteil zu beweisen: Daß man sich
sehr wohl auf eine eigene (Staats)gewalt versteht und dafür auch für
die nötigen Opfer (die einen Vergleich mit Auschwitz wohl auch einmal gern
gehört hätten!) unter den Ungläubigen zu sorgen bereit ist. So
hat sich Israel bei den imperialistischen Staaten beliebt gemacht und ein weitgehendes
Kritikverbot an seiner Staatsräson durchgesetzt. Das geht soweit, daß
im ideologischen Überbau der Legitimation das wirkliche Verhältnis
zwischen dem Imperialismus und Israel geradezu auf dem Kopf steht. Das ist die
Freiheit, die sich Israel mit "Auschwitz" als unschlagbarem Argument im Westen
verdient hat und die der Iran nicht bereit ist, zu billigen; schließlich
ist das Staatsprogramm Israels eine Kampfansage an die gesamte islamische Welt.
(17.12.05)
WTO-Konferenz
in Hongkong: Alle selbstverständlich für Profit
Kapitalistisches Wirtschaften ist nicht umstritten, ganz im Gegenteil, mehr
davon erwünscht - das war schon beim Übergang vom GATT zur WTO im
Jahre 1994 der Leitgedanke; umstritten ist nur, wem freier Handel - der zugleich
nach imperialistischer Vorstellung "fair" sein muß - zugute kommt. Die
USA, Japan und die EU sitzen da am längeren Hebel. Worum geht es also in
Hongkong wie zuvor in Doha und Cancún?
Siehe dazu nach wie vor aktuelle Artikel aus GegenStandpunkt
1/2002 (Doha) und (Cancún). (14.12.05
Riesenerfolge in Sachen Rüstung
Während andere Wirtschaftszweige trotz oder gerade wegen ihrer Gewinne,
aus dem Jammern nicht herauskommen, ist es um die Branche Rüstungswirtschaft
schon immer eher ruhig. Das verlangt das Geschäft mit dem Tod. Und das
war auch 2004 (der Rüstungsbericht der Bundesregierung läßt
immer noch auf sich warten) verdammt erfolgreich. Echte Kriegswaffen hat Deutschland
laut taz für 1,12 Milliarden Euro exportiert, mit den Ausrüstungsgegenständen
beläuft sich die Summe gar auf 3,8 Milliarden Euro (vierter Platz nach
den USA, Rußland und Frankreich). Die Rüstungsexporte unterstreichen
den imperialistischen Anspruch der BRD nach weltweitem Einfluß und weltweiter
Kontrolle - zusammen mit Frankreich den Europas. Kritik verbietet sich also
von selbst. (12.12.05)
Telekom
entläßt: Der arme Staat!
— Und die Gewerkschaft quatscht Blödsinn wie immer
"Die Zeche zahlt der Staat" titelt die Tagesschau die Meldung, daß
die deutsche Telekom in den nächsten 3 Jahren 32.000 Mitarbeiter (in den
vorzeitigen Ruhestand) entlassen will. Der arme Staat: Da privatisiert er eine
Firma mit dem Auftrag, tüchtig Kohle zu machen, damit letztendlich auch
für ihn etwas abfällt und dann bleibt er auf den Kosten sitzen (wenn
ihm das nicht passen würde, bräuchte er die Firma ja nur wieder zu
verstaatlichen)! Die Mitarbeiter sind selbstverständlich Manövriermasse
und mit ihren Sorgen überhaupt nicht weiter erwähnenswert. Und die
Gewerkschaft ver.di wirft dem Unternehmen vor, Gewinn und Dividende auf Kosten
der Mitarbeiter steigern zu wollen, obwohl diese dem Unternehmen bereits
mit ihrem Beitrag zum Beschäftigungsbündnis "aus tiefroten Zahlen
geholfen haben"! D.h.: Nichts gegen Ausbeutung, Gewinne müssen auch
nach ver.di einfach sein, lieber noch mal eine satte Lohnsenkungsrunde als gleich
Entlassungen, von denen die Gewerkschaft einmal mehr glatt überrascht worden
ist! Die Undankbarkeit des Kapitals wird die Gewerkschaft wohl nie verstehen
können - wo man doch mit ihr wie mit einem guten Ehepartner über alles
reden kann!
In Nürnberg denkt die IG Metall über einen Streik nach, nachdem
die Liquidierung des Elektrolux-Werks AEG beschlossene Sache ist.
Die Gewerkschaften sind und bleiben zu jeder Zeit Anhänger der Betriebe
- das lassen sie sich nicht nehmen! Das Profitinteresse heiligen sie daher sehr.
Und die Arbeitnehmer betrachten sie wie das Kapital: Als Manövriermasse,
weit mehr als das Kapital allerdings als die ihrer Existenzbedingung. (12.12.05)
Linkspartei/PDS
schaltet Forum ab: Weitere
Diskussionen unerwünscht
Unter dem Vorwand einer ausstehenden Rechtssache (die Prüfung von Beiträgen
auf Rechtsvereinbarkeit vor Veröffentlichung), die sich speziell allerdings
gar nicht auf das Linkspartei-Forum bezieht, hat die Linkspartei alle Auseinandersetzungen
auf Internetebene um den Zusammenschluß WASG/PDS schon vor einigen Tagen
beendet. Bisky und Gysi erklären, wo es mit der Partei langzugehen hat:
Schnurstracks in die Regierungsverantwortung; in einer Koalition mit der SPD,
sobald man der eine Abkehr vom neoliberalen Kurs bescheinigen kann (was man
lässig kann, sobald die SPD nach neuen Regierungsoptionen sucht; in Berlin
und Mecklenburg kann das die PDS offenbar seit geraumer Zeit schon).
Gysi hat die Auseinandersetzungen mit der WASG in der taz zum "Pipifax"
erklärt: "Unsere Wähler wollen, daß hier und heute Politik
für sie gemacht wird." In Berlin ist das wohl der Fall. Bisky hat
sich ebenfalls von Kritikern abgegrenzt: Die vereinigte Linke solle nicht als
"Kasperletruppe" erscheinen. So ist das also mit Kritik! Um so was
zu hören zu kriegen, hätte der Anschluß der Ostgebiete nun wirklich
nicht sein müssen. (10.12.05)
Israel
<—> Iran
Der israelische Ex-Ministerpräsident Netanjahu hat kürzlich einen
"Präventiv"-Angriff auf den Iran empfohlen; der iranische Präsident
Ahmadinedschad hat daraufhin mit dem Wunsch einer territorialen Verlegung Israels
nach Mitteleuropa gekontert. Der Iran ist offenbar nicht gewillt, seine Politik
den imperialistischen Ordnungsvorstellungen bedingungslos unterzuordnen.
