Indien Milchmädchen und Großkonzerne NEU  INDIEN - Sonderausgabe der le monde diplomatique

Wer an der Betrachtung des heutigen Indiens und sein Werden seit der Kolonialisierung Interesse hat, kommt an dieser Ausgabe nicht vorbei.

Nur ein Beispiel aus dem umfassenden Inhalt: Die Freihandelswünsche der EU mit Indien - die EU möchte Zollsenkungen auf 0 Prozent durchsetzen, was die Massenverelendung im landwirtschaftlichen Sektor erheblich vorantreiben würde, wo z.B. heute noch 12,4 Millionen Bauern täglich 21,5 Millionen Liter Milch an die dörflichen Produktionsgenossenschaften abliefern. Die hochsubventionierte EU-Milch einmal zugelassen würde ein Massenelend erzeugen - zusätzlich zum Bestehenden; Beispiele dafür in Kolumbien und Süd-Korea gibt es ja schon, wenn auch in quantitativ nur ein Bruchteil davon. Und hierzulande führt sich die Lobby der Milcherzeuger auf - nach eigenen Angaben noch rund 93500 Betriebe, die nun wirklich keine Bauern mit 2 bis 4 Milchkühen im Stall (die wurden dank CSU- und EU-Politik gründlich gelegt), sondern allesamt Großagrarkonzerne sind -, wenn sie selber mehr denn je der Konkurrenz ausgesetzt sind. Was sie nicht so gern erwähnen, ist, daß sie von Staat und EU Millionen in den Arsch gestopft bekommen, womit sie fähig sind, mit ihrer Dumpingmilch für jede Menge Elend auch in deutschen Nachbarstaaten wie Polen zu sorgen.

Hier das Inhaltsverzeichnis (pdf) [Abbildung aus dem Inhalt]




Baaria TornatoreFilmtip:   BAARÌA  *******

Erstaunlich wie es Giuseppe Tornatore gelungen ist, in zweieinhalb Stunden einen Film über die Geschichte Siziliens zu skizzieren, beginnend unter der Ära des Duce. Er zeigt die Welt aus der Perspektive des kleinen Ortes Baarìa, aus der Perspektive der "kleinen Leute" dort. Der Film ist eingewickelt in eine Liebesgeschichte, ist aber viel mehr, er ist ein Politikum, das keine Tabus vor Göttern kennt und sei es die Kommunistische Partei selber. Deren Opportunismus wird mit dem Einzug in die Parlamente überdeutlich; allein wieviel - von einem nicht-opportunistischen Standpunkt aus: nutzlose - Anstrengungen dafür in Wahlkämpfen aufgewendet werden... und dann werden die Kommunisten bloß wegen der Mafia gewählt, die sie als einzige bekämpfen - als Vertreter ordentlicher staatlicher Verhältnisse, die sie schon für geradezu sozialistisch halten und deren Illusionen sie nicht entlarven - können oder wollen. Als wacher Arbeiter kann man das gesellschaftliche Spiel, in der die PCI eine Rolle zu übernehmen beginnt, leicht durchschauen. Die Partei jedoch zieht es vor, sich in der Dummheit ihrer eingebildeten Größe und Alternativlosigkeit mit den ungebildeten Volksmassen zu verschmelzen, und zieht sich so letzten Endes nur den Unmut vieler zu.
Die sonstigen Schönheiten, die Lachnummern und gekonnten Darstellungen des Alltagslebens. (18.05.10)


 


Ivens IndonesienDokumentarfilme (1912-1988) von Joris Ivens jetzt auf 5 DVDs bei Absolut Medien erschienen:
Im Jahre 1988 fand auf den „Tagen des Unabhängigen Films in Augsburg“ eine Werkschau statt, die so beeindruckend war, daß diese Filme für jeden nur empfohlen werden können:
Die Zeitung analyse & kritik widmet in ihrer November-Ausgabe anläßlich der DVD-Erscheinung einen Artikel. Hier ein Text aus der Programmbeilage des 1988-Filmtage über den Film:

Indonesia calling,  Erstaufführung: Sydney, 08.09.1946
Der erste antikolonialistische Film nach dem 2. Weltkrieg. Ivens filmt im Hafen von Sydney den Streik indonesischer Seeleute, die sich weigern, auf holländischen Kriegsschiffen zu arbeiten und gegen ihre junge Republik - ehemals Niederländisch-Indien-auszulaufen. Ohne jegliche Unterstützung und mit spärlichem Material, geschützt von Matrosen und Dockarbeitern, filmte Ivens die Streikaktionen, deren Bedrohung durch australische Polizei und holländische Agenten, die Solidarisierung von Seeleuten aus "aller Herren Länder". Von der Zensur in Australien und Holland verboten, gelangten dennoch Kopien des Films ins kämpfende Java, als wichtigstes Zeichen internationaler Aufmerksamkeit und niederländischer Propaganda zum Trotz.

