" ... Klein Plimm mußte sich vor seinem Vater verantworten.
Es lag Klage gegen ihn vor.
Er hatte einen Ball durch ein offenes Fenster geschossen. Unglücklicherweise, als der Bäckermeister Laugenhuber mit Frau und Tochter Zenzi beim Essen saß.
Es hat furchtbar geplatscht — und die Suppe war verteilt. Leider nicht im Magen, sondern an den Kleidern. Klein Plimm verteidigte sich wie ein Minister: Zwar habe er den Ball geschossen, aber es war ein ganz, ganz winziger Ball.
Und mußte die Frau Laugenhuber bei geöffnetem Fenster ausgerechnet Suppe auf den Tisch bringen?
Bei Kartoffelküchlein wäre das nie passiert. Die spritzen nicht so wie Suppe.
»Es stimmt«, sagte der Vater. »Suppe spritzt tatsächlich mehr.«
Er war ganz stolz auf seinen so logisch denkenden Sohn.
Wie ein Politiker in der Fernsehsendung »Bürger fragen, Politiker antworten« auf sich selbst.
Die Lina Holdmännlein brachte — worüber Klein Plimm, der noch an den Storch glaubte, sehr staunen mußte — alle zwölf Monate ein kleines Holdmännlein zur Welt.
Nur einen Mann hatte sie nicht. Ihre Großmutter schlug die Hände überm Kopf zusammen und rief jedesmal: »Mädle, Mädle, was machsch denn?«
Die Lina sagte, sie mache nichts. Andere machten. Dagegen sei nichts zu machen.
Männer seien so.
Und jetzt, sagte sie empört, wolle man sie verantwortlich machen?
Oh, die Welt sei gemein!
Jeden Tag passiere ein Mord.
Ob man ihr vielleicht einen Mord nachsagen könne?
Oder Betrug?
Diebstahl?
Erpressung?
Leichenschändung?
»Hör auf, hör auf!« rief die Oma und nahm die Lina in den Arm. »Du bisch halt a guater Kerl!«
Dann machte sie der Lina eine Tasse Kaffee und sich selbst Vorwürfe.
Außerdem sprach sie für alle Babys zu sorgen, ging in den Hohen Dom und beichtete, daß sie so ungerecht gewesen war."
(03.09.10)
Augsburg - Macau - Las VegasJean Stein: Konzert-Veranstaltungstips:
ACHTUNG ES GIBT ÄNDERUNGEN, weil die Ballonfabrik nicht rechtzeitig eröffnet: Auf Veranstaltungsplakate in Kneipen etc achten!
Do. 30.09. JEAN STEIN Offspace oder Ballonfabrik Augsburg
Nayekhovichi (Rußland/ St.Petersburg) Mix aus Klezmer mit Skaelementen, einige ihrer original Kopositionen sind in Yiddish, einige sind Soviet pop, und manche sind klezmerized rock
Nayekhovichi also known as Moscow Klezmer Trade Union or the Ultimate Klezmer Garage Band (UKGB) were founded in Moscow in 2004 by former guitar hero Vanya Zhuk. Exploring and exploiting their roots in Ashkenaz, Russian and Soviet traditions Nayekhovichi create a special sonic borsht.
+ Mäkkalä´s Trashlounge (Finnland) mit Clark Nova (Berlin) als langjähriger Tourbody von Nikki Sudden mit reichlich Erfahrung ausgestattet.
Clark Nova's Nikki-Suddengeschulter Lofi-Blues mit unüberhörbarem Alt.Country-Touch gepaart mit Mäkkelä's stets leicht verquerem Storyteller-Lofi-Pop finnischer Provenienz sorgte auf der ersten gemeinsamen Tournee im vergangenen Jahr für einiges an Aufsehen. Die reichlich unkalkulierbare Bühnenpräsenz – insbesondere bei den gemeinsamen Nummern – vereint schlicht großartiges Songwriting mit augenzwinkernder Spielfreude.
Do. 14.10. Ballonfabrik
FUO (Hamburg) - Freunden des Spannungsfeldes von Entertainment und Kunst wird - dem mürben Trott des Immergleichen entgegnend – die Hamburger Band FUO wärmstens ans Herz gelegt! Einerseits als verspieltes Quintett, andererseits als Cut-Up-Montage-Trio und weiterhin gänzlich instrumental zugange, präsentieren sie im üppigen Gewächshaus zwischen Pop und Experiment gärtnernd: Swingende Rock-Avantgarde
Sa. 23.10. Jean Stein – off Space
Geoff Berner (Kanada) GEOFF BERNER, der Whiskey Rabbi aus Vancouver / Kanada, hat im Herbst 2008 sein viertes Album „Klezmer Mongrels“ veröffentlicht. Seine 4-wöchige Solotour führte ihn sehr erfolgreich auf die unterschiedlichsten Bühnen – in Bars, Clubs, Varietés, kleine Theater, einen Bauwagenplatz, großen und kleine Festivals und in große Hallen als Support der norwegischen Kultband Kaizers Orchestra!
Daß Geoff Berner kein Vertreter der traditionellen Klezmerklänge ist, ist vermutlich bekannt. Durch die unorthodoxe Interpretation und nicht immer politisch-korrekten Texte kratzt er unaufhörlich an der schönen Fassade. Geoff Berner ist bissig und respektlos, ohne dabei verletzend zu sein. Seine Musik ist genauso Klezmer, wie sie Punk und politisches Songwritertum ist. Er bekennt sich offensiv zu einem musikalischen Erbe, dem ein Erneuerer wie Geoff Berner sehr gut zu Gesicht steht.
Alex Face (Schweden) Manche sagen Blues. Andere sagen Punk, Rock’n’Roll, Country oder Garage. Oder alles zusammen. Das Debutalbum Smell like a woman (auch auf Alleycat Records erschienen) wurde 2008 für den schwedischen Manifestpreis (Manifestpriset) nominiert und nun ist also die Nachfolgeplatte Never been alright hier und wird mittlerweile auf dem öffentlich-rechtlichen schwedischen Radiosender P3 rauf und runter gespielt.
Do. 4.11. Ballonfabrik
SANTO BARRIO (Chile) SANTO BARRIO ist für Ihre lateinamerikanische Mischung aus Ska, Rock, Cumbia, mächtigen Bläsern und jeder Menge Percussion bekannt. Zudem schätzen ihre Fans die kritische Auseinandersetzung mit politischen Themen, die ihnen sehr am Herzen liegen. SANTO BARRIO hatten 2001 mit Ihrem 2. Album in Südamerika ihren großen Durchbruch und machten sich daraufhin das erstmal auf nach Europa. Alles in Eigenregie organisiert, spielten sie u.a. das "Festival de la Cultura Latinoamericana" auf dem Salvador Allende Platz in Hamburg. 2005 folgte ihre nächste Europa Tournee. Gut 8 Wochen waren sie auf dem europäischen Kontinent unterwegs, um ihr 3. Album Plan Maestro, welches via Übersee Records hier in 13 Ländern veröffentlicht wurde, vorzustellen. Angeheizt vom Erfolg dieser Tour und durchweg positiven Feedbacks kamen sie 2007 und 2009 erneut über den großen Teich. Mit neuer Platte im Gepäck kommen sie 2010 zurück.
Do. 11.11. Jean Stein – off Space
"Serebrjanaja Svadba" Freak-Cabaret-Band aus Weißrussland
Eine musikalische Landstreichertruppe zieht durch die Lande. Jedes Lied ist eine Geschichte, jeder Auftritt ein Theaterstück an sich. Die Freak-Cabaret-Band "Serebrjanaja Svadba" ist nicht nur eine Musikgruppe – sie ist der reine Musikzirkus! Geige, Konzertina, Kontrabaß, Banjo, Posaune, Waschbrett, Tuba und Trompete begleiten den Gesang und das Schauspiel der Solistin Benka. Hinzu kommen die merkwürdigsten Inhalte der zahllosen mitgeführten Requisitenkoffer. Vor unseren Augen bereiten die Musiker einen überwältigenden, schillernden Cocktail aus einer guten Portion französischem Chanson und Bouffonerie, einigen Tropfenrussischer Volksmusik, lateinamerikanischem Straßenzirkus und Kabarett-Dixieland der 20-er Jahre.
Fr. 19.11. Jean Stein – off space
Princes Chameaux (Frankreich) Nach ihrem ersten famosen Konzert in Augsburg im Jean Stein folgt nun nach wenigen Monaten gleich ein zweites. PRINCES CHAMEAUX gibt es jetzt knapp 7 Jahre. Das ehemalige Trio (seit kurzem sind sie zu viert) aus Paris, das in der musikalischen Tradition *Mano Negras*, bzw. deren Vorläufer-Band *Hot Pants* folgend auch erst in Metro-Stationen und unzähligen Bars und Kneipen aufgetreten ist, hat sich einen respektablen Ruf als explosive Live-Band mit herausragenden Bühnenqualitäten erspielt und ihr Bekanntheitsgrad in Frankreich ist stetig am wachsen. Sie sind erfrischend jung, ungestüm, mitreißend und liefern regelmäßig sehr energievolle Konzerte ab.
Fr. 26.11. Jean Stein – offspace oder Ballonfabrik
Les Fils de Teuhpu (Frankreich)
Les Fils de Teuphu zu beschreiben ist schwierig: Vielleicht Babylon Circus treffen auf 17 Hippies und Cirqus Alfon? Schon eine Ahnung? "Ein präzise ausgetüfteltes System aus Bläsersätzen, Banjochords, Skabeats und Vocals […] Arabische und osteuropäische Einflüsse, dazu die Tradition des eigenen Landes gepaart mit südamerikanischen Rythmen. Interkontinentale Liebesbeziehungen der tanzende Art". "Wer einen Spaten mit zwei Nylonsaiten bespannt und diesen als Kontrabaß benutzt, wer auf Riesenmuscheln Rocksoli intoniert oder mit einer Posaue scracht, der muß jegliche Rock- und Konsumstandards ignorieren können … und ziemlich verrückt sein."(HNA 04/2006)
(alle diese Veranstaltungstips außer KoKa-Gewähr)
Der alte Marx als Ware Film
Mario Adorf: Seit 5 Jahren versuche ich, das zu realisieren. Eine Geschichte über die letzte Reise des alten und kranken Marx nach Algier soll als Grundlage dienen. Das Treatment, das ich mit Michael Verhoeven geschrieben habe, wurde vom zuständigen Fernsehredakteur bisher mit der Begründung hinausgeschoben, das Publikum wisse nichts überDer alte Marx als Ware Film
Warx [ein Wunder bei all dem TV-Quatsch?]. Man müsse den ganzen Marx zeigen, auch den jungen, den Filosofen, den in London unter ärmsten Umständen lebenden, und nicht nur den alten Marx. Aber gerade das finde ich für mich richtig und spannend.
Der alte Marx als Gegenentwurf zu Schuckert, Hansen und Co. - und ihr Beitrag zur Krise des Kapitalismus?
Mario Adorf: Ich sehe das nicht als weltanschaulichen Film - wobei natürlich vorkommt, wie genau Marx die Finanzkrisen schon damals analysiert hat. Er war aber auch ein ewig Verfolgter, der nicht nur in Deutschland unter der politischen Macht gelitten hat. Und so möchte ich ihn auch zeigen.