Man kann davon ausgehen, daß USA und EU alle Optionen sorgfältig
prüfen. Blöderweise hat Moskau Teheran erst kürzlich wieder den
Rücken gestärkt, was auf prompte und entschiedene Kritik aus Washington
gestoßen ist. Die imperialistischen Staaten haben's wirklich nicht leicht
mit ihrer Weltherrschaft! Und gegen den Iran erweist sich zudem die Wichtigkeit
militärischer Präsenz im Irak, in Saudi-Arabien, in Afghanistan; da
stellt sich die Frage: Hat Israel als Brückenkopf des Imperialismus nicht
weitgehend ausgedient? Wie sind/werden die Aufgaben definiert, denen Israel
nachzukommen hat? Und genau diesbezüglich hat Netanjahu mit seinem Kriegsvorschlag
ein den USA keineswegs unverständliches Angebot gemacht. (10.12.05)
Der
Fall Gotovina
Der kroatische General Ante Gotovina ist gefaßt worden. Als er seinerzeit
in der Krajina gegen die Serben zuschlug, wurde das von den imperialistischen
Staaten nicht nur hingenommen, sondern im Rahmen eines Beitrags zur Zerschlagung
serbischen Widerstands in Bosnien strategisch begrüßt. Leider ist
diese seine Leistung für die auswärtige Oberaufsicht über Ex-Jugoslawien
keine Gewähr vor Verfolgung und Festnahme. Bloß: Seine Taten - so
erwünscht sie waren, wie hätten sie rechtsstaatlich abgewickelt werden
können? Chefanklägerin Carla Del Ponte in Den Haag hat diese Frage
freilich nicht zu würdigen. Im Auftrag des Imperialismus handeln, heißt
nie & nimmer: Sich selber und aus eigener Berechnung sich (auch) um dessen
Interessen zu kümmern. Den Anschein, nicht in erster Linie im Auftrag des
Imperialismus unterwegs zu sein, den hätte Gotovina unbedingt vermeiden
müssen!
Gotovina diente der EU im übrigen als Schachfigur, die Regierung in Zagreb
auf Linie zu bringen, wie die dortige Presse über die EU-Erpressung richtig
bemerkt. Gegenüber der in Belgrad hat die EU noch zwei Figuren auf freiem
Fuß gelassen - ob mehr freiwillig oder unfreiwillig, sei einmal dahingestellt
(darüber soll sich Erich Rathfelder den Kopf zerbrechen!). (10.12.05)
Khaled
al Masri und Susanne Osthoff - 2 Opfer imperialistischer Weltpolitik
Freilich nicht wirklich, denn das eigentliche Opfer ist, so ist alles in allem
den Verlautbarungen zu entnehmen, der deutsche Staat, der deutsche Rechtsstaat.
Während im Falle Osthoff der Standpunkt der Staatsgewalt unverblümt
durchgesetzt wird ("Wir lassen uns nicht erpressen!"), hat man es
im anderen Fall mit dem imperialistischen Partner und Konkurrenten, den USA,
zu tun. Gegen die kann man nicht & will man auch nicht groß anstinken.
Nicht in der Lage zu sein, sich solche Freiheiten herausnehmen zu können
wie die USA mit ihrer CIA, aber gerade deshalb ihnen gegenüber auf der
Staats-Moral (Rechtsstaat) herumzureiten, das ist eben bezeichnend für
die unbefriedigende, gleichwohl aber umso ambitioniertere Haltung des deutschen
Imperialismus. (09.12.05)
Rußland
und Weißrußland wehren sich gegen orangene Dummheiten
Ein Sicherheitsgesetz verbietet nunmehr eine Diskreditierung von Staat und Regierung
in Weißrußland. Moskau beschloß ein Gesetz zur Neuregistrierung
sämlicher Nichtregierungsorganisationen, von denen es sage & schreibe
450.000 in Rußland gibt! Nicht daß man sich dagegen jetzt wehrt,
muß einen verwundern, sondern was bis dato dort alles zugelassen worden
ist! Für das Entgegentreten gegen die Untergrabung der Staatsraison müßte
eigentlich im Westen jede Menge Verständnis herrschen, denn dort ist eine
Infragestellung jener ja schon mehr oder weniger Terrorismus (bzw. geistige
Beihilfe dazu). Der Westen sieht sich allerdings befugt (da im Interesse seiner
Kapitalverwertung und der dafür nötigen Machterweiterung genötigt),
seine Interessen mittels Einmischung anderwärts voranzubringen. Dementsprechend
(dosiert —Rußland— oder nicht-dosiert —Weißrußland—)
ist dann seine Stellung gegenüber von vorneherein keineswegs rein innenpolitischen
Affären. (06.12.05)
Spanien:
Nichts als Nationalismus
Katalonien bekommt ein neues, weiter als bisher gehendes Autonomiestatut. Dagegen
haben die demonstriert, die die Macht und Größe Spaniens dadurch
in Gefahr sehen. In Wirklichkeit ist es freilich so, daß in Spanien die
Größe der Nation im Weltmaßstab zu wünschen übrigläßt:
So kann ein einheitlicher, spanischer Nationalismus andere Nationalismen natürlich
nicht weitgehend gegenstandslos machen, im Gegenteil, er bietet ihnen Nahrung.
Kein Wunder daher auch, daß Franco noch immer von vielen verehrt wird
und die Ausländerfeindlichkeit größere Ausmaße angenommen
hat. Und irgendwelche Kommunisten, die gegen den nationalen (sowohl den gesamtstaatlichen
wie den separatistischen) Wahnsinn angehen, scheint es im Lande der Stierkämpfe
nicht (mehr) zu geben. (06.12.05)
Venezuela:
Wahlen für die Katz
So geht es, wenn man den Gegner mit dessen eigenen Waffen schlagen will. Der
erkennt das einfach nicht an. Auf demokratische Wahlen haben nämlich die
imperialistischen Staaten ein Monopol. In ihrer "Dritten Welt" ist
demnach eine Wahl nur dann demokratisch, wenn sie ihnen hörige Statthalter
installieren hilft. Pech für Chávez, der sich durch (seine) Wahlen
überhaupt nichts an Feindschaft erspart, die er gerne loswerden möchte.
(06.12.05)
Ukraine:
Die "orangene Revolution" eilt zum nächsten Sieg!
Die EU erkennt die Ukraine nunmehr als Marktwirtschaft an! Nicht daß die
Ukraine dadurch ein kapitalistischer Staat westlichen Zuschnitts wäre,
aber wenn sie die westlichen Bedingungen erfüllt, kann sie sich ja schon
mal als solcher wähnen. Die Bedingungen umfassen im wesentlichen 2 Punkte:
Eine Privatisierung staatlicher (Versorgungs-) Einrichtungen und die Öffnung
des Marktes für europäisches Waren- und Geldkapital. Zwar ist auch
nach diesen Maßstäben noch lange nicht alles in Butter - eine EU-Mitgliedschaft
außer Reichweite -, bloß gilt es jetzt, einen Pflock einzuschlagen
- nicht zuletzt gegen (die Abhängigkeit von) Moskau und vor dem Hintergrund
des Ausscheidens von Julia Timoschenko als Ministerpräsidentin -, der "orangenen
Revolution" ein Siegeszertifikat auszustellen. (03.12.05)
Deutschland:
Das neue Leiden der Nation
Die Härten der Politik stehen für die deutschen Medien außer
Debatte, sie billigen sie ja und sie selbst leiden ja nicht darunter. Dafür
leiden sie umso mehr unter dem Mangel eines durchschlagenden Erfolgs des Standorts
D in In- und Ausland. Nun ist es bei der Journaille ja Mode, gute Gründe
dafür im psychologischen Bereich zu suchen. Daß die Betroffenen desto
motivierter sind, die Ärmel aufzukrempeln, je mehr ihnen zugemutet wird,
das glaubt sie allerdings offenbar selber nicht. Wie sonst käme sie auf
eine Kampagne "Du bist Deutschland"?