Der erste antikolonialistische Film nach dem 2. Weltkrieg - die historische Situation
„Die Niederlande hatten eine große Anzahl Schiffe in den Häfen Australiens liegen, die Waffen und Munition an Bord hatten, um in Indonesien zu intervenieren. Die Schiffe waren mit indonesischen Seeleuten bemannt. Diese streikten und weigerten sich, die niederländischen Schiffe nach Java zu bringen.
Vierzehn australische Dockarbeiter-Gewerkschaften lehnten es ab, diese ... Schiffe mit Kriegsmaterial zu beladen. Daraufhin schlossen sich die chinesischen, australischen, malaiischen und indischen Seeleute dem Streik an ... Die gefilmten Aktionen bildeten den ersten antikolonialen Film nach dem Krieg: 'Indonesia Calling'.“ *

Spontane Anteilnahme und Unterstützung mit dem Dokumentarfilm
„Die Indonesier weigerten sich, als Besatzung auf holländischen Kriegsschiffen zu dienen, die gegen ihre junge Republik eingesetzt werden sollten. Etwas, das laut danach schrie, gefilmt zu werden.
Aber wie soll man das machen, ohne Geld, ohne Mannschaft, ohne Kamera? Wieder einmal fand Joris Ivens einen Ausweg. Man warf mir eine alte Kynamo in die Hände, die irgendwo aufgetaucht war, zusätzlich einige Filmspulen aus Kriegsbeständen ... und von seinem, im Haus der Gewerkschaft der Seeleute eingerichteten Hauptquartier aus leitete Joris Ivens die Dreharbeiten; das Szenarium lieferten uns die täglichen Ereignisse...
... die Ereignisse waren genauso eindrucksvoll wie eine Schlacht, und wir mußten uns immer mit der Kamera an der Backe an einer Front befinden. Zuguterletzt, als alle bespielten Filmspulen zusammengetragen waren, spannend, zerrissen und unbleich, machte sich Joris mit Ruhe und Beflissenheit an die Montage des Films, Er setzte aus Einzelteilen und kleinen Stücken die Geschichte zusammen, als ob es darum ginge, zwischen sagenhaften Reichtümern zu wählen. Um ihn und den Film versammelten sich Freiwillige, die zu den talentiertesten kreativen Menschen Australiens zählten: Catherine Duncan machte den Begleittext, den Peter Finch sprach, und alle arbeiteten sie ohne Ruhm, ohne Entgelt, aber gemeinsam mit Joris Ivens und im Einlang mit dem Gang der Geschichte.“**

„Der Film wurde aus dem Nichts geschaffen. Kodak wollte der Gewerkschaft keinen Negativfilm liefern, die direkten Produktionskosten wurden von der Waterfront Union of Australia bezahlt. Wir hatten eine kleine Kinamo-Kamera (vom selben Typ wie die, mit der ich 1928 'Die Brücke' aufgenommen hatte). Der Kameramann, oder besser die 'Kamerafrau', Marion Michelle, konnte mit dem Federwerk ihrer Kinamo nur Aufnahmen von einer Maximumlänge von sechs bis sieben Meter machen, das heißt zwölf bis vierzehn Sekunden, und sie hatte wenig Filmmaterial zur Verfügung. Wir mußten also kolossal aufpassen und sparsam mit dem Film umgehen. Mit Hilfe der Dockarbeiter und Matrosen filmten wir die Streikaktionen, bedroht von der australischen Polizei und niederländischen Wichtigtuern. Mit technischen Tricks, viel Mühe und Not haben wir den Film zustandegebracht, der gerade dadurch etwas Ergreifendes hat; er ist kämpferisch und umspektakulär, und dennoch fühlt man, daß sich dahinter große Dinge abspielen.“*

Sowohl in den Niederlanden als auch in Australien wurde der Film verboten. Dennoch gelangten Kopien des Films ins kämpfende Java, als wichtiges Zeichen internationaler Aufmerksamkeit und Solidarität, niederländischer Propaganda zum Trotz:
„In Sidney stellten wir mit der Hilfe indonesischer Matrosen eine malaiische Version auf 16-mm-Schmalfilm her. Zwei Kopien dieses Films kamen über Singapur mit einem kleinen Segelschiff, das die niederländische Blockade durch brach, nach Java. Abend für Abend wurde der Film, manchmal heimlich im Freien, der Bevölkerung, Tausenden von Menschen in den Städten und Dörfern, vorgeführt. Der Film zeigte die internationale Solidarität mit der jungen Republik und widersprach in überzeugender Weise den Erzählungen niederländischer Propagandisten, die behaupteten, niemand in der Welt kümmere sich um das indonesische Volk und seine Unabhängigkeit. Der Film ist ein gutes Beispiel für einen einfachen, kurzen, militanten Dokumentarstreifen, der eine scharfe und nützliche Waffe im Freiheitskampf eines Volkes werden kann.“*