(Aus: mobil, dem DB-Magazin, August 2010)
Preis-Angebote über eine Verfilmung von KoKa in 100 bis 150 Jahren können bereits heute diskret abgegeben werden. (10.08.10)
»Testen Sie Ihr Hirn!« (neue Serie der Blödzeitung)
Gedicht von L. Marco (um 1900)

Mel
RamosNoch eines wird überdeutlich: Das, was die Werbung suggeriert, das läßt sich nur schwerlich auf den Menschen übertragen. Die ins Abstrakte übergehende Gestaltung der Figuren scheitert immer wieder an der unverwischbaren Natürlichkeit der Körperhaltungen und Gesichtsausdrücke. Oder aber sie führt, konsequent verlängert, zu einer unappetitlichen Verzerrung in Form von science-fiction-Figuren wie Batman. (05.08.10)
Finanzmetropolen-FAZkes
Wenn und wo Frankfurt allerdings wirklich unschlagbar ist, dann in der geistigen Provinz seiner bourgeoisen Journaille! (31.07.10)
Mit schwarzen Lackhaaren und Schlitzaugen und einem »Täng« wie Elfenbein. Sie war sogar aus einem Ort mit chinesisch klingendem Namen: Pei-ting. Leider war es nur Peiting bei Schongau und nicht bei Peking.
Sie hieß auch nicht Susi Wong, sondern Susi Ascherl.
Und als dann die kurzen Röcke aufkamen, sah der Paule, daß sie Beine hatte wie die Eisenbahnschienen von Hongkong nach Kanton: Sehr dünn, und kurz vor's in den Bahnhof geht, auch etwas gekrümmt.
Doch da war er schon mit ihr verheiratet und konnte nichts mehr ändern. Er ist aber dann in die Modebranche eingestiegen und sorgt unentwegt dafür, daß lange Röcke von Zeit zu Zeit immer wieder modern sind. ..." (aus : »Kirschenzeit« von Plimm alias Benno Plabst)
(30.07.10)
Kommunistischer Anschlag auf Hollywood?
China widersetzt sich einem Schiedspruch der WTO, den es selber angestrengt hatte, um die Hürden, eine Invasion us-amerikanischer Filme zu verhindern, nicht lockern zu müssen. So sympathisch das auch auf den ersten Blick erscheinen mag, es wirft eine Frage auf: Handelt China diesbezüglich allein aus ökonomischen Überlegungen oder hat es begriffen, welche ideologische Ware die Hollywood-Schinken liefern? Umgangsformen und Redeweisen, zu Klischees gepreßt, sollen die geforderte gesellschaftliche Anpassung erfolgreich machen: Kann man das nicht auch in China brauchen? Will China das einfach kopieren? Nichts einfacher als das: Dummes Zeug plappern kann jeder, autoritär auftreten auch, zumal wenn er eine Knarre in die Finger bekommt. Kurzum: Wieder einmal stellt sich die Frage: Quo vadis, China? (26.07.10)
Dieselheißt ja nicht nur dieser bekannte Sohn Augsburgs. Diesel ist eine Jeansmarke, die Werbung macht mit dem, was die kapitalistische Gesellschaft auszeichnet: Deshalb heißt die Werbung auch einfach nur BE STUPID. Das ist geil, das paßt ins Bild des Kapitalismus. Das ist eine Apologie des Systems, von der ein Markus Günther etwa nur träumen kann. Der verteidigt nämlich jeden Scheiß, von Gauck bis zum Gymnasium, aber daß er mal auf denTrichter käme, was den Kapitalismus sozusagen in seinem Innersten zusammenhält, das läßt auf sich warten!
Koka critiques but not Diesel! Diesel seems to be an official intellectual sponsor of KoKa! (19.07.10)

Sonntag, 25.07.10: 14 und 20 Uhr: Baals Wege: Literarischer Spaziergang auf den Spuren des jungen Bertolt Brecht, seiner Clique und seiner Freundinnen in der Jakober Vorstadt (das Puff-Lokal »Roter Hahn« natürlich eingeschlossen); Treffpunk: Brunnen an der Jakobskirche
Sonntag, 25.07.10: 16 und 18 Uhr: Vom Lech zu den Weltmeeren - die große Hafen-Vision des Karl-Albert Gollwitzer (1901), mit einer »Hafenrundfahrt« an der Oblatterwall-Kahnfahrt, sozusagen dem übriggebliebenen Relikt [siehe historisches Foto]; Treffpunk: Brunnen an der Jakobskirche
Sonntag, 08.08.10: 19 Uhr, Biergarten Drei Königinnen: »Mein wunderbarer Samowar«, Ein Tschechow-Abend mit Sibylle Fitz und Stephan Bach: Nastrovje! zum 150 Geburtstag des Dichters in diesem Jahr
Sonntag, 15.08.10: 19 Uhr, Biergarten Drei Königinnen: »Mehr Erotik, bitte!« Ein nachdenklich-vergnüglicher Abend mit Werken von Oskar Maria Graf, vorgetragen und in Szene gesetzt von Michaela Dietl (Akkordeon) und Bernhard Butz
[Abbildung aus einem Augsburg-Führer anno 1899] (16.07.10)
Marx für die deutsche Bildungselite
Marx' Kapital ist wieder ein Renner auf dem Buchmarkt. Deshalb hat sich ein Verlag namens Faber & Faber anheischig gemacht, »Das Kapital« zum x-ten Male neu zu veröffentlichen, zumindest den ersten Band, und zwar in zwei Teilbänden, opulent in einem Schuber. In zwei Teilen deshalb, weil das Werk mit Malereien eines modernen Künstlers illustriert noch dicker wurde. Für die deutsche Bildungselite, die auch und sogar Marx in ihrem Bücherschrank stehen haben will, sicher genau das Richtige, zumal der eine Band ja als zwei Bände daherkommen. Gelesen und Marx' Kritik verstanden haben muß sie nicht, zumal der Genuß des Bilderanschauens ihr dies erübrigt. Kurzum, genau das Richtige für einen deutschen Bildungsbürger! (16.07.10)
Der heilige Playboy
Baumsterben - ach wo!
Augsburg
unter Schrecken!
Der Grund für die kirchliche Ruhestörung des kapitalistischen Alltags war der, daß der Papst in Rom dem Bistum einen neuen Bischof zugewiesen hatte. Das hatte auch noch viel weiterreichende Folgen: In der Augsburger Allgemeinen (08.07.) mußte der (verstorbene Fritz) Teufel von Seite 1 der Vorabendausgabe dem Antlitz (des neuen Halb-) Gottes der römisch-katholischen Kirche weichen. Der Herr heißt Konrad Zdarsa, kommt aus der Ostzone und hat - dem Namen nach zu schließen [zdarzać się: vorkommen, sich ereignen] - ebenso polnische Wurzeln wie sein oberschlesischer Vorgänger. Heute sind dann auch schon einige Stellungnahmen zu hören gewesen; die bescheuerste - weil von unsachgemäßem Wunschdenken geleitet - unter ihnen vertrat einmal mehr die Parteivorsitzende der GRÜNEN, Claudia Roth: "Bischof Zdarsas Erfolg wird daran gemessen werden, ob er das Bistum wieder zusammenführen und die erzkonservativen Kräfte, die es so tief gespalten haben, zurückdrängen kann." Heiliger Bimbam! Hauptsache, Lärm schlagen! (09.07.10)
Wer
ist Reinhard Jirgl?
"In der Begründung der Jury heißt es, Jirgl habe in einem Romanwerk »von epischer Fülle und sinnlicher Anschaulichkeit ein eindringliches, oft verstörend suggestives Panorama der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert entfaltet.«
Dabei lasse er die historischen Umbrüche aus unterschiedlichsten Perspektiven alltäglichen Erlebens gegenwärtig werden und mache - so zuletzt in den großen Romanen »Die Unvollendeten« und »Die Stille« die Stimmen der Vergessenen und Verschütteten wieder hörbar." (Hessischer Rundfunk, 09.07.10)
Hier eine Kostprobe seines deutsch-nationalen Schwachsinns; der Autor, geb. 1953 in Ostberlin, ist bestrebt, als Nach(kriegs)geborener das seine zur Legendenbildung des - eine (bundes)deutsche Jury übergeschnappt jauchzen lassend - Deutschtums beizutragen, welches lautet: Die Deutschen - nichts als Opfer! [ungewöhnliche Zeichensetzungen, Schreibweisen sowie Hervorhebungen im Original]:
"Du mußt !weg: ! Aufderstelle: Wenn SIE die-Papiere bei dir finden, würde Alles auffliegen von wegen du=meine Nichte. DIE stelln uns an-die-Wand, dich u mich und Werweißwen noch. (Die Frau packte weitere Sachen in das pralle Bündel) —So. Das & das noch, & zieh das=hier an & achte darauf, dass-du die !Armbinde nich verlierst und !sieh dich vor du wirst die zwanzig Kilometer zurück bis Komotau fast nur durch den Wald laufen müssen. Im Wald aber dasweißtuja sind die-Russen ! Achte auf dich Kind und geh so schnell du kannst. Zieh die Regenpelerine nicht aus ?!hörst du. Unter !Keinenumständen. Und behalt das Bündel auf dem Rücken unter dem Umhang u laß auch das Kopftuch umgebunden. !Gottschützedich und grüß deine Mutter von uns. Vielleicht kommt ihr durch. Vielleicht kommen wir alle durch. Wenn es noch einen Gott gibt. So. Und !geh. Geh da-hinten raus, dort in der Stallecke, wo heutnacht auch der Mann=rein&raus gekommen ist. Halte deine Sachen zusammen, verlier den Evakuiertenschein nicht, & !rasch. !Gehdoch Kind. In!gottesnamen: rasch be!eile dich —
Der Himmel, aus schwindender Nacht herabhängend auf das Land, hielt die Kälte vergehenden Winters noch im Nebel fest=gefangen, Regen flüsterte in laublosen Zweigen. Annas derbe Schuhe schleiften über den Kiesweg, der allmählich im dichten Nadelwald versank. Tief unter dem dunklen Kopftuch 1 schmales, von den Nächten ohne Schlaf mit schmutzigen Schatten überzogenes Gesicht. Es war das Bündel, das die Nachbarin ihr soeben noch mit etwas Wäsche Geld und Kommißbrot geschnürt hatte, das die viel zu große, über die hagere Mädchengestalt fast bis zu den Schuhn herabhängende Pelerine an dieser Stelle wie einen Buckel wölbte. Wer sie flüchtig ansah, konnte tatsächlich meinen, ein altes, buckliges Weib schlurfte diesen Weg entlang, mit aller Beharrlichkeit & Furchtlosigkeit, die das Alter manchen Frauen gibt. Auch die weiße Armbinde (die abzulegen allen Deutschstämmigen !STRENGSTENS !VERBOTEN war) hielt das undurchsichtige Grau des Umhangs verborgen. Der Anblick des weißen Stückes Stoff sollte nicht jeden Xbeliebigen zu Rachegelüsten anstacheln; bei einer Patrouille dagegen konnte Anna jederzeit den Arm mit dieser Brandmarkung rasch freibekommen. Viele der noch auf tschechischem Boden verbliebenen Deutschen machten in Diesentagen auf eigene Faust sich in Richtung Grenze auf-den-Weg; Gerüchten zufolge wurden vorerst keine weiteren Transporte aus dem Sudetenland zusammengestellt & abgeschickt. Alle dann noch verbliebenen Deutschstämmigen sollten in Gefangenenlagern der ehemaligen deutschen Besatzer für unbestimmte Zeit zur Zwangsarbeit interniert werden. Andere Gerüchte raunten von Massenexekutionen an da=gebliebenen Deutschen —:— Es war eine jener Zeiten, in denen Gerüchte immer stimmen können." (aus: »Die Unvollendeten«)
So weiß man immerhin, in welchem geschockten und schockierendem Geisteszustand sich die deutsche Bildungselite befindet, wenn man es nicht eh schon wüßte. (09.07.10)
»Fußball? Wäh!«
Fast wäre KoKa allerdings aus dem Bett gefallen, als es ganz aus heiterem Himmel in der wöchentlich erscheinenden Augsburger Stadtzeitung (StaZ) einen knallharten Kommentar unter dem Titel: »Fußball? Wäh!« fand: "... Jahrzehntelang trauten sich die Deutschen nicht so recht, stolz auf ihr Land zu sein, weil das ja irgendwie ein Gschmäckle hatte. Stattdessen rannten sie in Ami-T-Shirts oder mit Union-Jacks herum. Und jetzt ist plötzlich Stadt und Land schwarz-rot-gold, sogar die Außenspiegel der Autos zeigen sich patriotisch. Igittigitt. Der einzige Vorteil: Man erkennt viele Armleuchter jetzt von weitem.