Ein weiterer wunder Punkt macht den Meinungsmachern schwer zu schaffen: Die
Tuntenhaftig- und Formatlosigkeit der neuen Chefin im Kanzleramt. Sie leiden
unter deren mangelnder Führungskraft. Eine dumme Nuß ins rechte Licht
zu rücken - und das heißt nichts anderes, als aus ihr eine den deutschen
Ansprüchen kongeniale Charaktermaske zu drechseln - ist selbst für
wohlwollende Kommentatoren ein schwieriges Unterfangen.
So ist es denn auch nicht verwunderlich, daß die gewünschte Einheit
von Volk & Führung zum eigentlichen Sorgeobjekt wird (siehe z.B. Stern
vom 24.11.05). (03.12.05)
Was
der freie Westen gerne sieht: Wie sich Moskau die Zähne ausbeißt
Kürzlich wurden im Rahmen der Moskauer Normalisierungsstrategie Parlamentswahlen
in Tschetschenien abgehalten. Natürlich waren die Wahlen nach westlichem
Ermessen nicht frei, weil sie kraft russischer Gewalt durchgeführt wurden.
(Vom Westen weiß man ja, wie der mit einzelnen Rebellenbewegungen wie
z.B. der ETA umspringt, von den Jugendlichen in Frankreich neulich ganz zu schweigen.)
Der Westen sieht es gerne, wenn Moskau Tschetschenien allen Anstrengungen zum
Trotz nicht zur Ruhe bringt. Moskau selbst macht ja ohnehin alles falsch, weil
es sich die Direktiven im allgemeinen nicht in Washington und Berlin abzuholen
gedenkt. Freilich hat man wie im Westen auch im Kreml (vgl. die Ansichten des
Kreml-Sonderbeauftragten für den Kaukasus Dimitri Kosak, taz 25.11.05)
keinerlei Dunst, warum Tschetschenien wirklich ein Faß ohne Boden ist.
Wie in ganz Rußland herrscht auch dort mittlerweile eine Art Marktwirtschaft,
eine der merkwürdigen Art allerdings. Eine Marktwirtschaft ohne Kapitalisten
und Lohnarbeiter. Es fehlt einerseits der stumme Zwang kapitalistischer Verhältnisse,
der das Volk mehr oder weniger automatisch unter Kontrolle halten würde.
Und es fehlt andrerseits seit Etablierung der neuen Staatsraison immer weitergehender
die materielle Versorgung des Staates für seine Bürger, weil der Staat
jetzt selber rechnen muß, weil er ganz andere, nämlich die Aufgaben
eines kapitalistischen Staatswesens für sich entdeckt hat. So kann die
(von Putin betriebene) Stabilisierung ganz Rußlands gar nicht gelingen
und dem Westen - zynisch, rassistisch & imperialistisch wie er nun einmal
ist - ist das gerade recht. (30.11.05)
Die
CIA-Deportationsflüge konnten leider nicht mehr unter den Teppich gekehrt
werden
Was der US-Geheimdienst für ein Klub ist, das weiß jeder, der es
wissen möchte: Der Dienst für Freiheit und Demokratie rechtfertigt
jedes Mittel von der Folter bis zum Putsch. Natürlich muß er deshalb
möglichst geheim bleiben, damit die Mittel nicht den Auftrag in Mißkredit
bringen. Sonst könnte man die CIA ja auch glatt mit dem Geheimdienst des
Iran beispielsweise verwechseln. Doch nun ist offenkundig, daß CIA-Flugzeuge
die Souveränitätsrechte europäischer Staaten gestreift haben.
Schon Anfang November hat die Washington Post über Geheimgefängnisse
in Ost-Europa berichtet. Die Folgen davon: Keine! Denn daß der deutsche
Außenminister jetzt in Washington Erklärungen für die Überflüge
verlangen will, heißt ja auch, daß die Sache mit der Erklärung
von deren Notwendigkeit im erwähnten Auftrag - und die Bundesrepublik ist
der letzte Staat, der sich dem verweigern wollte - sein Bewenden hat. Möglicherweise
muß der Minister sich noch den Gegenvorwurf anhören, daß man
die deutschen Geheimdienste nicht in alles einweihen kann, weil die sich beim
Geheimhalten - wie offenkundig - viel zu deppert anstellen.
Vorbildlich übrigens Rumäniens Geheimdienst SRI, dessen Chef Timofte
vor 2 Jahren von CIA-Chef Tenet einen Orden bekam. Rumäniens Außenminister
hat alle Anschuldigungen bezüglich etwaiger CIA-Geheimgefängnisse
im Lande kategorisch zurückgewiesen. Rumäniens Präsident sprach
bei Amtsantritt von der Achse Washington-London-Bukarest. (27.11.05)
Irak:
Wie mit Öl künftig Politik gemacht wird
Durch die US-Besatzung sind die irakischen Ölquellen de facto in den Besitz
der USA übergegangen. Inwieweit der irakische Vasallenstaat überhaupt
über Einnahmen aus dem Ölgeschäft verfügen kann, hängt
vom Wohlwollen der USA ab. Klares Prinzip ist dabei die Privatisierung des Ölmarktes,
so daß auch bei formell völliger Herstellung der irakischen Souveränität
ein Großteil der Einnahmen nicht dem Irak (von dessen Bevölkerung
ganz zu schweigen) zugute kommen wird. Die Ölmultis haben gegen dieses
Angebot der US-Politik natürlich keine Einwände, so das Modell funktioniert
(ihnen Kosten in Sachen Sicherheit erspart werden): Es winken ja Extraprofite.°
Siehe dazu die taz
von heute. (23.11.05)
° Es möge jetzt bloß niemand auf die falsche Idee verfallen,
genau deswegen hätten die Multis den Krieg bei Bush bestellt. Die haben
nämlich gar nichts bestellt, sondern stellen sich immerzu auf die Voraussetzungen
ein, die ihnen die Politik aus eigenem Interesse eröffnet und die ihnen,
davon gehen sie selbstverständlich aus, (letztlich) zum Nutzen gereichen
müsse.
Günter
Wallraff wird seine dumme Sorge um die Demokratie nicht los
Zur Fusion des Fernsehsenders ProSiebenSat1 mit dem Springer-Konzern äußert
Wallraff sich heute in der taz besorgt um die Demokratie. Er prangert den Machtmißbrauch
von BILD an. Er prangert die infame Hetze von Bild an. Nicht nur, daß
ihm so die kaum weniger infame Hetze und der Machtgebrauch der anderen
Meinungsmacher der Republik gar nicht auffallen. Vor allem fällt ihm die
ideologische Leitlinie, der hemmungslose Nationalismus der Springer-Presse,
gar nicht auf! Nach diesem und keinem anderen Maßstab beurteilt Springer
Politiker und Parteien. Und deshalb, als nationale Verantwortungsträger,
wollen auch alle bei Springer eine gute Presse haben. Das ist die Demokratie,
um die sich Wallraff sorgt. Er will partout aus der real existierenden Demokratie
kein Argument gegen sie machen. In seiner demokratischen Gesinnung ist Wallraff
ebenso radikal wie Springer in seiner nationalen. Bloß, ist das überhaupt
ein Widerspruch? (21.11.05)
Deutschland
läßt sich auch bei der Aufrüstung des imperialistischen Vorpostens
im Nahen Osten nicht lumpen!