Joris Ivens - persona non grata
Für Joris Ivens hatte der Film zur Folge, daß sein Pass von der niederländischen Regierung eingezogen und er selbst zur "persona non grata" erklärt wurde. Erst im Jahre 1956 - zehn Jahre nach den Ereignissen in Sydney - wurden seine vollen Bürgerrechte wiederhergestellt.
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* aus: Joris Ivens, Die Kamera und ich
** aus: Marion Michelle, Paris 1965,

Zur politischen Ökonomie des Iran des Jahres 2000 (GegenStandpunkt-Artikel; pdf)

Überblick über die US-Kriege und -Militärinterventionen seit 1945


Interview zur (außenpolitischen) Geschichte Jugoslawiens (mp3)

A Letter from Miami

Sudan

USA greifen iranisches Zivilflugzeug anVor 20 Jahren: Als die USA ein iranisches Zivilflugzeug abschossen

Ein Beitrag zur Geschichte Mexikos zwischen den rivalisierenden Imperialisten

Die Zerschlagung Jugoslawiens 1992 - heute


Die Geschichte Zyperns


Epidemie des Jahres 2006: Die Vogelgrippe

2005: 25 Jahre Gewerkschaft Solidarność
hierzu das vergriffene Standardwerk:

Karl Held: Abweichende Meinungen zu Polen
· Resultate Verlag 1982
(Restexemplare antiquarisch unter www.eurobuch.com)

Der Staatsbankrott Argentiniens 2001:

Vom reichsten Staat Lateinamerikas zum Armenhaus

1998: 150 Jahre Kommunistisches Manifest

Anmerkungen zu Kambodscha 1966 bis 1975


Italien ab 1967 - Geschichte der potere operaio

Das US-Interesse in & an Indonesien 1965

Die 50er Jahre: Die Lüge vom deutschen Wirtschaftswunder



Linke Vergangenheit und ihre Bewältigung in der BRD
Beiträge über Joschka Fischer (22.12.07), Kurt Beck (08.12.07), Wal Buchenberg,
Günter Ackermann (beide 31.10.07)
Irgendwem ist aufgefallen, daß bei KoKa eine Rubrik fehlt: Die des Anarchismus. Aber warum für diesen Käse auch noch eine Rubrik aufmachen, schreibt doch ihr Vordenker Michail Bakunin selbst dagegen an: "Das Volk unterrichten? Das wäre dumm. Das Volk weiß selbst und besser als wir, was ihm not tut. Wir müssen das Volk nicht unterrichten, sondern es empören." (Постановка революционнаго вonpoca, Mai 1869) Mögen die Anarchisten also so dumm bleiben wie ihr geliebtes Volk! [Zum Begriff "Volk" siehe: GegenStandpunkt 1/2006: Das Volk - eine furchtbare Abstraktion. Der Artikel enthält u.a. einen Exkurs über "kommunistische" "Volksdemokratie" und linke "Volksbefreiungsbewegungen".]


Chrustschows historische Rede 1956:
Eine rein moralische Abrechnung mit Stalin  — also alles andere als eine marxistische Kritik des Stalinismus (in Arbeit)

Von der Besatzung durch den Faschismus zum Vasallen des Imperialismus:
Griechenland in den Jahren 1944 bis 1949 (in Arbeit)

Revolution in Brasilien 1935 — war da was?

1932: Die KPD in den Zeiten der Wirtschaftskrise
NEU

Ben Hecht: Die Revolution in Bayern 1919

Falklands Polen Israel

steinmeier steinbrück verheugen clement
Ihre Taten für Deutschland und ihre nationale Scharfmacherei sind ihnen ins Gesicht geschrieben:
Infam, menschenverachtend, staatsgeil, rassistisch. Wer stopt sie?


Clement: "Wir haben bisher höchstens ein Drittel des Weges zurückgelegt, den Deutschland insgesamt zurücklegen muß."

Verheugen: "Europa muß Weltmacht werden."
Steinbrück: "Deutschland muß in die Champions League."
Steinmeier (zur Außenpolitik): "Deutschland muß noch viel internationaler werden."
Struck (nicht im Bild): "Deutschland wird am Hindukusch verteidigt." [heißt doch eigentlich so: "Deutschland muß natürlich auch in Afghanistan für Recht und Ordnung sorgen." - Wenn man die richtige Sprachregelung nicht drauf hat, kann man nie Kanzlerkandidat werden!]