Daß man Fußball schon immer saudumm fand und nie begriffen hat, was so toll daran sein soll, wenn elf schwitzende Männer in häßlichen Dressen über den Rasen laufen und auch noch Millionen dafür kriegen, obwohl sie kaum einen geraden Satz sprechen können, das darf man in diesen Zeiten nicht laut sagen. Muß man ja Angst haben, man macht sich zeitlebens unbeliebt oder kriegt zumindest einen Kratzer im Lack verpaßt, frei nach dem Motto: »Wir wissen, wo Dein Auto steht!« Die Arbeit ruht, die Straßen sind leer, wenn Deutschland spielt. Kinder bekommen keine Hausaufgaben mehr, wenn Deutschland gewinnt, Eintrittskarten kosten nur die Hälfte, wenn Deutschland gewinnt, Fernseher gibt's ganz umsonst, wenn Deutschland gewinnt: Ja geht's noch? Darf ich Fernsehgucken statt zu arbeiten, wenn »Vom Winde verweht« kommt? Darf ich blöd hupend und singend herumfahren, wenn ich zufrieden vom Friseur komm', was mich mehr überraschte und persönlich beträfe? ..." (StaZ, 07.07.10)
(09.07.10)
Deutschland
vor - am besten ohne Videobeweis!
"Die große Ära des österreichischen Wunderteams um Kapitän Matthias Sindelar startete ein Jahr später und wurde im WM-Halbfinale 1934 vom schwedischen Schiedsrichter Ivan Eklind gestopt. In der 18. Minute traten mehrere Italiener den österreichischen Tormann Peter Platzer samt Ball über die Torlinie. Eine Flanke auf Stürmer Karl Zischek köpfte der Schiedsrichter persönlich weg. Nur so wurde Italien Weltmeister. Immerhin war Eklind am Tag vor dem Spiel Ehrengast bei Diktator Benito Mussolini. Gerüchten zufolge soll der Duce während des Gesprächs mit einem Revolver auf die Männlichkeit des Referees gezielt haben." (die presse, 07.07.10)
Sowas gibt es wohl nicht mehr, die Schiris können selber antizipieren, was ist, wenn sie für die falsche Mannschaft pfeifen. Oder eben auch nicht, dann ist das Geschrei groß, ansonsten eher klein; Proteste kleiner und schwacher Nationen können leicht übergangen werden. Aber wenn Deutschland protestiert, dann ist die Hölle los! Wie oft muß jenes kuriose Wembley-Tor von 1966 noch dafür herhalten, um der deutschen Mannschaft und mit ihr einer ganzen »betrogenen« Nation heute endlich und morgen schon wieder endlich Entschädigung zukommen zu lassen! Man fragt sich, woraus speist sich eine solch unverschämte Anspruchshaltung? Ganz einfach aus den Ansprüchen, die die politische Herrschaft auch ansonsten hat, nämlich in der Welt die ökonomisch stärkste und politische mächtigste, wenn schon nicht zu sein, so doch zu werden. Diese Ansprüche vertragen sich sehr schlecht mit einem Mißerfolg in der Sportart Nr. 1. Zumal Deutschland ja maßgeblich Anteil daran hat, daß diese Sportart die Nr. 1 in der Welt geworden ist, obwohl sie - objektiv und rein sportlich betrachtet - wirklich nicht die Interessanteste ist (- aber vielleicht gerade dumm genug zu kapieren für ein deutschnational denkendes Hirn).
Im übrigen: Wie haben sich die Deutschen aufgeführt, als die »Falschen« mal gewonnen haben, die kleine griechische Nation 2004 Europameister geworden ist! Noch heute verteufeln sie die Griechen mit ihrem Trainer Otto Rehhagel, blaß vor Neid! »Antifußball« habe der spielen lassen! Ja, wenn er bloß die Deutschen so zum Sieg geführt hätte, dann hätte er als der souveränste Trainer und Taktiker aller Zeiten gegolten! So viel bloß zur Erinnerung an die hochgelobte deutsche Völkerverständigung mittels Fußball. Ein objektives Urteil ist von Nationalisten nicht zu erwarten. (07.07.10)
Fußball-WM-Fieber - Nationalismus, eine Dummheit wie ihn die Obrigkeit und die ihr verpflichteten Medien berechnend zu schätzen wissen (mp3) (07.07.10)
Vorsicht! Achtung! Nationalismus gefährdet Eure geistige Gesundheit und praktischen Interessen!
Intelligenz, wir fangen Dich
ein!
Το όπιο
του
λαού
είναι
τώρα το
ποδόσφαιρο!
Liebe
Immer-noch-Freunde des runden Leders!
Merke: Wenn man als Lohnarbeiter schon das Arschloch der Nation ist, dann braucht man ihr nicht auch noch den Affen zu machen! (29.06.10)
Handke:
Leckt mich!
Kein Fehldruck ist die neue
Handke-Briefmarke: Die Schreibweise Osterreich anstelle von
Österreich soll seine Kritik an seinem ungeliebten Heimatland
dezent anschaulich machen. Der österreichische Staat bzw.
zumindest die österreichische Post ist da tolerant.
Übrigens
wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten, was er neulich der
Springer-Gazette Die Welt (21.06.10) verriet: "Herr
Handke, begeistern Sie sich noch für Fußball? -Peter Handke: Leider, leider ja. ... - Sie sind offenbar ein Experte. Werden Sie die Weltmeisterschaft aufmerksam verfolgen? - Handke: Ich schaue mir immer die zweiten Halbzeiten an, ein ganzes Spiel macht mich zu fertig. Ich gehe dazu meist ins Café, um unter Fremden zu sein, wo man Blicke austauscht, wenn jemand danebenschießt." Peter Handke ist bekanntlich der Autor des Krimis: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter. Bald erscheint übrigens sein neues Buch titels "Ein Jahr aus der Nacht gesprochen". (24.06.10)
"Dumm
bleiben, Fußball gucken!" (alte KoKa-Weisheit)
".... Später las der Plimm in einem Buch, daß der Kaiser Nero auch nicht viel vom Frühsport gehalten hatte. 'Der einzige', soll er gesagt haben, 'eines Mannes würdige Sport ist die Liebe.' Nanu? Immerhin war der Nero ein Kaiser. Das ist mehr als ein Oberfeldwebel. Außerdem: Er konnte sogar Latein - der Oberfeldwebel Käsohr nur Sächsisch!" (21.06.10)
So. 27.06., 22 Uhr
im Jean Stein, Kapuzinergasse 15
Spätlese mit Reinhard Gammel:
Liebesgedichte: das älteste Kunstgewerbe der Welt
Jose Saramago ist verstorben; Werke, die auch in deutscher
Sprache erschienen sind:
Mit dem Kopf kämpfende und deshalb
Kopfschutz tragende Frauen

* Oriana Fallaci als Kriegsreporterin in Vietnam 1967/8 in der griechischen Zeitung Tachidhromos, die das Foto für Fallacis Augenzeugen-Bericht von den brutal niedergeschlagenen Studentenprotesten in Mexiko benutzte.
Sie unterscheiden sich krass von den Dummtussis, die zwar auch einen Helm tragen, aber für die Bundeswehr Dienst tun. (18.06.10)
Brecht-Feschtle* Es reicht doch wirklich, wenn im Goldenen Saal ein Bert-Brecht-Preis vergeben wird. Das ist die ruhige elegante Brecht-Pflege, wie wir Datschis das lieben.
* Da holen wir uns dann doch lieber so richtig teure Brecht-Experten irgendwo her, die dann irgendwelche teure Stars holen, die dann irgendwann alle wieder aus Augsburg abdampfen. Damit halt wieder brechtige Ruhe herrscht.
* Gott sei Dank ist dieses endlich ausgesetzte billige Brecht-Festival bei der Kahnfahrt den Augsburger Kultur-Politikern keinen Aufschrei wert! Dann wäre doch wieder der schöne ruhige Augsburger Sommer, diese idyllische Grabesstille, beim Teufel."
Danke, Arno, für diese Worte aus der CSU/SPD/ProAugsburg-Seele! [Das KoKa-Foto zeigt Arno Loeb bei den Brecht-Tagen 2008 am Ruder der Seebühne.] (17.06.10)
Maja Prinzessin von Hohenzollern (38 J.)
Homesick
Wie
Musik mit Nationalismus vereinbar ist - eben auf dem entsprechenden
Nivaeu
Carlos Fuentes
Wenn er auf den Autoritarismus zu sprechen kommt, spricht er den Massen ab, jemals selber Subjekte der gesellschaftlichen Verhältnisse werden zu können, wiewohl er mit seiner Literatur einiges dazu beigetragen hat, sie der geistigen Verwahrlosung zu entreißen, in der sie die kapitalistische Gesellschaft - bald demokratisch, bald diktatorisch - gefangen hält. Er betrachtet sein Vermächtnis offenbar als gescheitert, wenn er seine Hoffnungen auf die Demokratie setzt, die weder die Armut beseitigt noch ein Kommunikationsforum schafft, in welchem die Massen sich ihrer Situation vorbehaltlos bewußt werden können. Gleichwohl sieht er sich einem fortschrittlichen historischen Materialismus verpflichtet, wiewohl der in der Sache nichts anderes ist als ein idealistischer Historizismus.
In der Illusion einer wegweisenden Kommunikation(sform) bestärkt ihn die »freie« Presse (hier die Süddeutsche Zeitung) deshalb, weil sie damit sowohl Unumstößlichkeit wie Verherrlichung staatlicher Gewalt demokratischer Sorte betreibt, was sie sich zur permanenten agitatorischen Aufgabe gemacht hat. So pflegt sie den Schein einer Debatte, der sie selber den Boden entzieht.