Wie die
tagesschau meldet, werden dem imperialistischen Brückenkopf, dem Staate
Israel, zwei hochmoderne U-Boote geliefert und zu einem Drittel von der BRD
selber bezahlt. Fragen bezüglich Menschenrechte sind im Falle Israel natürlich
völlig fehl am Platze, ebenso die Frage, wofür der Palästinenser
mordende Staat U-Boote braucht. Waffen nicht in Kriegs- und Krisengebiete zu
liefern - auch auf diese Maxime greifen die Verantwortlichen nur zurück,
wenn es Ihnen in den Kram paßt. Denn es versteht sich von selbst, daß
Israel freedom & democracy verteidigt. Sie wissen also, was sie an
ihren oft allzu eigenmächtigen Statthaltern in Tel Aviv im Grunde haben.
Außerdem sind die deutschen Weltmacht-Ambitionen längst so groß,
daß es unmöglich angehen kann, Israel der US-Konkurrenz zu überlassen.
-
Im Interesse einer kritiklosen Abwicklung wurde im übrigen der Regierungswechsel
auch dazu benutzt, der Türkei 298 gebrauchte Leopard 2 Panzer zu verkaufen.
Damit hat Deutschland einmal mehr deutlich gemacht, welche strategische Bedeutung
sie der Türkei beimißt. (20.11.05)
Endlich
wieder ein neuer deutscher Global Player!
Die Deutsche Bahn AG kauft das US-Logistik-Unternehmen Bax Global. Schließlich
ist die Bahn seit ihrer Privatisierung kein Versorgungsunternehmen mehr für
Klassen und Klassengesellschaft. Sie wird seither auf Profit getrimmt. Dementsprechend
haben die Fahrpreise horrende Höhen erreicht, während Kundenservice
und Verläßlichkeit dank Personaleinsparungen sonder Zahl auf neuen
Tiefpunkten angelangt sind. Profit und Kreditfähigkeit dank Aktiengesellschaftsform
erlauben es der Bahn nunmehr, als Global Player zu agieren. Einen letzten
unscheinbaren staatlichen Dienst hat die Bahn freilich freiwillig übernommen:
Die angemessene Alimentierung (Vorstandsposten) eines abgehalfterten Politikers
wie CSU-Wiesheu.
So bleiben die Bahn-Kunden zwar auf der Strecke, aber Deutschland kommt unzweifelhaft
voran. (18.11.05)
Die
SPD beginnt neu: Diesmal gleich als stinkreaktionärer Verein
Lange hat man sich bei der SPD bekanntlich damit herumgeschlagen, alte Zöpfe
abzuschneiden. Irgendwie wollte man immer einen Draht zur Arbeiterklasse (ganz
früher) oder zumindest zum Volk (seit Weimarer Zeiten) halten. Diesen Populismus
hat man mit Schröder und Müntefering endgültig überwunden.
Man ist zur Einsicht gekommen, daß es dessen nicht mehr bedarf, da das
werte Volk blöd genug ist, sich sowieso alles bieten zu lassen. Die demokratische
Erziehung der Arbeiterklasse zu Nationalisten, die die Gleichung "Wir sind
Deutschland" lässig beherrschen, ist längst abgeschlossen. Und
die SPD hat dazu ihren Beitrag geleistet. Mit der großen Koalition ist
nun das Modell einer demokratischen Einheitspartei aufgelegt. Jeder Nationalist
träumt ja von einer einheitlichen, geschlossenen Führung! Nur einer
solchen bringt er auch gerne seine Opfer, die er ansonsten nur unter Genörgel
erbringt. Das hebt die Aufbruchstimmung und den DAX. (16.11.05)
Der
Spiegel entdeckt den revolutionären Mythos für die Demokratie
Nachdem das intellektuelle Zahnrädchen der Nation zwei Titelstories darauf
verschwendet hat, seiner erlesenen Leserschaft mitzuteilen, daß es Karl
Marx und Mao Zedong doch wohl überhaupt nicht bringen und schon gleich
keine Vorbilder für heute sind - als ob die montäglichen Spiegelkäufer
diesbezüglich je etwas anderes gedacht hätten! - holt das deutsche
Magazin für Desinformation & Geschichtsfälschung zu einem weiteren
Schlag aus. Freilich nicht gegen Mahatma Gandhi und Che Guevara, die entdeckt
es lieber für sich, genauer gesagt, als Vorbild für die demokratischen
"Revolutionen" in Jugoslawien, der Ukraine und Georgien. Das alles
hat zwar überhaupt nichts miteinander zu tun - schließlich waren
Gandhi und Che bei aller Diskrepanz untereinander - antiimperialistisch gesonnen,
was die Bewegungen in Osteuropa keineswegs waren; das Magazin räumt auch
ein, daß die USA sozusagen ins Boot genommen wurden (fragt sich nur, wer
da wen ins Boot genommen hat!). Aber was das Verbindende sein soll, und daran
hat das deutsche Magazin offenbar großes Interesse, das wäre der
Mythos! Der Mythos der Gewaltlosigkeit! Kein Wunder, daß darauf einzig
eine legendenbildende Zeitschrift kommt! (16.11.05)
Bundeswehr
meldet Heldentod aus Afghanistan
Der deutsche Staat schickt Soldaten dorthin, um für Demokratie und Menschenrechte
zu sorgen. Und niemand will dem den imperialistischen Zweck entnehmen, für
den diese Titel stehen. Niemand will es ferner als Unverschämtheit einleuchten,
anderen vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen hätten (wie war das
eigentlich damals mit den Russen in Afghanistan?). Aber dieser Niemand soll
immerhin blöd genug sein, der Politik die Tränen über deutsche
Opfer als echte abzunehmen, oder? (14.11.05)
Wie
dämlich ist eigentlich Sahra Wagenknecht ??
Sie ist das Aushängeschild (der Kommunistischen Plattform in) der PDS.
Als solche reist sie gerne (vermeintlich) fortschrittlichen Bewegungen hinterher.
So gehörten Venezuela und Kuba zu ihren Reisezielen. Aber auch in der Steiermark
mußte sie wegen dem Kaltenegger mal vorbeischauen. Auf ihrer Homepage
meint sie, daß die antikommunistischen Ressentiments dort nicht gegriffen
haben, läge daran, daß Kapitalismuskritik allmählich wieder
anerkannt sei. Sie hält offenbar die caritative Ader des dortigen KPÖ-Maskottchens
für sowas wie Kommunismus. Sahra W. wörtlich: "Kapitalismuskritik
wird wieder als etwas Positives wahrgenommen. Auch Münteferings Heuschreckenkampagne
und der verlogene Versuch der SPD, sich auf diesem Feld zu profilieren, ist
nur ein Ausdruck dessen." Nicht jene Münte-Kritik ist also falsch,
weil bodenlos konstruktiv - rücksichtlose Kapitalisten als Gefährdung
der Demokratie! -, es sei lediglich zu bemängeln, daß sie aus Reihen
der verlogenen SPD stammt.