Schade, daß Fuentes sich der schamlosen und unverschämten Gepflogenheiten des Imperialismus in seinen Zentren nicht bewußt ist. (30.05.10)
BPNS-Agitator Dr. Ludwig Wegele
Siehe dazu die Rubrik -> Faschismus
(28.05.10)

Filmtip: BAARÌA *******
Die sonstigen Schönheiten, die Lachnummern und gekonnten Darstellungen des Alltagslebens - ein Genuß zum Zusehen. Derzeit im Liliom [Lili 2]. (18.05.10)
(Miß-)Erfolg: So schön kann Kapitalismus sein!

Stuhlgang
Für nunmehr 3 Monate steht das zum Abriß vorgesehene ehemalige Bräustüble der Hasenbrauerei allen Künstlern der Stadt und denen, die es werden wollen, offen. (01.05.10)





Patty Smyth & Scandal
Mal
wieder was für's Ohr!
Bukowski
Mit dabei bei der Hilfe zur Errichtung des Museums ist natürlich auch Benno Käsmayr vom legendären Maro-Verlag, der Bukowski seinerzeit - zumindest hierzulande - entdeckt und publiziert hat und der nun eine Broschüre gedruckt hat, die den neu gestalteten Schuppen, ein mondänes Bürgerhaus, unterstützen soll. Im übrigen wird der Verlag heuer 40 Jahre alt und wird das kräftig feiern. (25.04.10)
Die
verblüffende Wahrheit des Oster-Plärrers
Alles
hängt am Geld - wirklich alles?
Absolut geil - der AEV im Finale!
Allein die Tatsache, daß er sich in seinen Reden immer wieder nicht nur an die Professorenkollegen und die Träger der Universitäten, also vor allem die Fürsten, richtete, sondern ausdrücklich auch an die Studierenden, zeigt die Grundrichtung an. Jeder Student sollte in Begleitung eines Tutors einen individuellen Studienplan erhalten, der ihm eine auf die individuellen Bedingungen zugeschnittene Gestaltung des Studiums ermöglichte. Philipp Melanchthon, seit 1523 Rektor der Universität, lebte seine schul- und hochschulpolitischen Überzeugungen auch im Alltag. In seinem Haus in Wittenberg sammelte er eine lebendige Gemeinschaft von Studierenden um sich, die mit ihm, seiner Frau Katharina, .., und ihren eigenen Kindern in einer Art Wohngemeinschaft lebten. Einmal rühmte er sich, daß an seinem Mittagstisch elf verschiedene Sprachen gesprochen wurden. Verständigt hat man sich natürlich auf Lateinisch....
Spätestens seit dem Augsburger Reichstag von 1530 wußte Melanchthon, daß es in der Auseinandersetzung zwischen den Reformatoren und den Verteidigern der »Altgläubigkeit« mit dem Kaiser an der Spitze weder um abgehobene akademische Streitereien noch um bloße Kirchenpolitik ging, sondern um massive Machtpolitik in Europa, die letztlich auf eine kriegerische Auseinandersetzung hinauslief. Der Gedanke, daß es im Streit um religiöse Wahrheiten, womöglich sogar im Namen Gottes, zum Krieg kommen könnte, beunruhigte ihn zutiefst. ..." (die presse, 10.04.10) (15.04.10)
Schlaftablette für Schnarchzapfen: ARD
Ein Brief von Rosa L.
(aus dem Jenseits):
national besoffen sein und abstürzen, das kennt man jetzt auch!
Doch Spaß beiseite! Wie bewältigt man eine »nationale Katastrofe«? Man fügt ihr eine neue hinzu! Auf den Gedanken, daß politische Katastrofen auf Nationalismus basieren und es deshalb ratsam wäre, Nationalismus bleiben zu lassen bzw. ihn gar zu kritisieren, auf einen solchen Gedanken kommen (nicht nur) die Polen nicht mal im Traum, selbst wenn sie mal wieder aus allen Wolken fallen. Nicht erst seit Wałesa und Woityła denken sie nämlich (ausschließlich) als solche. Weitere Leichen unter dem Diktum nationalen Aufbruchs im Polen der EU und der NATO sind so vorprogrammiert, auch wenn sie - wie normalerweise - nicht so hoch dekoriert sind und werden. (12.04.10) Apropos: nationale Elite: "'De mortuis nil nisi bene', wie der Pole sagt. Deshalb hier nur zur Information, welche 'Elite' genau beim Absturz der präsidentiellen Maschine bei Smolensk ums Leben gekommen ist:
Unter anderen nämlich Generalstabschef Franciszek Gagor, samt Ex-Verteidigungsminister Jerzy Szmajdzinski verantwortlich für ein Kriegsverbrechen 2007, als polnische Berufssoldaten ein afghanisches Dorf ohne militärischen Grund angegriffen und dabei mindestens sechs Zivilisten - Frauen und Kinder - ermordet haben sollen. Ferner an Bord: der polnische Ombudsmann Janusz Kochanowski, der zuletzt juristisch gegen das positive Urteil aus Straßburg vorgehen wollte, das einer klagenden Frau eine in Polen untersagte Abtreibung erlaubte; der Jurist Gasiewski, der die taz wegen der Kartoffel-Satire mit einem Interpol-Suchbefehl jagte; Zbigniew Wasserman, verantwortlich für die Verschleierung der CIA-Geheimgefängnisse in Nordpolen vor der Delegation des EU-Parlaments; der Bürochef der nationalen Sicherheit, Aleksander Szczyglo, der den Überfall auf den Irak argumentativ vorbereitet hat; Anna Walentynowicz, als Göttin der Arbeiterbewegung gehandelt, in Polen aber längst als Ikone des ultrakonservativen Radio Maryja gegen die 'Verjudung' Polens kämpfend. Aber das nur als Detail am Rande." (taz v. 15.04.10)
Großartiger
Sieg gegen Team eines
US-Milliardärs!
In Sachen Sport in Augsburg unangefochten die Nr. 1, der AEV! Einfach Top!
KoKa: 100 % AEV, 0 % Seinschverein!
(07.04.10)
Das Blöde dabei ist nur, daß sich die Linken - wie insbesondere DIE LINKE - ausgerechnet an solchen Fällen aufgeilen, meinen sie zum Mittel ihrer Agitation machen zu müssen, vielleicht sogar so, daß man daran im Gegensatz zu Blöd gar keinen Einzelfall entdeckt, sondern eben etwas für das kapitalistische System Symptomatisches. Die Kritik geht dann so: Hier sieht man es mal wieder! Und da es nicht schwer ist, weitere Beispiele anzuführen, steht die Systemkritik fest: Ja, so gemein ist der Kapitalismus, er muß deshalb überwunden werden. Anders ausgedrückt: Der Kapitalismus ist so unmoralisch, daß er an seinem moralischen Versagen scheitern kann, soll und muß: Sogesehen weiß man sich auf der Höhe geschichtlichen Fortschritts und gar nicht weit von Dr. Westerwelle entfernt, der die Dekadenz des alten Rom beschwört, nicht um den Kapitalismus zu Grabe zu tragen, sondern ihn zu retten. Gegen einen moralisch integren Kapitalismus kann sich auch DIE LINKE keine Einwände vorstellen, freilich sei der nur mit ihr als Obwalter des Klassenstaats zu haben. Das dürfte dann bestimmt auch eine Art "Überwindung des Kapitalismus" sein.
Warum diese Notiz?
DIE LINKE hat nämlich eine Aktion zu den an dieser Stelle als durch die Presse bekannt vorausgesetzten Machenschaften der Firma Schlecker, laut DIE LINKE "die Raubtierkapitalisten pur", gestartet. Sie erhielt auf Anfrage bei der Bundesregierung die Antwort: "Die Bundesregierung ist kein Forschungsinstitut, dessen Aufgabe es ist, solchen Einzelfällen [Hervorhebung: DIE LINKE] nachzugehen." und weiter schreibt die Partei in ihrem Augsburger Flugblatt: "Denken Sie bei der nächsten Wahl an Die Linkspartei, sonst werden wir alle [Hervorhebung: KoKa] nach Schlecker Tarif bezahlt." Achtung: Das ist keine Kapitalismuskritik, vielmehr Schelte von Kapital, das Die Linke außer Kontrolle geraten wähnt. (07.04.10)
"...Unser westdeutsches Generationenprojekt Die Grünen hat sich dagegen von uns verabschiedet. Heimat- und orientierungslos geworden, stehen wir undogmatisch links sozialisierten und deshalb auch nicht der Partei Die Linke zugeneigten Individualisten von My Generation ratlos vor den Wahllokalen. Schließlich wurden wir auch von der von uns mit Rücksicht auf ihre früheren Verdienste viel zu lange am Leben (Tropf) gehaltenen SPD bitter enttäuscht. Und jetzt auch noch die Grünen. Für unseren (guten) Geschmack treiben sich inzwischen auch bei ihnen zu viele, von Mars mobil gemachte Karrieristen herum. (Verbal)radikal sind die Grünen nur noch in der Opposition (peinlich und lächerlich zugleich). Und ihre skrupellosen Blender etwa vom Schlage eines Hubert Ulrich, genannt der Panzer (Chef Grüne Saar), sind ein Ärgernis für alle aufrechten Demokraten und Republikaner im Lande. Summa summarum also: Aus und vorbei, da hilft auch kein Jammern, kein Beten, kein Trick (Degenhardt). ..." (K.-P. Klingelschmitt in seiner taz-Kolumne "Älter werden" der Generation 50 plus links v. 06.04.10)
Der Rest des Textes ist hier weggelassen, weil er sich auf Fußball bezieht, der in Augsburg in der Beliebtheit gegenüber Eishockey und dem AEV deutlich zurücksteht - zumindest bei denen, die auch in Sachen Sport einigermaßen anspruchsvoll sind. Was allerdings die Aussage anbelangt, wir stünden "ratlos vor den Wahllokalen", so muß man schon sagen, daß manche längst einen Schritt weiter sind und sich die Demokratie mit ihren Institutionen selber einmal vorknöpfen. Da kann man dann doch recht schnell zu dem Ergebnis kommen, daß die Abgabe der eigenen Stimme ein großer Fehler ist, der darin besteht, daß dadurch die Ermächtigung einer Herrschaft - die man zwar nicht will, aber genau durch eben diese Stimmabgabe - in ganz harmlos erscheinender Weise vollzogen wird. Die Demokratie führt so ein vollkommen unverdientes positives Image mit sich, beinhaltet sie nicht mehr und nicht weniger als den völligen Ausschluß derer von der Macht, die über anderweitige, ökonomische (Einfluß-)Mittel eh nicht verfügen. (07.04.10)
"Der Wohlstand unserer Gesellschaft kann nicht dauerhaft auf Wachstum
basieren."


Warum räumt er das so offen ein? Ist es eine dem Proletariat im allgemeinen unterstellte Moralität, die es von der Bourgeoisie unterscheiden soll, die nun aber bitter enttäuscht wurde in der schnöden Berechnung des allzu höflich Bittenden? Wenn dem so ist, wäre dann nicht ein Schluß fällig auf die Leistung eines gesellschaftlichen Systems gar sein offenkundiges Opfer in der Weise zu ideologisieren, daß es seinen Erfolgsversprechungen auch dann noch glaubt, wenn es ums pure Überleben, ums Aushalten des Daseins mit der nächsten Flasche Bier ringt?