Außerdem ist sie als Mitglied des Europäischen Parlaments öfters
in Brüssel und Straßburg. Dort hat sie eine weitere zutiefst
kommunistische Erkenntnis gewonnen, nämlich die, daß herrschende
Politik beeinflußbar ist (natürlich nur, wenn sich dagegen
irgendwo ein Widerstand formiert, ansonsten sind auch ihr ziemlich die Hände
gebunden). Wer penetrant nach parlamentarischen "Handlungsmöglichkeiten"
sucht, der ist auch in der Lage, die Maßstäbe der herrschenden, weil
aber immerhin beeinflußbaren Politik gar nicht mehr (richtig) zur Kenntnis
zu nehmen: Der hält das Glattschleifen nationaler wie internationaler Zumutungen
gar für erstrebenswert - als ob die anderen das nicht selbst gehörig
erledigen würden! - und für die eigentliche Hauptsache, ja gar für
ein schon realisierbares Moment des Kommunismus. Meint Sahra W. tatsächlich,
den bürgerlichen Vorwurf, Kommunismus sei (heutzutage) unrealistisch, auf
diese Weise entkräften zu können?
Zögerlich hat Sahra W. sich jetzt auch zu den neuen Entwicklungen in ihrer
PDS - die sie in einer schwachen Stunde mal geheiratet hat - geäußert.
Die Verschmelzung von WASG und PDS hat zwar nicht ihre Zustimmung, aber da sie
nun mal nicht zu verhindern ist, schämt sie sich nicht, ihren Kampf auf
diese neue Ebene zu stellen: Die Beschlußlage der Partei hält sie
gegen ihre Betreiber und Veränderer hoch. Und dabei hat sie offenbar keine
Ahnung, worin die der Sache nach eigentlich besteht: Nämlich in einem Kompromiß
von opportunistischen Aussagen, mit denen die PDS, als staatstragend anerkannt
werden möchte, und einem Opportunismus gegenüber den moralischen (aus
dem realen Sozialismus tradierten) Überzeugungen ihres Wahlvolks. Von Kommunismus
und kommunistischer Kritik zwar keine Spur, aber für Sahra W. immerhin
eine "Handlungsmöglichkeit". Also läßt sie sich nicht
scheiden. Schließlich sorgen ausgerechnet Wählerstimmen (8,7 %) dafür,
daß sie ihren felsenfesten Glauben in die Zukunft des Sozialismus nicht
verliert. (14.11.05)
Koalitionsvertrag:
Den Wähler perfekt bedient
Der Wähler war zu großen Opfern bereit, als er zur Urne schritt,
jetzt sind sie unter Dach und Fach: Der "Merkel"-Steuer von 18 % wird
1 - garantiert sozialdemokratischer - Münte-Prozentpunkt hinzugefügt.
Bemerkbar macht sich das ja eh nur im Geldbeutel der kleinen Leute. Und deshalb
wird auch noch extra eine "Reichensteuer" eingeführt, damit sich
der Klassenstaat garantiert keine Einseitigkeit vorzuwerfen lassen braucht.
Die Einschränkung der Pendlerpauschale kann der Arbeitnehmer locker tragen,
den Abbau des Kündigungsschutzes sowieso. Bei den ganz Armen, die unter
Hartz IV fallen, lassen sich ganz lässig glatt 4 Mrd. Euro einsparen. Und
um den Übergang vom Arbeitsleben ins Leben nach dem Tode für den Staat
und seine Rentenkassen problemloser zu gestalten, wird das Renteneintrittsalter
um 2 Jahre erhöht - was übrigens nicht heißt, daß deswegen
die Rentenbeiträge nicht angehoben werden!
Und was hört man jetzt als Kritik: Ob das Deutschland wirklich voranbringt
(Kapital-Vertreter und Presse)? Ob das nicht eher "konjunkturhemmend"
(DGB-Vertreter) wirkt?
Ja, es ist wirklich schwer, es jedem wirklich recht zu machen! Aber Hauptsache,
der Wähler ist bedient! (12.11.05)
Bisky:
Der Arsch der Demokratie
Da
läßt PDS-Chef Bisky keine Gelegenheit aus, zu betonen, wie demokratisch
die PDS (nicht zuletzt dank ihm) geworden ist; so demokratisch, daß sie
schon voll lafontainekompatibel ist. Und dann wird ihm das von der demokratischen
Konkurrenz überhaupt nicht gedankt. Schöne Scheiße! Aber unsereins
hat kein Mitleid mit einem Speichellecker der Demokratie, mit einem, der jedwede
linke Kritik auf seine Mühlen lenken möchte und nur eines nicht ausstehen
kann: Leute, die diese hübsche Demokratie nicht ausstehen können.
(08.11.05)
Rabatz
in Frankreich: Der Staat kennt nur eine Antwort: Gewalt
Die
Lebensumstände der rebellierenden Jugendlichen sind miserabel. Darauf wollten
sie mit brennenden Autos und anderen Demonstrationen aufmerksam machen. Dem
Staat sind die Umstände nach wie vor schnuppe. Er sieht sich in seinem
Gewaltmonopol herausgefordert. Und deshalb werden die Jugendlichen von Staats
wegen jetzt zusammengeschlagen und eingeknastet, nachdem man sie verarmen &
verkommen hat lassen. In Frankreich nennt man das Haute Culture. (07.11.05)
Fehlender
Charakter - Nein! Vielmehr: Perfekte Charaktermasken
Manch
demokratischer Journalist ist ungehalten darüber, was sich auf der deutschen
Politbühne derzeit abspielt. Seien es die Diadochenkämpfe um die Nachfolge
Stoibers samt dessen Meinungswandel, seien es die Personalkämpfe in der
deutschesten aller deutschen Parteien, der SPD. Dabei wird bei all dem Parteiengezänk
über die Innenausstattung der Macht nur eines deutlich: Die Person des
Politikers hat nichts anderes zu sein als die perfekte Verkörperung des
Staates und dessen Interesses. Jedes Moment von individueller Persönlichkeit
muß dafür getilgt werden. Sollte jemand auch nur einen Schein dessen
zu erkennen geben, erlaubt dies - politische Differenzen müßte man
dazuerfinden (und man tut dies gelegentlich) -, über diese Person in schamlosester
Weise herzufallen (siehe Nahles). Die bezichtigte Person hat darob in Sack &
Asche zu kriechen. Charaktermasken der Politik wie Wasserhövel, Platzeck,
Heil, Beck usw. verkörpern den Staat in geradezu perfekter Weise. Solang
man ihnen nicht nachweisen kann, daß sie klammheimlich Kinderpornos gucken,
muß man ihnen einfach zutrauen, daß sie den Staat führen können.
Eine Differenz zwischen Staat und Personal, wie sie demokratische Journalisten
entdecken, entbehrt jeden Arguments in der Sache. Die Entscheidung, Politiker
zu werden, hat es schon in sich, daß sie so werden, wie sie sind. (05.11.05)
Schröder:
Deutsche Ansprüche & nichts anderes!