Daß Anstand Mittel des Erfolgs sei, dies ist auch der aus der Arbeiterbewegung einst hervorgegangenen, systemtragenden Partei namens SPD nicht fremd. Ja, es ist in jeder Beziehung ihre Agitation, auch gegenüber dem Kapital. So hat, worauf die Augsburger Allgemeine am 19.03.10 dankenswerterweise hingewiesen hat, der neue Vorsitzende der Partei Gabriel den Begriff "Lumpenelite" in die Welt gesetzt. Das Blatt hat in dem Zusammenhang sein Augenmerk darauf gerichtet, daß dieser Begriff in gewissem Gegensatz zu dem Begriff des "Lumpenproletariats" steht, der zur Zeit von Marx im Umlauf war und der die dringliche Notwendigkeit des Klassenkampfs vorstellig gemacht hat. "Lumpenelite" hingegen ist der Vorwurf des fehlenden Anstands an die "Leistungsträger" der Nation, an die Kapitalisten, die ihren Erfolg verfehlen, wenn sie sich nicht anständig benehmen, also den Arbeitern "nicht nur" ihre Existenz infrage stellen, sondern sie auch ihrer "Würde" berauben. Wie der von Friedrichs aufgegriffene Fall allerdings zeigt, lassen die sich am allerwenigsten ihre "Würde", die sich in ihrem Anstand ja manifestiert, rauben.
Es ist zwar nicht immer erfolgreich, aber ziemlich einfach, sich auf Heuchelei zu verstehen. Ein SPD-Vorsitzender befleißigt sich dieser Art Kritik am Kapital ja ebenfalls heuchlerisch, weil er als Staatsmann zu beklagen hat, daß der Erfolg des Kapitals insgesamt für die Ansprüche, die der deutsche Staat an es hat, zu wünschen übrig läßt. Er fordert also mehr Ausbeutung, aber bitte so, daß das Proletariat nichts davon merkt, weil sie "anständig", d.h. erfolgreich abgewickelt wird [Er fordert also den Erfolg, aber erfolgreich, ein schöner Pleonasmus!]. Was natürlich kaum anders geht, als daß die richtige Partei die richtigen politischen Richtlinien setzt. Im übrigen geht diese Art Kritik am Kapital in die Richtung, die unter dem Link "Faschismus" auf dieser Website die faschistische Ideologisierung der SPD zeigt: Auch der NSDAP war das Kapital viel zu wenig national verantwortlich, wurde zuviel Geld am Fiskus vorbeigeschleust, wurden Ausbeutungschancen im besten Sinne, nämlich in dem der Größe der Nation, vergeigt.
"Anstand" war ein ganz, ganz großes Thema faschistischer Agitation, gerade weil die Faschisten ganz, ganz große Opfer dem Proletariat aufbürden wollten. Hitler selbst stellte sich bezüglich des Lumpenproletariats die Frage: "Sind dies noch Menschen, wert, einem großen Volke anzugehören?" (Mein Kampf, S. 42) Und im Sinne des Anstands, den der Bettler beherzigt, muß man behaupten, ja sie sind es! Sie sind zu genau denselben Anpassungsleistungen fähig, die Gabriels "Lumpenelite" kaum nötig hat, weil in und zwischen den Chefetagen Ellbogen allemal erfolgversprechender sind. In diesem Sinne bekennt sich die SPD gerade dazu, Ambitionen in Richtung einer faschistischen Arbeiterpartei zu haben, die wie die NSDAP auch das Kapital auf die Nation und deren Erfolg ausrichten möchte. (21.03.10)
(21.03.10)
Was Ihr schon immer
wissen wolltet
Sie wurde 1967 in Turin als Tochter eines Großindustriellen und Opernkomponisten und einer klassischen Konzertpianistin geboren. Sie ließ sich auf der Flucht vor einer Roten Brigade im Alter von 5 Jahren in Frankreich nieder. Schon sehr früh nahm sie Klavier- und Gitarrenunterricht, auch komponierte sie Lieder, so ihre zahlreichen Tätigkeiten dazu Zeit ließen. Zunächst begann sie dann ein Architekturstudium, bevor sie Fotomodell wurde, das war 1985. Bis 1997 gehörte sie zu den begehrtesten Topmodels und wurde die Muse zahlreicher Modeschöpfer. Danach versuchte sie sich als Musikerin durchzusetzen: Was anfangs nach Erfolg aussah, stellte sich spätestens mit dem 3. Album als kolossaler Flop heraus. Begleitet wurde diese Flop-Karriere von einer ehelichen Liaison mit einem hochgehandelten politischen Aufschneider, dessen Anzüge es der modebewußten Sängerin angetan hatten. Er ist denn auch - wohl deshalb - in ihrer persönlichen Biografie gar nicht erst erwähnt. Sicherlich ein bißchen zu Unrecht.
Als Fazit kann hervorgehoben werden, daß es ein schwerer Fehler sein kann, seinen Eltern einfach nachzulaufen und nachzueifern!
(15.03.10)
Es ist kein objektives Urteil Über "Europa" anvisiert, sondern ein streng parteiliches: Die EU ist einfach super! Daß die EU Armut und Ausgrenzung hervorbringt, das ist zwar nicht zu übersehen, aber gerade deshalb kann man ja so tun, als wäre sie mit nichts anderem beschäftigt, dagegen zu kämpfen! Daß das tolle Wachstum zu immer weniger Beschäftigung und zu einer ziemlich radikalen Schädigung der Umwelt geführt hat, auch das sollen die Schüler malerisch ganz anders sehen! Aber vielleicht kommt ja auch ein Schüler auf die Idee, einen großen Scheißhaufen aufs Papier zu pinseln und darüber EU zu schreiben (uns am besten Deutschland gleich dazu, um nicht mißverstanden und in die national-alternative Ecke gerückt zu werden!). Die 60 besten Arbeiten sollen prämiert (mit der Unterstützung ortsansässiger Unternehmen! wow!) und in einer Ausstellung präsentiert werden.
(15.03.10)
• "Wir haben den Hunger satt!" Mit diesem Titel geht das "Forum Eine Welt Augsburg" hausieren. Ein Forum bestehend aus ca. 20 Vereinen, überwiegend christlicher Art, aber auch attac ist dabei, wie überall, wo es nach Politik riecht, aber natürlich nicht wirklich politich, schon gar nicht in kritischer Absicht, gedacht wird: Die Gründe für den Hunger bleiben im Abseits. An zu wenig Unterstützung liegt es jedenfalls nicht, wenn Jahr für Jahr mehr gehungert wird, vielmehr an der Art dieser "Hilfe"; ebenso konsequent im Abseits: Opposition gegen die Verantwortlichen für den Hunger: Weder eine Kampfansage an den deutschen Staat noch an das deutsche Kapital sind beabsichtigt. Vielmehr ein Schulterschluß mit der kapitalistischen deutschen Politik: "Kluge Entwicklungspolitik ist im Interesse aller Beteiligten! Richtig umgesetzte Kooperationen können sowohl den Not leidenden Menschen in den Entwicklungsländern helfen, als auch die wirtschaftliche Position der Geberländer stärken. Gerade der Exportweltmeister Deutschland muß ein klares Eigeninteresse daran haben, den wirtschaftlichen Erfolg der Entwicklungsländer zu unterstützen, Investitionssicherheit herzustellen und die Märkte der Zukunft zu erschließen. Darüber hinaus ist erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit fester Bestandteil einer vorsorgenden Sicherheitspolitik und kann wesentlich zum globalen Klimaschutz beitragen." so formuliert es z.B. der entwicklungspolitische Sprecher der CSU, Christian Ruck (auf eigener Website, Stand 06.03.10). Das deutsche Interesse fußt auf Hunger und Elend und deshalb ist gleichzeitige "Sicherheits"politik so notwendig! Daß damit eine Hilfe für die Menschen in den Entwicklungsländern verbunden wäre, ist eine interessiert vorgetragene, dicke Lüge, die auch nicht dadurch widerlegt ist, daß sie gebetsmühlenartig fast täglich wiederholt wird. Auf diese Lüge vorsätzlich hereinzufallen, macht sich genanntes Forum anheischig.
• Extra ärgerlich: Da macht man eine Veranstaltung zum Thema »Grundeinkommen« und was machen die Ignoranten von attac kaum drei Monate später? Sie propagieren diesen Schwachsinn mit einer eigenen "Woche". Hauptsache man rennt bei der Politik offene Türen ein: Was macht es Spaß, wenn einem die Hartz IV-Parteien den roten Teppich ausrollen (ist dieser Wunsch gar der Vater des Gedankens?)!
(06.03.10)
Selbstverständlich wird es einem deutschen, römisch-katholischen Militärbischof nie einfallen, etwas gegen den deutschen Afghanistan-Krieg oder sonst einen deutschen Krieg einzuwenden, ganz im Gegensatz zu einer protestantischen Bischöfin. Auch wird er nie in Gefahr geraten, alkoholisiert am Steuer erwischt zu werden. Nicht weil die römisch-katholischen Bischöfe nicht auch Schluckspechte - die ganze Menschheit ist bekanntlich ein einziges Säufergeschlecht! - wären, vielmehr deshalb, weil sie sich Chauffeure leisten. Sie achten allüberall auf den gehörigen Abstand zwischen Oben und Unten. Deshalb sind ihnen die aufgedeckten Sexaffären auch so peinlich. Und der protestantischen Bischöfin muß einfach vorgeworfen werden, daß sie die demokratisch-moralisch gebotene Distanz zwischen Führung und Untertanen vermissen läßt. Dies hat sie eingesehen und ist zurückgetreten.
(06.03.10)
verspricht den Naturfreunden von KoKa-Augsburg in einem Schreiben: "... Ich setze mich erstmal zur Ruhe. Fahr dahin, wo's schön warm ist und laß mir die Sonne auf den Pelz knallen und mich von süßen Tussen verwöhnen. Aber ich komme wieder, keine Frage. Hab da schon einige nette Ideen! ..." Rabbit dementiert damit beigelegten Zeitungsausschnitt, bei dem der Wunsch des Verfassers, Pink Rabbit in Rente gehen zu lassen, der Urheber des Gedankens war (der Widerspruch im Schlußabschnitt fällt dem Kommentator wohl gar nicht auf oder sind Rente und Urlaub für ihn ein und dasselbe?).
Pink Rabbit von der Naturfreundejugend Berlin
Mit dem Natur- und Tierschutz ist es in der feinen deutschen Republik, wie dem Artikel zu entnehmen ist, auch nicht weit her. Hasen sind offenkundig Freiwild, nicht nur in textilfrei bebilderten Magazinen.
Was die Übergriffe römisch-katholischer Würdenträger auf "schutzbefohlene" Kinder sind, das sind Übergriffe vcn pseudogrünen Staatsbediensteten auf supersüße Zuckerhasen wie unseren lieben Pink Rabbit. Da sage noch jemand, dieser habe den Urlaub nicht nötig und nicht verdient. Schön wäre es freilich, wenn sich der ein oder andere Politiker für die bedrängte Kreatur stark machen würde, doch was ist von Leuten zu erwarten, die von einem Arbeitsessen zum nächsten, von einem Arbeitsurlaub zum nächsten, von einer Einladung zur nächsten eilen, da bleibt das Denken ja fast zwangsläufig auf der Strecke... muß man da nicht von Glück reden, wenn sie nicht einen Hasen auch noch verspeisen wollen? (Als ob es nicht ähnlich schlimm wäre, die Hummer auszurotten!)