Das
muß sich die kommende Tussi im Bundeskanzleramt gleich mal hinter die
Ohren schreiben lassen (Meldung zitiert nach www.german-foreign-policy.com
vom 28.10.05): "Auf dem gestrigen Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs
hat der scheidende deutsche Kanzler ein milliardenschweres EU-Sozialprogramm
abgelehnt und eine Verlagerung von Haushaltsmitteln in das Budget der EU-Außenpolitik
verlangt. "Europa" müsse sich in der Welt "stärker
engagieren", forderte Gerhard Schröder in Hampton Court. Berlin hält
weiterhin die Durchsetzung von Kernbestandteilen des gescheiterten EU-Verfassungsentwurfs
für notwendig, um die weltweite Machtposition Deutschlands und der EU auszubauen,
und fordert u.a. eine Stärkung der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik
sowie die Installierung eines EU-Außenministers und einer EU-Armee. Deutsche
Regierungsstellen hoffen dabei auf Fortschritte während des österreichischen
EU-Vorsitzes im ersten Halbjahr 2006. Vorbereitungen für entsprechende
Maßnahmen sind bereits im Gange und zielen auf europaweite Referenden
über den Verfassungsentwurf." Am Schluß liegt es am überflüssigen
Sozialklimbim und an den depperten Armen, daß Europa nicht vorankommt!
Und das leuchtet einem Mann mit Format natürlich überhaupt nicht ein.
(30.10.05)
Schönheitskorrektur
am Kapitalismus: DGB fordert relativen Niedriglohn von 7,50 €
DGB-Boss
Sommer kritisiert, daß fast 8 Millionen Arbeitnehmer von "absoluten
Niedriglöhnen" leben. Er fordert daher diese auf Mindestlöhne
von 7,50 € gesetzlich anzuheben. Damit hält er dann Lohnarbeit für
erträglich. Überhaupt besteht der DGB ja immer auf einer Regelung
jeder neuen kapitalistischen Zumutung unter seiner Mitwirkung. So auch bei der
Leiharbeit, und neulich bei den "Skandalen" von Schlecker, Lidl &
Aldi. Nicht die Ausbeutung wird da kritisiert, sondern das Wie ist der
Einwand, also daß die Ausbeutung ungesetzlich abläuft, nicht geregelt
und mitverantwortet von einem Gewerkschaftler & Betriebsrat. Sobald Lohnarbeit
vom DGB mitverantwortet wird, kann von einem Abhängigkeits-, Macht- &
Ausbeutungsverhältnis per definitionem nicht mehr die Rede sein. (26.10.05)
Flüchtlingsdrama:
Imperialistische Anspüche an Afrika
Die
EU-Staaten waren sich schnell über die Schuldfrage im Flüchtlingsdrama
an den Grenzen der letzten spanischen Kolonien Ceuta & Melilla im klaren:
Es sind die afrikanischen Staaten, die die Neger bis an jene Grenzen haben kommen
lassen und somit deren Flüchtlingselend verschuldet haben. Deshalb müssen
diese Staaten jetzt endlich ihrer Verantwortung gerecht werden, also das fliehende
Menschenelend davon abhalten. Rückführungsabkommen und Auffanglager
müssen her, so die EU-Vorstellungen. Beugt sich Afrika diesen, soll auch
etwas mehr Entwicklungshilfe fließen. Die Lager dürfen freilich nicht
Lager heißen, wie Oberdemokrat Schily betont; völlig verkehrt wäre
es ja auch, einen Demokraten mit einem Faschisten zu verwechseln. (13.10.05)
(GSp 4-2004)
Ganz anders dagegen die USA: 7,5 Milliarden Dollar stehen demnächst dem
"Heimatschutzministerium" zur Verfügung, um illegale Einwanderer
schnurstracks in ihre Heimatregionen zurückzubringen - ganz ohne Lager
und Rückführungsabkommen und ganz ohne die "Mithilfe" Mexikos.
Soll man jetzt der EU das Prädikat "human" erteilen?
Verkehrte
Welt
Ab
und an lohnt es sich, einen Blick in die Augsburger Gazette zu werfen - da erfährt
man vielleicht Sachen!: Es war nicht Frau Merkel, die am Wochenende in Spanien
einer mißglückten Schönheitsoperation zum Opfer fiel;
und es war auch nicht die Frau des nigerianischen Präsidenten Obasanjo,
die in einer gepanzerten Limousine vom Augsburger Flughafen zur Kongreßhalle
kutschiert wurde, um dort eine nach mehr Marktradikalismus grölende Parteijugend
zu beschwichtigen.... (24.10.05)
Stabilisierung
durch Syrien und nach dessen Interessen nicht erwünscht
Die
Ermordung des libanesischen Präsidenten Rafik al-Hariris warf für
den freien Westen "Rätsel" auf. Die Ermordung war so rätselhaft,
daß die USA und mit ihnen die Europäer sofort wußten, wer als
Übeltäter einzig in Betracht kommt: Syrien. Das konterkariert zwar
die Interessenlage Syriens komplett, aber das ist mitnichten ein Einwand gegen
westliche Logik. Vielmehr war es das westliche Interesse (inklusive das
Israels), die von Syrien betriebene Stabilisierung des Libanon, die eng mit
der Person Hariris verbunden war, aufzuweichen. Allein die Stellungnahme des
syrischen Präsidenten zu dem jetzt vorgelegten UN-Bericht spricht Bände:
"Wenn ein Syrer beteiligt war, dann muß er international oder in
Syrien bestraft werden." (al-Assad auf CNN) D.h., es ist mitnichten je
Interesse Syriens gewesen, Hariri zu ermorden, wie sollte es auch; daß
von Israel (oder den USA selbst) ein Syrer für die Tat gedungen wurde,
ist freilich nicht auszuschließen.
Die Tat Syrien plausibel in die Schuhe zu schieben, obliegt einem tollen Parteigänger
westlichen Interesses: Als Deutscher ist der wirklich "unabhängig"!
Dementsprechend sehen seine bisherigen Untersuchungs"ergebnisse" aus:
60.000 Seiten Dokumente, die dem UN-Bericht zugrunde liegen, eröffnen Spekulationen,
die in die richtige Richtung gehen! "Syrien wird nun weiter unter internationalen
Druck geraten." (taz, 22.10.05) Und das war ja wohl der Zweck
des Attentats.
(22.10.05)
Linkspartei:
"Eine demokratische & keine radikale Partei" (Bisky, PDS-Chef)
Erst
haben die Wähler gewählt und dann haben sie bekommen, was sie (nicht)
wollten: Ein äußerst interessantes und kurzweiliges Koalitionsgeschachere,
sodann erfolgen Ermahnungen bezüglich des "Reformstaus" (d.h.
das Kapital stellt einige Ansprüche, die bedient werden müssen), dann
wird regiert und die nationale Mannschaft gehörig geschröpft. Die
darf sich dann einbilden, es in Deutschland verdammt gut getroffen zu haben,
denn schließlich wurden die Reformen vom Kompetenzteam der Nation beschlossen,
dem Kompetenzteam, das man dazu ermächtigt hat. Oder man ist auch nicht
zufrieden. Demokratische Nationalisten haben so ihre Ansprüche. Dann fordert
man baldige Neuwahlen - von der Wählerei können Demokraten nie genug
kriegen! - usw. usf.
Ganz anders die Linkspartei: Sie hat mit all dem nichts zu tun. Oder doch? Ja doch! Einen klitzekleinen, aber verdammt konstruktiven Beitrag leistet auch sie für die Nation, obschon ihr dafür keiner dankt: Sie hat es geschafft, linken Illusionen neue Nahrung zu geben: Mit über 50 Sitzen hockt sie dicke im Parlament und nimmt die ökologische Nische ein, die ihr das System gewährt und die vor 20 Jahren die Grünen eingenommen hatten. Die Linken werden auch heute, über 100 Jahre nach Marx, nicht müde, die Verhältnisse allenthalben anders zu interpretieren, so nämlich, daß sie ihnen in den Kram, d.h. in die Perspektive passen. (20.09.05)
Afghanistan:
Mit Wahlen endlich satt und zufrieden werden!
Kein
Afghani hat nach Wahlen verlangt. Doch jetzt wird ihm die Gnade zuteil, selbst
imperialistische Statthalter per Urnengang zu bestimmen. Damit die Unzivilisierten
dort auch alles richtig machen, sendet die EU, humanitär wie sie ist, außer
den Stimmzetteln 140 Wahlbeobachter; die Sicherheitskräfte sind ohnehin
längst vor Ort. Auch am Hindukusch soll man sich die Unverschämtheiten
deutscher und europäischer Politik gefallen lassen. (18.09.05)
Österreich
ganz groß: Schwarzenegger und Kaltenegger
Nicht nur daß der
"Governator" wieder in Kalifornien zur Wahl antritt, auch in der Provinz
Steiermark gibt es einen neuen Shooting Star: Ernest Kaltenegger, ein barmherziger
Samariter, ist - und das ist ein schöner Austria-Witz - Mitglied der KPÖ,
einer Partei, die aus dem letzten Loch bläst, weil sie von Kommunismus
längst nicht mehr mehr Ahnung hat als die bürgerliche Konkurrenz.
Kaltenegger, dem bis zu 10% in der Landtagswahl zugetraut werden, wird denn
auch als "unpolitischer Sympathieträger" (Politologe Peter Hajek)
gekennzeichnet. So kommt der Kommunismus voran! (17.09.05)
Wer
die ewige Wählerei, die Ermächtigung einer Herrschaft, satt hat,
der befaßt sich mit der neuen Ausgabe
der Zeitschrift GegenStandpunkt
- 3/2005 - die an den bekannten Verkaufsstellen erhältlich ist.
(14.09.05)
TV-Duell:
Kanzler —
Kandidatin
Ja, das hat die Politik gerne, wenn ihre Charaktermasken
vom Publikum geschmäcklerisch beurteilt werden!
Dann ist nämlich schon eins völlig aus der Debatte: Die Härten,
die gegen die Bevölkerung (soweit nicht Kapitalisten) durchgesetzt werden.
Auch die außenpolitischen Frechheiten Deutschlands samt deren Opfer in
der Dritten Welt und Ost-Europa. Das ist sie, die Scheiß Freiheit, die
den Politikern von Seiten des Volkes gewährt wird! (05.09.05)
Der deutsche Imperialismus läßt sich nicht aufhalten
Die Regierung Schröder/Fischer hat gewaltig an der
Ausweitung des deutschen Gewaltmonopols gearbeitet: "Das Auswärtige
Amt und die Bundesregierung melden deutsche Auslandsoperationen in 32 Staaten
unter Beteiligung von 6.601 Soldaten und mehreren hundert Polizeikräften."
(german-foreign-policy.com) Frieden schaffen mit deutschen Waffen! (03.09.05)
Elite-Universitäten: Auf neuen Wegen zu alten nationalen Zielen
SPD-Struck:
Vorwärts in Afghanistan!
Am 18. September wird nicht nur in der feinen Bundesrepublik
Deutschland gewählt. Auch in Afghanistan kommt es zu Parlamentswahlen.
Nichts ist bekanntlich so lebensnotwendig wie die Abgabe eines Stimmzettels.
Der letzte Hungerleider soll wenigstens eines dürfen: Zur Urne schreiten!
Dabei hat er keine Wahl: Die Bundeswehr bleibt in Afghanistan. Mit den Wahlen
ist für neuen Sprengstoff gesorgt: Und Struck hat bereits die Aufstockung
der demokratischen deutschen Streitkräfte von 2.200 auf 3.000 im Sinn.
Die SPD läßt sich in ihrer imperialistischen Friedensvorsorge eben
von niemand übertreffen! (29.08.05)
CDU-Sachsen:
Demokratie & Faschismus voll kompatibel!
Nachdem der CDU-Bundestagsabgeordnete Nitzsche mit der faschistischen
Parole "Arbeit, Familie, Vaterland" die Aufmerksamkeit der wahlkämpfenden
Republik auf sich gelenkt hat, hat Sachsens Regierungschef Milbradt (CDU) diese
auch noch verteidigt. Für den CDU-Innenminister Eggert gäbe es an
den Begriffen einzeln nichts zu beanstanden, lediglich in der
Kombination seien sie belastet. Und jetzt soll sich bitte niemand mehr wundern,
daß in Sachsen auch die NPD im Parlament sitzt! Apropos Wahlschlager "Arbeit".
Ex-Jugoslawien:
Vor 10 Jahren begann der NATO-Krieg gegen die Serben in Bosnien
Diese hatten sich nicht freiwillig den NATO-Vorstellungen von
einer völkischen Sortierung unterworfen. Das erforderte eine Demonstration
der Glaubwürdigkeit europäisch-amerikanischen Ordnungsanspruchs. Dem
Nationalismus, den die imperialistischen Staaten mit der Zerschlagung Jugoslawiens
selber aufgerührt und ins Recht gesetzt hatten, sahen sie nicht einfach
zu: Statt eigener Berechnungen sollte dieser sich ja botmäßig einer
imperialistischen Ordnungsvorstellung auf dem Balkan fügen. (31.08.05)
Frankreich:
Schutz nationalen Kapitals per Staatsgewalt
Frankreich hat angekündigt, strategisch wichtige Branchen
der Übernahme ausländischen Kapitals zu entziehen. Es fürchtet
nicht nur um seinen ökonomischen Ertrag nationalen Kapitals, ebensosehr
darum, daß der Ertrag ausländischen, also gegen Frankreich
selbst gerichteten Interessen zugute kommen könnte. Deshalb soll in diesen
Fragen nicht "der Markt", d.h. die überlegene Kapitalmacht, entscheiden,
sondern staatliche Gewalt. So vertiefen sich die Gräben innerhalb der imperialistischen
Staatenwelt. (30.08.05)
Deutsche
Welle: Mit Agitprop gegen Weißrußland
Mit EU-Geldern in Millionenhöhe möchte das Propagandaorgan
des deutschen Staates einen Umsturz in der Republik Weißrußland
hervorrufen, so ein Bericht von german-foreign-policy.
Nach Ansicht imperialistischer Beobachter ist der längst überfällig.
Bosnien:
Moslemische Terrorcamps entdeckt
Die US-Nachrichtenagentur Cybercast News Service (CNS) veröffentlichte
ein entsprechendes Video [leider nicht mehr online].