Im übrigen hat es Pink Rabbit offengelassen, Augsburg zu besuchen; eingeladen ist er hiermit. Das gibt ein Hallo!
(27.02.10)
(Und der vor allem die Mathe-Hausaufgaben endgültig vergessen läßt! Scheiß doch auf den Thales!)
Übrigens: Das Gemälde eures Künstlers hält dem Original durchaus stand. Weitere Msiterwerke - sei es Bild oder Text - aus eurem Hause harren der Veröffentlichung an diesem Platze! (Geheimtip: KoKa erfüllt Sehnsüchte!)
(24.02.10)

Das Wort zum Sonntag, äh, zum sexuellen Mißbrauch an Kindern durch solche, äh, na solche halt, die dem Bösen verfallen!
[Karikatur von Pétros Zervós: So klar das Ziel eines Gottesfürchtigen ist, so weit entfernt ist es oft.] (16.02.10)
Gib mehr von deinem heiligen Geist, Sankt Guido!
Soll man da überhaupt der Sache nach, die in jenen Äußerungen angesprochen wird, einsteigen? Ist von einem Vertreter des politischen Arms des Kapitals schlechthin, der FDP, etwa etwas anderes zu erwarten als rassistische Äußerungen bezüglich "Leistungsträgern" und "-verweigerern" in der Gesellschaft? Ist das Echo der konkurrierenden Parteien um einen Deut besser, wenn sie die verbliebenen Reste des Sozialstaats als dessen Gütesiegel preisen? Merkt man nicht SPD-Politikern mühelos an, wie sehr es ihnen stinkt, daß sie nicht mehr in der Regierung sind und die "sozial Schwachen" - für deren rapides Anwachsen sie zum Gedeihen der Nation eigenhändig gesorgt haben - gerne nach wie vor selber verarschen möchten - dies also, da sie sich ja ob diesem Klientel geradezu selber verleugnen, mitnichten den Herren von der FDP überlassen möchten? Fürchtet ein CSU-Seehofer nicht mittlerweile auch um die dümmsten Bauern, also die, die bislang zu ihrem eigenen Schaden seiner Partei noch die Wählermehrheit in den ländlichen Regionen gesichert haben, und ist deshalb für jede Agitationsvorlage der politischen Konkurrenz dankbar? Usw. usf.
Und überhaupt! Hätte man es nicht schon längst wissen können, was für ein Geistesriese Guido Westerwelle ist? Fällt einem zu dessen Äußerungen überhaupt noch etwas ein? Und wenn ja, macht man sich dann nicht so lächerlich wie der AZ-Kommentator, der aus ihnen die ganzen Probleme ableitet, vor denen die deutsche Nation steht bzw. angeblich stehen soll (AZ v. 13.02.10)? (Als ob sich solches Gedankengut für jeden nationalbewußten Fachmann - und wer wähnt das nicht zu sein? - nicht von selber verstünde!) Will man sich also einmischen, wenn Politik und Presse sich gegenseitig die Bälle zuwerfen, so, daß sie sie gegenseitig auch garantiert auffangen können? Will man dabei den Spaßverderber spielen und allen Ernstes ein Foulspiel pfeifen?
Doch manchmal kommt Rettung von dort, von wo man sie sich eigentlich nicht erwartet. In Rußland ist man zu einer neuen Methode übergegangen, politische Sprücheklopfer zu entzaubern, einer Methode, die jenen adäquat zu sein scheint. Man befragt Sternendeuter über solche Politiker. Und siehe da, einer von den so Befragten profezeite Fräulein Timoschenko ein bitteres Jahr und auch ein gewisser Sackarsch Willi (oder so ähnlich) werde heuer alt aussehen. Und wenn der deutsche Außenminister die Beziehungen zu Rußland weiter so schleifen läßt, dann - das sei hinzuzufügen gewagt -, dann hat er auch bald ganz, ganz schlechte Karten. - Weise Russen haben es offenbar glatt geschafft, ein altes römisches Sprichwort vom Kopf auf die Füße zu stellen: Per astra ad aspera!
Das Publikum? Ist bestens unterhalten. In seiner Zuschauerrolle ebenso hofiert wie in seinem sowohl privaten wie prinzipiellen Durchblick. Wählen tut es nächstes Mal die, die garantiert gute Karten haben! Darauf ist Verlaß; das tut es nämlich immer (wieder). (15.02.10)
Apropos Brecht Festival
Politische Kultur
KREISMITGLIEDERVERSAMMLUNG - JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG, Samstag, 16. Januar 2010, 14.00 Uhr Gewerkschaftshaus (Dachboden) – Am Katzenstadel 34 – 86152 Augsburg
Vorgeschlagene Tagesordnung:
1. Eröffnung und Begrüßung - 2. Wahl der - Versammlungsleitung - Protokollführung - Wahlkommission - Mandatsprüfungskommission - 3. Beschluß über die Tagesordnung - 4. Rechenschaftsbericht des Vorstands a Entwicklung des KV Augsburg b Finanzbericht c Revision d Diskussion der Berichte - 5. Beschluß über die Billigung der Berichte a Entlastung des Vorstands - 6. Bericht der Mandatsprüfungskommission - 7. Wahl des Kreisvorstandes und der Finanzrevision - 8. Kreissatzung - [9. fehlt] - 10. Antrag der BO Augsburg Ost : Gründung Ortsverband Augsburg Ost - 11. Diskussion zur zukünftigen Arbeit - 12. Anträge und Verschiedenes (Antragsschluß: Freitag, 08.01.10, 18.00 Uhr); voraussichtliches Ende: 19.00 Uhr
Also geschlagene 11 Tagesordnungspunkte und nicht ein einziges politisches Thema findet sich dort! Aber warum über Afghanistan, Wirtschaftskrise, Gundremmingen etc. diskutieren, wenn doch eh alles klar iat - zumindest für die GAMAZ (größten anzunehmenden Moralisten aller Zeiten)? (16.01.10)

Das Gespenst des neuen Kommunismus - Steuern
Obama sings the blues

Brecht endlich "entideologisiert"!
Schlimmer ist, daß bei Meinungsfreiheit nie darüber geredet wird, wie man eine Meinung kriegen kann. Zuerst müßt' ich doch instand gesetzt werden, daß ich mir eine Meinung bilde. Wenn es aber Leute gibt, die dagegen sind und die Druckerpressen, den Nachrichtenapparat, die Schreiber und das Papier besitzen, nützt es mir nicht, wenn mir erlaubt wird, daß ich eine Meinung aussprechen darf. (Flüchtlingsgespräche, Ges. Werke Bd. 14, S. 1509)
Festival-Leiter Joachim Lang meinte nämlich, es gehe (ihm) darum, das Brecht-Bild von seinen ideologischen Verstrickungen zu befreien und zu zeigen, daß es Brecht zeitlebens hauptsächlich darum ging, als Künstler mit seinen Werken Vergnügen zu bereiten. Doch recht betrachtet verhält es sich genau anders herum, er wollte dem Publikum etwas klarmachen, ohne dabei auf Lust und Lustigkeit zu verzichten. Aber Brecht verstehen zu wollen, hieße seine Inkompatibilität zur kapitalistischen Gesellschaft festzustellen und überdies sein Dilemma, in das er sich damit begab, beim (ideologisch festgelegten) Publikum landen zu wollen. Die Gunst der Stunde, den manche "Revolutionäre" sehnlichst erwarten, verlegte Brecht in den Raum des Theaters, um die Wartezeit zu verkürzen. Verlängert hat er damit freilich nur den - wenn man so will: realsozialistischen - Opportunismus gegenüber dem Publikum, der darin besteht, diesem keine schlechten Seiten nachsagen zu wollen; wonach jeder Brecht-Konsument also schon als ein (zumindest halber) Revolutionär betrachtet werden kann. Gegen eine solche Vereinnahmung möchten sich bürgerliche Theaterärsche natürlich nicht zu Unrecht verwahren. Da sie allerdings nicht die Brechtsche Logik begreifen wollen, tun sie das in der Art, in der sie Brecht für sich beanspruchen. Zu diesem Zweck wollen sie, wie Lang meint, ihn "entideologisieren". Sie möchten Brecht ebensowenig Böses (= Sozialistisches) nachsagen, wie dieser darauf beharrte, sein Publikum nicht zu beschimpfen. Diesbezüglich war Handke geradezu revolutionär, als er über die herzog, die auch das neue Brechtfestival anzuziehen gedenkt. Und für die Frasen gedroschen werden, die nicht ernstzunehmen sind. Würde man nämlich eine Entideologisierung ernstnehmen, würde das nicht zwangsläufig zu der harschen Kritik am so großartigen demokratischen Kapitalismus führen, an der Brecht im großen & ganzen gescheitert ist und der sich nunmehr so stolz über ihn erhebt? (05.01.09)
Wer hat
nicht schon mal Probleme
mit einer Kaffee-Maschine gehabt?
Lyn Todd
- ein legendäres Album (1980)I Need A Man - Buy Your Love - Rebel, Rebel - Devil Woman - It's You - This Time I'm Doin' It For Love - Lookin' For you - Metropolis Suite - Live Till I Die - Pinball Wizard
Die
Märchen der Gebrüder GrimmSelbst heute noch ist es lachhaft, wenn man z.B. sieht, was auf YouTube von der deutschen Zensurbehörde kurzerhand dem Zugriff verweigert wird. Nebenstehender Komik von Pétros Zérvos erschien in Galera #48, pikant dabei: Das ΓΙΑΓΙΑ;! (gesprochen Jaja), heißt übersetzt nicht Ja!ja! [Besorg's mir!], sondern schlicht und einfach Großmutter?! .... Aber wer weiß schon, wie die Märchen seinerzeit unter Erwachsenen erzählt wurden, wo sie vielleicht gar keine Märchen waren, sondern echt erlebte Abenteuer, die von Mund zu Mund gingen?
Aus der Mutter von Hänsel und Gretel übrigens, so ist bekannt, wurde eine Stiefmutter, weil eine Mutter, die ihre Kinder verstößt, nicht in die moralische Landschaft paßte. So waren die Grimmschen Märchen denn ziemliche science fiction stories ihrer Zeit, an die nur die Kinder glauben konnten, ungefähr solange sie auch an den Nikolaus und an das Christkind glaubten.
(16.12.09 )
Alfred
Hrdlicka
Bildungsstreik
Wie passen die beiden Fragen zusammen?
Wenn in der freien Marktwirtschaft Bildung dem Zweck der Geldvermehrung untergeordnet ist, indem sie ihm verpflichtet ist - und zwar auf Gedeih und Verderb aller ausnahmslos -, dann empfiehlt sich eine rigorose Sortierung: Da werden dann auch die Studenten sortiert, nicht nach Leistungsträgern und Nicht-Leistungsträgern, sondern nach potenziellen Leistungsträgern und Nicht-Leistungsträgern. Warum meinen denn auch so viele Studenten heutzutage, unbedingt Wirtschaftswissenschaften und Jura studieren zu müssen? Eben darum: Sie wollen sich - wie andere über ihre reichen Eltern - schon mal durch die bloße Fachwahl als potenziellen gesellschaftlichen Leistungsträger qualifizieren und empfehlen, sie sind ganz im Sinne des gesellschaftlichen Systems berechnend....