Daß in Bosnien islamische Terroristen ihr Wesen treiben, ist schon länger
kaum ein Geheimnis. Daß das unter den wachsamen Augen der SFOR-Truppe
der NATO (die weitgehend in die Hände der EU übergegangen ist, um
die USA für ihren Irak-Krieg zu entlasten) und unter denen der EU-Polizeitruppen
möglich ist, sollte nicht verwundern. Die dortigen Terroristen werden wohl
kaum für Flugzeugangriffe auf New Yorker Hochhäuser ausgebildet, viel
eher für ihre Tätigkeiten als "Tschetschenen" - sind also
gewissermaßen europäische Freiheitskämpfer.
Auch
Lothar Bisky (Linkspartei.PDS) hat voll kapiert, wie der Faschismus demokratisch
bewältigt wird!
In einem wegweisenden Beitrag für den ARD-Kulturreport
plädiert Oberdemokrat Bisky für das "Zentrum der Vertriebenen",
am besten gleich im 3-Länder-Eck Deutschland/Polen/Tschechien. Der Demokratie
muß nämlich gleichzeitig die neue unabweisbare imperialistische Perspektive
gezeigt werden. Am besten die neue Linkspartei stellt sich da gleich mal an
die Spitze der Bewegung! Alles weitere zur demokratischen Vergangenheitsbewältigung
in dem Buch "Der Faschismus und seine demokratische Bewältigung"/Gegenstandpunkt-Verlag.
Gaza:
Effektivere Kontrolle durch Siedlerabzug siehe taz
16.08.05
Damit verknüpft: Die Regierung Scharon versucht die Palästinenser
erneut zu Wohlverhalten und Unterordnung zu erpressen: Scharon droht ihnen massivste
Gewalt an. All das natürlich nicht ohne die Rückendeckung der USA
und der EU. Siehe dazu den Artikel in GegenStandpunkt 3-2005!
Ecuador:
Streik gegen US-Ölkonzern Oxy vom Militär abgeräumt
Angesichts eines Streiks der ortsansässigen Bevölkerung
gegen die Ausbeutungspraktiken des US-Ölkonzerns Oxy, stellt sich die Frage,
inwieweit die Regierung noch gewillt ist, ihrem Auftrag imperialistischer Statthalterschaft
nachzukommen. Während das Militär die Situation erkannt hat und den
Protest weitgehend eigenmächtig abgeräumt hat, warnte die Regierung
vor Blutvergießen und plädierte für Nachverhandlungen zwischen
dem US-Multi und der staatlichen Petroecuador. (23.08.05)
Aceh:
Djakarta lernt imperialistische Lektionen
(20.08.05)
Neu
auf der deutschen Anklagebank: Namibia
(20.08.05)
SPD-Nationalist
Peter Glotz verstorben
"Kommunisten mag ich nicht. Die hören nicht zu und
lassen nicht mit sich reden." Leider kam es noch nie darauf an, was
Glotz mochte. Leider hat er nie zugehört & nicht mit
sich reden lassen. Dafür war er viel zu sehr Feuer & Flamme für
diesen Staat. Für den hat er sich zeit Lebens den Kopf zermartert: Schön
blöd! replik
1 (1985) replik
2 (1991) 27.08.05
Demokratischer
Haßprediger
Der US-Fernsehprediger und Ex-Präsidentschaftskandidatenanwärter
Pat Robertson hat zur Ermordung des venezolanischen Präsidenten Chavez
aufgerufen. Der Gründer der "Christian Coalition" hält die
Ermordung des Staatschefs für kostengünstiger als das Führen
eines Krieges gegen Venezuela. Da weiß man Bescheid, in welchen Alternativen
ein christlicher Demokrat denkt! (24.08.05)
Weltjugendtag
in Köln: Die Welt moralisch zu sortieren ist ebenso leicht wie falsch
Kriege und Hunger gibt es nicht, weil die Menschen so schlecht
sind; und die Jugend in Köln kann so gut sein wie sie will, es wird beides
trotzdem weiterhin geben: Gerade weil sie von interessierten Menschen der Kirche
und des Staates in dieser falschen Weltsicht bestärkt werden, im Prinzip
nichts ändern zu können, außer eben sich selber zum wirklich
guten, d.h. vor allem (gut-)gläubigen Menschen. Dabei ist völlig klar,
daß der Staat und die Kirche wissen, was sie an einer moralisch durchgeknallten
Jugend haben. Aber weiß die Jugend auch, wie sehr und wofür alles
sie in all ihrer moralischen Naivität sich vereinnahmen läßt?
(20.08.05)
Stoibers Wahrheiten über die Demokratie
Den
Leuten, die ihre Stimme abgeben, gebührt Verachtung, zumal wenn sie das
für die Verkehrten tun. Wenn ganze Regionen das tun, gebührt ganzen
Regionen Verachtung: Soviel Rassismus muß sein.
Was die Demokratie ganz unbedingt braucht, das ist ein richtiger Führer
mit Weitblick (wie er selbstredend, Stoiber sei Dank, nur bei der CSU zu finden
ist), dafür braucht es selbstverständlich echte Führer-Eigenschaften.
Hierfür taugen "Frau" und "Ossi" ganz, ganz wenig.
Und Stoiber ist selbstbewußt genug, das alles ganz offen zu sagen. Soviel
Leitkultur nimmt er sich einfach heraus.
Schade nur, daß Stoibers Klartext nicht als Wahrheit über die tolle
Staatsform Demokratie genommen wird, sondern postwendend in die Schlammschlachten
des Wahlkampfes zurückgeworfen wird. Aber vielleicht machen es ja gerade
die Schlammschlachten der Demokratie aus, daß sich unverwüstliches
Stimmvieh so heimelig wohl in ihr fühlt.
(11.08.05)
Raumfahrt — allein aus militärischen Gründen!
Niemand
soll sich da täuschen: Allein militärische Überlegenheit rechtfertigt
die Ausgaben in diesem Bereich. Ansonsten gäbe es keine Raumfahrt.
Die Skepsis, mit der die imperialistische Konkurrenz die US-Spaceshuttle-Mission
verfolgt hat, nach dem Motto "klappt sie oder verglüht sie",
gibt der Notwendigkeit, die die USA bei ihrer Mission sehen, recht: Solange
es irgendwelche Vorbehalte an ihrer Vormachtstellung in der Welt und ihrem freedom
& democracy Auftrag gibt, muß weiter gerüstet und in Sachen Grundlagen
& Technologie geforscht werden. Und jeder irrt, der meint, gleichzeitig
mit der Sowjetunion hätte sich die Frage weltweiter Kontrolle erledigt.
(Das Shuttle-Projekt wurde, das nur am Rande, schon von einem Präsidenten
namens Jimmy Carter aufgelegt, damals als Trumpfkarte, "SALT 1 verifizieren
zu können": Wenn schon Abrüstungsverhandlungen, dann sollen sie
natürlich zur Kontrolle des Gegners beitragen.)
Angreifen zu können, ohne selber verwundbar zu sein, das ist seit Reagans
SDI-Programm die Herausforderung, der sich die USA seither stellen wollen. Und
sie arbeiten daran, wobei sie ein technischer Mißerfolg ebenso anspornt
wie ein Erfolg. (09.08.05)
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