[Wie sollte der rund 2500 Jahre alte Konfuzius dieses so weit fortgeschrittene System auch im voraus begriffen haben?]
Wer die Sortierung ernsthaft in Frage stellen will, muß das ganze System in Frage stellen und alle Anstrengung darauf richten. Das wäre mal eine Leistung, das jenes wirklich verdient hätte!
[Fotos: uniaugsburgbrennt]
(05.12.09)

Kapitalismus
- eine
Liebesgeschichte
Fragen
zur Hofberichterstattung
»made in Germany«
Bedenklich scheint allein die Tatsache, daß die deutsche Agentur offenbar keinen eingebetteten Journalisten in einem deutschen Flugzeug mit Prominenz an Bord sitzen gehabt hat. Die britische Agentur aber sehr wohl. Sind deutsche und britische Journalisten etwa wechselseitig im Einsatz, um die Unabhängigkeit der Presse unter Beweis zu stellen? Und der deutschen Zeitungsleserschaft macht es nichts aus, wenn trotzdem oder gerade deshalb das veröffentlichte Foto mit dpa gekennzeichnet wird? (21.11.09)
Was
der AZ an
N-Korea wirklich gut gefällt
Depression
Nun kann einen eine Gurkentruppe wie Hannover 96 ja in der Tat ganz schön niederdrücken. Aber daß man sich selber vor die DB schmeißt? Wenn ja, dann liegt auf alle Fälle ein extremer Fall von »Schraube locker« vor, zumal wenn man einen millionenschweren Vertrag in der Tasche hat. Und ungezählte andere schmeißen sich doch auch fast täglich vor die Züge, freilich ohne daß die Medien ein Aufheben davon machen. Das wäre ja schon Gesellschaftskritik mit harten Tatsachen.
In der Tat: Es ist vielmehr das System, das einen auf die ein oder andere Weise niederzudrücken vermag und das man auch zu zweit nicht besser aushält. Wie und warum, das steht in einem Psychologiebuch, das hiermit mal wieder aus dem Schrank geholt zu werden sich lohnt, wenn man es schon hat - und ansonsten einfach kaufen, da spart man sich dann auf alle Fälle mal schon eine solche Quatschzeitschrift wie Psychologie heute (mit dem Sonderheft "Depression"). (16.11.09)
Die
letzte Aufklärung
über Brecht
Wie gut paßt es freilich, daß Bertolt bei der Beerdigung seiner Mutter nicht zugegen war [laut eigener Aussage hat er sie auf seine Weise geliebt, sie aber wollte auf die ihre geliebt werden]. Hillesheim dazu: "Brecht wollte einer Drucksituation entfliehen." (ebenda) Offenbar, so der Gedanke, wollte sich Brecht von der Lethargie und den Depressionen seiner Mutter so fernhalten und nicht auf ebensolche Weise ins Grab gezogen werden; er hatte ja Größeres vor (sich): Seine Emanzipation von seinen proletarischen Wurzeln, seinen Aufstieg in den Himmel des Bürgertums und dessen Theaters...
"Nochmals für den Kauf der Schriftstücke bedankte sich Hillesheim bei Bürgermeister Peter Grab." Bei diesen bahnbrechenden Forschungsergebnissen fällt sogar ein kleines Licht auf den Kulturreferenten... (01.11.09)
Deutsche
Kultur
"Call
of Revolution"
von Infertile aus dem
New
Wave-Punk-Gothic-"Tempel" zu
Athen, aus dem Sin City.
(18.10.09)
Das lebendige Bilderbuch
mit
beweglichen Figuren von Eduard Ille erschien zur Belustigung der
Kinder.
Es enthält Hanswursts lustige Streiche; es erschien im Verlag
Lampe & Co., Augsburg,
ca. 1880, und enthält u.a. folgendes Gedicht, das hier
kommentarlos wiedergegeben wird:
Stets am Schönsten ist's zu Haus,
Besonders, wenn das Geld geht aus!
Grethel:
Welche Freude, welches Glück!
Mein Hanswurstel kehrt zurück!
Freu' dich, kleiner Hansel! ha!
Schau doch, das ist dein Papa!
Hanswurst:
Ja, das ist er, potz Philister,
Dein Papa, dein lang vermißter!
Potz Granat und Adlerorden, -
Hansel du bist groß geworden,
Und ich hab dich damals doch
G'worfen in das Ofenloch!?
Grethel:
Ja, doch als ich ihn hört' schreien,
Lief ich schnell ihn zu befreien
Aus dem schwarzen Ofenloch.
Hanswurst:
Schon genug! er lebt ja noch!
Welche Freude, welche Lust
Fühlt jetzt meine Vaterbrust!
-
Vater, Mutter und das Kind,
Alle Drei - nun glücklich sind;
Alles freut sich, Alles lacht,
Und Hanswurst wünscht gute Nacht!
Das
Ende des Kommunismus
Urlaub
= Reproduktion
»Es ist nicht, wer du bist. Es ist, was du machst.«
So ist ja auch wirklich egal, wer etwas sagt, ob der ARD, FAZ, GSP, XYZ oder KoKa heißt. Es kommt darauf an, ob es stimmt, was einer sagt. Das sollten sich all diejenigen hinter die Ohren schreiben, die, anstatt sich mit den besprochenen Themen inhaltlich auseinanderzusetzen, lieber sich über die Personen, die Autoren einer Meinung den Mund zerreißen. Von der Person und ihrer mehr oder weniger vorhandenen Autorität ist nichts in Sachen Richtigkeit einer Aussage oder einer Erklärung abhängig, wie sollte es auch. Die bürgerlichen Medien sehen das ganz anders: Bei denen zählt die Person, die etwas verlautbart allemal mehr, als der verlautbarte Inhalt. Und je höher die Person steht, desto respaktabler erscheint der Pressemeute deren Stellungnahme, auch wenn sie nichts als Quatsch beinhaltet. So kommt es, daß der Kanzlerin und dem Außenminister als respektablen Personen allüberall die Mikrofone unters Maul gehalten werden. Hingegen wird unsereinem gelegentlich mitgeteilt, daß wir ja eh nichts zu sagen hätten, vor allem ihnen. Also ausgerechnet denen, die sich von der deutschen Politik tagaus tagein verarschen lassen und dabei stolz darauf sind, dann nämlich, wenn sie sich als Deutsche als etwas Besseres vorkommen dürfen als Angehörige aller anderen, als mehr oder weniger minderwertig und abartig betrachteten Staaten. Das dürfen sie freilich und sie dürfen noch mehr: Sie dürfen demnächst mal wieder ihre Obrigkeit wählen, eine Obrigkeit, die so schlau ist, ihre Untertanen als mündig zu verarschen, ohne daß diese es merken. Eine Leistung, die wirklich fabelhaft ist. Ja, in gewisser Hinsicht gebührt Deutschland sogar Respekt. (13.09.09)
Zurück ins Mittelalter!
Brecht
Die Hüllen fallen gelassen
Plastinierte Körper, man kann an ihnen sowohl das Künstliche, ihre Plastinierung als solche, wie das Natürliche, ihre pure Menschlichkeit hervorheben. Beides ist - sowohl getrennt als auch auf die ein oder andere Weise vereint - in der Menschheitsgeschichte seit Alters her Gegenstand distanzierter wie involvierter Befassung und macht seine Anziehung aus. Es ist mehr als dämlich, zum Zwecke der Verurteilung in den ausgestellten Gegenständen allein Kommerz zu wittern, wie es die Augsburger Allgemeine tut, als ob ausgerechnet sie Kritiker des Kommerzes wäre (und gegen überregional bedeutsame Messen und Ausstellungen, die Augsburg zu einem Magneten alllgemeinen Interesses machen, hat sie ja sonst auch nichts)! [Großes Gelächter!]
Ob J.C., am Kreuze hängend, wirklich einen »Lendenschurz« getragen hat, man weiß es nicht. Ob sein Flittchen, Maria Magdalena, den so Hängenden, noch einen zu blasen versucht hat oder ihm in Ermangelung erreichbar Höherem wenigstens noch den Schwanz geküßt hat, man weiß es nicht. Es würde auch nichts am Los des »Herrn« ändern. Ändern würde es allein etwas an seiner Mystifizierung, an der Behauptung nämlich, daß mit ihm die moralische Integrität schlechthin in die Welt gekommen sei. Dabei ist gar nicht bestritten, daß J.C. als wandelnder Moralist sich betätigt hat, das taten und tun viele, manche mit mehr, manche mit weniger Erfolg. Was das institutionalisierte Christentum dann aus eben diesem J.C. gemacht hat, ist genau diese Mystifizierung, der mit Beginn der Neuzeit der Lack abzublättern begann. Es sei an Michelangelo erinnert, der der erste war, der die Madonna mit dem Kinde in all ihrer fraulichen Natürlichkeit dargestellt hat, ihr also das Göttliche genommen und gewissermaßen gleichzeitig zurückgegeben hat (zu sehen in der Liebfrauenkirche zu Brügge; ca. 1501/4). Mit der zunehmenden Kapitalisierung der Welt ging dann auch eine Veränderung des aufkommenden Naturalismus einher. So wurde zum Beispiel in der eben erst 100 Jahre alt gewordenen Stilrichtung des Futurismus, die Bewegung, die Dynamik, die Motorisierung des maschinellen Zeitalters explizit in die Darstellung aufgenommen. Der »Godfather of Soul«, James Brown, etabliert 1970 mit dem Song »Sex machine« ebenso weltweit anerkannte Kunst wie Charles Bukowski mit seiner fantasiereichen Story »Fuck machine«, die in der Kurzgeschichtenausgabe mit dem Titel »Erections, Ejaculations, Exhibitions and General Tales of Ordinary Madness, 1967-72« 1972 in San Francisco erschienen ist (auf deutsch: 1980).
Wo liegt also der Skandal heute? Er besteht darin, alles wieder zuzudecken und zu mystifizeren, was längst aufgedeckt und in all seiner Natürlichkeit entblößt ist, in seiner Kapitalisierung auch so verwertet werden kann und - vom ästhetischen, also gefühlsmäßigen Standpunkt aus betrachtet seine eigentümliche Anziehungskraft entwickeln kann, wenn man sich darauf einzulassen bereit ist und nicht mit - in aller Regel geheuchelten - moralischen Dogmen auf die Dinge zugeht wie OB Gribl und seine Spießgesellen aus CSU, AZ und dem römisch-katholischen Kuttenträgerlager, die auf ihre Weise die Hüllen fallen lassen, die ihrer reaktionären Gesinnung nämlich.
(30.08.09)
Haifische
in der Musikbranche?
MadonnaDas polnische Wochenblatt Angora (34-2009) [WARSZAWA-CHICAGO-DORTMUND-TORONTO-NOWY JORK] hat sich nach dem Konzert erst recht nicht um die Reaktionen der Kirche geschissen und Madonna so gezeigt, wie sie auftritt. Wenn das Papst Woityla noch hätte erleben dürfen! (20.08.09)
"Verantwortung"
(ver)heißt nichts Gutes
Da wäre zum einen der Begriff "Land", der so verharmlosend den Staat, die monopolisierte Gewalt meint. Klar, mit einem Begriff "Land", mit dem man Landschaft und Leute verbindet, fällt die Identifizierung viel leichter als mit diesem gigantischen staatlichen Gewaltapparat, der noch die letzte Regung seiner Untertanen seiner Zuständigkeit unterstellt. Er entscheidet jeden Scheißdreck danach, ob er "in die Landschaft" paßt oder nicht, und erläßt entsprechende Gebote und Verbote. So ist das dann auch mit der "Verantwortung" gemeint, wenn sie die offenkundig für blöd erachteten Bürger angeht: Die haben zu arbeiten, die Gesetze zu befolgen und auf ihre demokratisch legitimierte Obrigkeit zu hören. Ob die Verantwortung zeigt, ist keine Frage. Ihr kommt Verantwortung von Amts wegen zu. Da kann ein Politiker so deppert sein, wie er will, als Staatsmann gehört er respektiert und sein Erfolg als deutscher Staatsmann gehört sich gewünscht. Dieser Quatsch nennt sich recht zutreffend Demokratie, also Herrschaft/Staat unter Berufung auf das Volk. Und da sich der Staat ein mündiges Volk wünscht, wird dieses sich auch schwer Gedanken machen, welchen Personen es den Erfolg deutscher (Staats)gewalt anvertraut und welchen eher nicht. Lasche Typen und Gewalt passen da weniger zusammen als echt kernige Sprücheklopfer, die der BRD ein Fortkommen in ihren politisch unersättlichen Ambitionen versprechen und dabei über Leichen gehen wollen - nicht nur im Ausland und nicht nur die durch militärische Gewalt, vor allem durch die radikal durchgezogenen eisernen Gesetze der ökonomischen Rentabilität, für die der Staat allenthalben Rahmen und Bedingungen abgibt. (18.08.09)
Blondinen-Witz
Übrigens: Allein dem Stern ist es eingefallen, das SPD-Wahlkampfteam süffisant analog zu Hitlers Soldateska im Jahre 1945 als "Das letzte Aufgebot"zu titulieren. Der Erfolgsweg Deutschlands ist allerdings nicht wie damals an das Personal einer einzigen Partei gebunden, auch wenn die SPD in traditionell maßloser Selbstüberschätzung ganz Deutschland von sich abhängig sehen möchte. (15.08.09)
MadonnaMal angenommen, Jesus Christus würde wiederkehren und auf der Welt wandeln, viele Anhänger des katholischen Glaubens würden ihn weder er- noch als solchen anerkennen, nicht nur in Polen. Wie damals erzürnt sich manch einer lieber, anstatt sein dogmatisch eingetrocknetes Hirn in Bewegung zu setzen. (09.08.09)
Augsburger Friedensfest
Wie ein Sisifos versuchen die Kirchen also den Stein der Moral nach oben zu rollen und manch Funktionär möchte deshalb gerne zurück zu gemütlicheren Verhältnissen. (Und mit dem entsprechenden Abstand mögen ihm mittelalterliche Verhältnisse gerade so erscheinen.) Das ist auch der Grund für die Mahnung an die Adresse der Politik und Wirtschaft zu moralischer Rückbesinnung und zur großen Herausforderung der Ökumene, also der Rückgängigmachung der Spaltung des Christentums auf Grundlage des allein selig machenden römisch-katholischen Glaubens, der, folgt man dem Papst, nicht zur Verhandlungsmasse gestellt werden kann und darf. Man braucht gar nicht an einen weiter schwelenden Konflikt wie in Nordirland zu denken, wenn man den Vatikan sieht, wie wenig Interesse er daran zeigt, mit den anderen christlichen Kirchen zu einer Übereinkunft zu kommen und wie wenig Interesse er hat, seine Finger aus der Politik zu lassen. Angesichts des Friedensfestes vor dieser allenthalben kriegerischen Haltung die Augen zu verschließen, ist Dummheit. Der Vatikan arbeitet an einer Revision seiner Stellung innerhalb der kapitalistischen Welt zu seinen Gunsten. Er wähnt, seine Zeit sei (wieder) gekommen. Kein Wunder, daß ihm dabei die Pius-Bruderschaft näher steht als jeder Lutheraner.
Genannte Dummheit wird mit den Veranstaltungen am und zum Festtag leider gepflegt. [Im übrigen braucht man kein Systemkritiker des Kapitalismus zu sein, um dies ebenso feststellen zu können. Allerdings, wenn man das schon so sieht, dann ergeben sich ja weitere Fragen, die man sich stellen könnte und die zu beantworten wären.]
Apropos Frieden: Die Greser-&-Lenz-Karikatur in der aktuellen titanic, die Göbbels mit der Sprechblase "Wollt ihr die totale Friedensmission?" zeigt, weist auf die Überlegenheit einer Friedenspropaganda hin, gegen die auch der römisch-katholischen Kirche nichts so recht einfallen will. Sie hat es ähnlich schwer wie die Faschisten, mit ihren revisionistischen Bestrebungen wieder Tritt zu fassen. So und solange versucht sie aller Moralapologetik geradezu zum Trotz, ihr Anliegen ebenso verlogen zu verkaufen wie die Politik die ihren: Frieden darf ihr dabei kein Fremdwort sein! (08.08.09)
Deutsche
Politiker haben's
einfach sauschwer
Kurz und gut: Der einzig senkrechte Schluß aus dem ganzen Malheur wäre, die Diäten kräftig anzuheben, damit die politische Klasse mal endlich auf ihre Kosten kommt und in Ruhe Urlaub machen kann, ohne an die Arbeit denken zu müssen, die sie anders ja gar nie nicht loslassen kann.
Dafür sollte übrigens auch die bürgerliche Presse endlich mal kräftig agitieren: Andernfalls braucht sie sich wirklich nicht zu wundern, wenn die vielbeschworene Politikverdrossenheit - nicht nur bei potenziellen Politikern! - weiter zunimmt... (27.07.09)
Analfabetismus gebildet vorgebracht
An dieser Stelle mal eine Aufklärung über eines der häufigsten Marx-Zitate:
"Die kapitalistische Produktion entwickelt daher nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich die Springquellen alles Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter." (K I, MEW 23, S. 529f)
Man kann das Wörtchen "daher" natürlich locker überlesen, nur dann überliest man eben, daß dies ein Schluß und nicht einfach eine Behauptung ist, die man genauso gut der Betrachtung der Oberfläche der kapitalistischen Gesellschaft entnehmen kann. Dann freilich hat man eines geschafft: Den Grund, warum das so sein muß, will man gar nicht kennen [in dem Abschnitt bei Marx geht es ürbigens um den zum Kapital-Verständnis zentralen Begriff des »relativen Mehrwerts«]. Marx leitet eine notwendige Folge aus der kapitalistischen Produktionsweise ab, die DIE LINKE gar nicht als notwendig betrachten will. Sonst könnte und müßte sie ihre Parteiexistenz, wie sie steht und geht, gleich aufgeben. DIE LINKE fährt im Anschluß an das Marx-Zitat, ohne mit der Wimper zu zucken, fort: "Millionen Menschen erwarten zu Recht, daß der Staat Einfluß auf die Wirtschaft nimmt. Die entscheidende Frage ist längst nicht mehr, ob die öffentliche Hand sich wirtschaftlich engagiert, sondern in wessen Interesse, mit welchem Zielen und auf wessen Kosten das geschieht. Eine Demokratie funktioniert nur dann, ..." Eine Ableitung des Staates aus dem Kapital, wie es Marx nun wirklich nicht schrieb oder auch nur beabsichtigt hatte! Eine Affirmation des Klassenstaats wie der des Kapitals, wenn sie nur unter seiner Fuchtel passiert, sofern sich die des Prädikats »demokratisch« würdig erweist, was natürlich an der entsprechenden Regierung liegen soll!
Aus Marx' grundsätzlicher Kapitalkritik gesellschaftliche Verbesserungsvorschläge abzuleiten, war im übrigen schon ein Kardinalfehler der Realsozialisten der DDR. Wenn die Rechten (von SPD bis CSU) der Partei DIE LINKE vorwerfen, in der Tradition der SED zu stehen, dann haben sie - ohne es inhaltlich begründen zu können (sie machen ein grundverkehrtes Gleichheitszeichen zwischen Marx und Linkspartei bzw. SED) - recht. Mit Marxscher Kritik hat die Partei DIE LINKE absolut nichts am Hut und sie braucht sich gar nicht zu beschweren, daß sie nicht das linke Sammelbecken ist, das sie sein will: Ihr Programm ist in jeder Hinsicht opportunistisch, was eben auch die Vielzahl an Autoritäten [Autorität! - sehr aufschlußreich für den Charakter einer Partei!] beweist, mit denen sie sich schmückt. (20.07.09)
Europa: Geistige Verwahrlosung setzt sich durch
Demokratie bürgt für Lebensqualität
(in Afghanistan zumindest) II

Demokratie
bürgt
für Lebensqualität
(in Afghanistan zumindest)
Liebe
Corinna Stegemann,
Karl und Theo, diese beiden nahmen das statt tragisch für symptomatisch, für die Wahrheit jener Ethik, Diskurs als (Rechtfertigungs-)Methode der Demokratie. (18.06.09)
Aus einem Witzle ein Argument für das Eingreifen der Staatsgewalt machen - so totalitär geht es also schon zu in der Demokratie. Das Psychoblatt AZ fabuliert, sie verharmlost dies als "sensibel". Dagegen sind die Mädchen ja völlig unsensibel! (18.06.09)
»Pocahontas«
an der Seite der peruanischen Indígenas
(16.06.09)
Kapitalismusfans aller Farben,
vereinigt euch!
Bei soviel geiler Politik im Sinne der deutschen Wirtschaft fällt dann ein kleiner Kratzer auch nicht mehr ins Gewicht: "Natürlich finden sich im Wahlprogramm auch Forderungen, die naiv oder fragwürdig anmuten - wie der Atomausstieg in Europa. Käme es dazu, wäre Frankreich praktisch komplett ohne Stromversorgung." Und eine Fehleinschätzung der FTD muß man eigentlich wieder gegenrechnen: "Und auch die pazifistische Grundhaltung in der Sicherheitspolitik hält der politischen Realität nicht stand."(alles FTD, 04.06.09) Die Menschenrechtspolitik ist ja wohl alles andere als pazifistisch, ganz im Gegenteil, siehe Ex-Jugoslawien, siehe Afghanistan, siehe Sudan usw.
(05.06.09)
José Saramago:
Die Reise des Elefanten
Dokumentation des Besprechung taz, 24.07.10; Elefantengemälde von der indischen Künstlerin Amrita Sher-Gil, 1940

gebrauchte Bücher kostengünstig unter: www.eurobuch.com oder www.booklooker.de
KoKa friends of night life:Aktuelles siehe Webseiten
Diskothek PODYUM 34
Diskothek MCLUB
mitunter Live Rock in der Diskothek Circus
Live Musik im Lokal Der Rabe (im Kulturhaus Abraxas)
Diskothek Club Fabrika
Comics von Harry Ardeias "Der größte Teil der Menschheit war verrückt. Der Rest war entweder verbittert, oder schlicht dumm." (Charles Bukowski)
Hierzulande wurde Charles Bukowski übrigens von Benno Käsmayr, Chef des schon legendären Augsburger MARO-Verlags, entdeckt.





